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„Zukunft der Standorte ist gesichert“ – Alexander Müller (FDP) über die Bundeswehr im Landkreis

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Von: Daniel Seeger

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Auf dem Foto ist eine Hauswand zu sehen.
Die Soldaten in der Fritzlarer Georg-Friedrich-Kaserne (Bild) und der Knüll-Kaserne in Schwarzenborn sollen von der Erhöhung der Rüstungsausgaben profitieren. © Olaf Dellit

Die Landtagsabgeordnete Wiebke Knell und der Sprecher für Wehrtechnik und Beschaffungswesen der FDP-Fraktion, Alexander Müller, besuchen heute einen Frühjahrsempfang.

Fritzlar-Homberg – Beim Frühjahrsempfang der FDP Schwalm-Eder sind die Landtagsabgeordnete Wiebke Knell und der Sprecher für Wehrtechnik und Beschaffungswesen der FDP-Fraktion, Alexander Müller, zu Gast. Müller wird sich mit den aktuellen Ereignissen in der Ukraine beschäftigen.

Dabei geht es auch um politische Anpassungen angesichts des russischen Angriffskriegs. „Es geht um die Art, wie wir in Zukunft leben wollen. Wir müssen uns fragen, ob wir wollen, dass das Völkerrecht oder das Recht des Stärkeren gilt“, sagt der Politiker im HNA-Gespräch. Wir haben mit dem FDP-Politiker über die Bundeswehrstandorte im Kreis und das Thema Beschaffung gesprochen.

Herr Müller, was können Sie zur Zukunft der Bundeswehrstandorte Fritzlar und Schwarzenborn sagen?

Ich sehe die Zukunft der beiden Standorte als gesichert an. Das gilt ebenso für den Standort Stadtallendorf, der zwar nicht mehr im Schwalm-Eder-Kreis liegt, aber dennoch eng mit Fritzlar und Schwarzenborn verbunden ist. Durch die Erhöhung der Verteidigungsausgaben wird auch Kassel als Standort der Rüstungsindustrie gestärkt. Hier geht es um große Aufträge für die Unternehmen.

Wie machen sich die erhöhten Verteidigungsausgaben an den Standorten Schwarzenborn und Fritzlar bemerkbar?

Die Schwarzenbörner Jäger profitieren direkt davon, dass die Bundesregierung neue persönliche Schutzausrüstung bestellt hat. Wir haben uns bei der Industrie den Vorrang beim Material Aramid gesichert, einem wichtigen Bestandteil von Schutzwesten. Die Diskussionen um das Thema fehlende Schutzausrüstung sollten damit beendet sein.

In Fritzlar geht es insbesondere um die Einsatzbereitschaft der Tiger-Kampfhubschrauber. Hier wollen wir nötige Ersatzteile bestellen und bevorraten. In der Vergangenheit wurde abgewartet, bis bestimmte Mengen an Ersatzteilen benötigt wurden und dann wurden diese erst bestellt, weil das Geld dafür nicht zur Verfügung gestellt wurde. Das ist jetzt anders.

Reicht Geld allein aus, um die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr zu verbessern?

Nein. Auch beim Thema Beschaffung muss noch viel getan werden. Entscheidend ist, dass wir die Bürokratie reduzieren müssen.

Ein anderes Problem ist, dass bei der Beschaffung oftmals Goldrandlösungen gefordert werden, also Spezialwünsche, die die Industrie erfüllen soll. Das verlängert die Prozesse unheimlich.

Am Standort Fritzlar wartet man auf eine Entscheidung über die Nachfolge des Kampfhubschraubers Tiger. Können Sie sagen, wann damit zu rechnen ist?

Klar ist, dass hier bald etwas passieren muss. Es gibt aber noch keinen konkreten Zeitplan. Die Experten im Verteidigungsministerium müssen jetzt die Vorarbeit leisten, bevor die Politik entscheiden kann. Beim Tiger gehe ich aber davon aus, dass eine Entscheidung in diesem Jahr fallen wird. Einige andere wichtige Entscheidungen wurden aber bereits getroffen oder stehen unmittelbar bevor. So zum Beispiel der Kauf von F35-Kampfjets aus den USA oder aber auch die Entscheidung für einen neuen Transporthubschrauber.

Ein weiteres großes Thema neben dem Material ist das Personal. Gibt es derzeit denn überhaupt genug Menschen, die Soldat werden wollen?

Die Bewerberzahlen bei der Bundeswehr steigen wieder – das ist gut. Viele Menschen haben erkannt, dass Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich sind und dass man etwas dafür tun muss, damit sie erhalten bleiben. Trotzdem wird noch mehr Personal benötigt. In Fritzlar brauchen wir beispielsweise Nachwuchs bei Piloten und Mechanikern. (Daniel Seeger)

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