Stadtverordnete stimmten dagegen

Botschafter der Stadt Fritzlar: SV Germania bekommt keinen Ehrentitel

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Sie repräsentieren bei ihren Spielen immer auch die Stadt Fritzlar: die Handballerinnen des SV Germania. Unser Bild entstand bei der Teamvorstellung auf dem Marktplatz. Hintere Reihe von links: Lorena Lorenz, Vilte Duknauskaite, Melina Horn, Janina Dreyer, Hannah Puntschuh, Maria Kiwa, Vanessa Maier, Betreuer Thomas Schneider, Trainerin Viktoria Marquardt, Physiotherapeutin Tanja Brachvogel, Dr. Christoph Pohl (Firma Etaopt), Steffen Schmude (Sportlicher Leiter) mit (vordere Reihe von links) Lena Kerwin, Lea Gürbig, Anna Holéczy, Xenia Ahrend, Esther Meyfarth, Bibiana Huck und Lena Dietrich. 

Fritzlar. Sie sind das sportliche Aushängeschild Fritzlars: die Handballerinnen des SV Germania. In der 3. Liga Frauen Ost reisen sie durch die halbe Republik. Die Freien Wähler wollten die Handballerinnen auch offiziell zu „Botschaftern der Stadt Fritzlar“ machen und ihnen diesen Titel verleihen.

Doch CDU und FDP haben in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag dagegen gestimmt.

Die Freien Wähler wollten eine Geschäftsordnung erarbeiten lassen, wonach besonders engagierten Bürgern, Gruppen oder Vereinen der Titel verliehen werden kann. Den ersten Vorschlag zur Verleihung hatten sie auch: der SV Germania Fritzlar. „Vordergründig ist das ein gut gemeinter Antrag“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Hans-Gerhard Heil. Aber alle Vereine leisteten eine tolle Arbeit für Fritzlar. Nach einer langen Diskussion habe sich die Fraktion entschieden, den Antrag abzulehnen. Die Stadt solle die Vereine so behandeln wie eine Mutter ihre Kinder: alle gleich. „Es könnte einen falschen Zungenschlag geben, wenn einer herausgehoben wird“, argumentierte Heil.

„Hier soll niemand zurückgesetzt werden“, erklärte hingegen SPD-Fraktionsvorsitzender Mario Jung. Zudem könnten weitere Auszeichnungen folgen. „Wir müssen es nicht bei der Germania belassen“, so Jung. Dr. Christoph Pohl, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, nahm das Bild von der Mutter und ihren Kindern noch einmal auf. „Ich kann ein Kind loben und das andere trotzdem lieben“, verdeutlichte er. Hier sei eine Entscheidung gegen den SV Germania getroffen worden. Spielerinnen und Vertreter des Vorstandes des SV Germania hatten die Diskussion im Ratssaal verfolgt. „Das ist eine demokratische Entscheidung. Das akzeptieren wir zu 100 Prozent“, sagte der Sportliche Leiter Steffen Schmude am Freitag. Gleichwohl wäre d Auszeichnung „schön gewesen“. Als die Sportler einige Minuten nach der Abstimmung den Saal verließen, fiel die Tür laut ins Schloss. Schmude will das nicht als Kommentar verstanden wissen. „Das war Zufall, es zog.“

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