Er soll Cappel abgeben 

"Klaus muss bleiben": Cappeler sammeln Unterschriften für ihren Briefträger

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Wollen unbedingt ihren Briefträger Klaus Abel behalten: von links Hildegard Weiszenburger, Gerhard Weiszenburger und Stefanie Franke senden der Post einen Brief mit gesammelten Unterschriften.

In Cappel herrscht derzeit große Aufregung. Nach knapp 30 Jahren soll Briefträger Klaus Abel aus Werkel seine Zuständigkeit im Ort abgeben.

Das können unter anderem Hildegard Weiszenburger, ihr Ehemann Gerhard und Freundin Stefanie Franke nicht fassen. Für sie steht fest: "Unser Klaus muss bleiben." Um das zu erreichen, haben die Drei Unterschriften gesammelt.

Abel selbst weiß von der Unterstützung noch nichts. „Es soll eine Überraschung sein“, sagt Weiszenburger. Seit Jahrzehnten kümmert sich der Werkeler in Cappel und Obermöllrich um die Post. Dass ausgerechnet Cappel nun von einem anderen Briefträger betreut werden soll, bedauert Franke sehr: „Der Klaus weiß genau, wo er die Pakete ablegen muss, wenn wir mal nicht Zuhause sind. Ihm ist völlig klar, welcher Nachbar, für wen im Abwesenheitsfall die Post annimmt“. Kurzum: Abel kenne Cappel wie seine Westentasche. Den meisten im Dorf sei durchaus bewusst: Das ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr.

"Klaus hat für jeden ein freundliches Ohr übrig"

Und da sei noch so viel mehr, sagt Franke. „Egal wie viel er zu tun hat, Klaus hat immer ein freundliches Wort für jeden übrig.“ Dass Abels künftiger Zuständigkeitsbereich neben Obermöllrich ebenfalls wohnortnah sein wird, ist für die Cappelerin kaum ein Trost. Viel zu sehr sei die ganze Zeit zu spüren gewesen, wie viel Spaß ihm sein Job vor Ort macht.

Durch die Unterschriftenaktion wollen die Dorfbewohner nun ein Zeichen setzen. Mit einem Klappbrett in der Hand ist Franke deshalb nach Feierabend von Haustür zu Haustür gezogen: „Die meisten haben sofort unterschrieben. Klaus ist eben im ganzen Ort beliebt.“ Ohnehin engagiere sich Abel ständig über seinen eigentlichen Tätigkeitsbereich hinaus. 

„Er lässt mich zum Beispiel kein schweres Paket selbst ins Haus tragen“, erzählt Franke. Für ihn sei ganz klar, dass er den Karton bis in die Wohnung trägt. „Bei ihm geht eben nicht immer alles nur Zack Zack.“ Die schriftliche Bitte, Abel weiterhin in Cappel zu beschäftigen, sowie die insgesamt etwa 150 Unterschriften haben Franke und das Ehepaar Weiszenburger in der vergangenen Woche an die Deutsche Post AG geschickt. Für ihren Briefträger lohne sich der Aufwand, da sind sich alle einig. Auf die Antwort sind sie schon sehr gespannt. „Vor allem geht es uns aber um das Zeichen“, sagt Franke.

Das sagt die Deutsche Post 

Das Engagement der Cappeler für ihren Briefträger Klaus Abel findet auch Thomas Kutsch, Pressesprecher der Deutschen Post, sehr beeindruckend: „Ohne Frage entsteht Qualität im Job vor allem dort, wo jemand seit vielen Jahren tätig ist.“ Das sei auch der Deutschen Post bewusst. Zustellbereiche und Sendungsmengen befinden sich allerdings im stetigen Wandel. „Auch Zeitanteile verändern sich dementsprechend“, erklärt Kutsch. 

Dies sei auch die Begründung für die Veränderung von Abels Tätigkeit. „Niemand hat eine Garantie, sein Leben lang in demselben Ort zu arbeiten“, so der Pressesprecher. Da Abel Obermöllrich weiterhin übernehmen wird, könne er sich aber darauf verlassen, dass auch der neue zusätzliche Ortsteil für ihn gut zu erreichen ist. Wer künftig in Cappel Post verteilt, dazu hat Kutsch noch keine Angaben gemacht.

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