Längere Wartezeiten für Kunden

Chip-Mangel betrifft auch Küchengeräte

Blick auf eine Küchenzeile mit Herd, Dunstabzugshaube, Küchenschränken und Utensilien.
+
Wer gegenwärtig eine Küche bestellt oder Küchengeräte ersetzen will, muss sich auf längere Wartezeiten gefasst machen. (Symbolbild)

Wer eine Küche bestellt oder Küchengeräte ersetzen will, muss sich auf längere Wartezeiten gefasst machen. Der Grund: Es fehlen wichtige elektronische Bestandteile.

Schwalm-Eder/Kassel – Die Autobauer traf es als Erste: Der stockende Nachschub an Halbleitern ließ ihre Produktion stottern. Auch das Volkswagenwerk Kassel in Baunatal hat seine Komponenten-Fertigung zurzeit zurückgefahren. Inzwischen hat der Mangel an wichtigen elektronischen Bauteilen immer mehr Branchen erfasst – und ist im Alltag der Verbraucher angekommen.

Sogar am heimischen Herd: Wer gegenwärtig eine Küche bestellt oder Küchengeräte ersetzen will, muss sich auf längere Wartezeiten gefasst machen. Die Lieferschwierigkeiten betreffen sämtliche Hersteller von Küchen-Elektrogeräten, sagt Martin Schneider, Disponent von „KüchenTreff“ in Homberg. Habe man früher eine Woche auf ein Gerät warten müssen, seien es nun fünf bis zehn Wochen.

Engpässe bei Küchengeräten: Backöfen sind so gut wie nicht lieferbar

„Angefangen hat es mit Lieferproblemen bei den wasserführenden Geräten, derzeit sind Backöfen so gut wie nicht lieferbar“, sagt er. Händlern und Kunden werde viel Geduld abverlangt. Eine schnelle Besserung erwartet er nicht: „Es gibt von den Herstellern keine Angaben darüber, ob und wann sich das ändert.“

„Produktionskapazitäten sind beeinträchtigt, und Lieferketten sind gestört“, beschreibt der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie die Lage der Branche. Als Folge der Pandemie seien Transportkapazitäten von Asien nach Europa knapp. Küchengeräte werden zwar auch in Deutschland gefertigt, die Bauteile kommen aber aus der ganzen Welt.

Chip-Mangel mit weitreichenden Folgen

Doch besonders Computer-Chips sind knapp. Während des Lockdowns war die Nachfrage nach Geräten gestiegen, in denen Halbleiter stecken. Beschäftigte im Homeoffice rüsteten mit Laptops, Monitoren und Computern auf. Wo Urlaubspläne platzten, gaben Verbraucher das Geld für Elektrogeräte oder Unterhaltungselektronik aus.

Insgesamt 47,5 Milliarden Euro ließen sie sich im vergangenen Jahr Produkte der Heimelektronik – vom Fernseher bis zum Toaster – kosten, rechnete die Gesellschaft zur Förderung der Unterhaltungselektronik (gfu) aus. Das waren 11,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Chip-Hersteller, selbst durch die Pandemie beeinträchtigt, hielten mit der Nachfrage nicht Schritt. Auch bei ihnen rissen Lieferketten, stand die Fertigung zeitweise still. Der Engpass werde weit über 2021 hinaus anhalten, sagen Experten voraus. Ein weiteres Problem: Für die Maschinen, die die Halbleiter herstellen – fehlen Chips. (Barbara Will, Maja Yüce und Theresa Nowak)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.