Persönliche Lösung stärkt Psyche

Einkaufswagen als Keimschleudern? Fritzlarerin umwickelt Griffe mit Küchenrolle

Gut umwickelt und so besser geschützt? Für eine Fritzlarerin sind Einkaufswagen Keimschleudern. Sie umwickelt die Griffe der Wagen mit Küchenrolle.
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Gut umwickelt und so besser geschützt? Für eine Fritzlarerin sind Einkaufswagen Keimschleudern. Sie umwickelt die Griffe der Wagen mit Küchenrolle.

Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Gut umwickelt und so besser geschützt? Für eine Fritzlarerin sind Einkaufswagen Keimschleudern. Sie umwickelt die Griffe der Wagen mit Küchenrolle.

  • Das Coronavirus breitet sich im Schwalm-Eder-Kreis weiter aus 
  • Um ein Geschäft zu betreten, muss jeder derzeit einen Einkaufswagen verwenden
  • Diese Regel stößt bei einigen Kunden auf Unverständnis

Fritzlar - Um die nötigen Coronavirus-Abstandsregeln ein- und die Zahl der Kunden im Geschäft begrenzt zu halten, ist der Einkaufswagen im Lebensmittelladen derzeit ein Muss. Doch nicht bei allen Kunden stößt dies auf Verständnis. Für Ulrike Würfel aus Fritzlar im Schwalm-Eder-Kreis sind diese nur Eines: Keimschleudern.

Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Einkaufswagen sind Keimschleudern

„Ich habe mich schon immer davor gescheut, einen Wagen zu nehmen, den schon zig Kunden vor mir angefasst haben“, sagt Ulrike Würfel. Der Grund: Die Drahtwagen gehen durch viele Hände. In Zeiten wie diesen findet sie die Regel erst recht nicht nachvollziehbar: „Für mich sind die Einkaufswagen Keimschleudern“, so die gelernte Krankenschwester.

Doch zurzeit kommt niemand darum herum beim Einkaufen zum Wagen zu greifen. Wenn nicht sogar – wie in vielen Märkten jetzt üblich – Türsteher dafür abgestellt sind, darauf zu achten, dass Kunden nur mit Einkaufswagen Eintritt bekommen, so weist zumindest ein Schild vor jeder Ladentür auf die neue Regelung hin. Mitunter bleibt es auch nicht nur bei freundlichen Hinweisen, wie Ulrike Würfel selbst zu spüren bekam, nachdem sie sich weigerte, einen Wagen zu nutzen.

Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Mit Küchenrolle vor Bakterien schützen

„Doch ich habe jetzt eine Lösung für mich gefunden“, so die Fritzlarerin, die dies auch anderen Kunden ans Herz legen möchte: „Wickeln Sie eine Lage Küchenrolle um den Griff des Einkaufswagens, mit etwas Tesafilm fixiert“, rät die 62-Jährige. Für sie sind Handschuhe, wie sie viele Kunden beim Einkaufen tragen, auch keine Lösung – „wenn man mit den Handschuhen den Griff und die Lebensmittel anfasst, überträgt man ja auch die Keime vom Griff auf Obst, Gemüse oder andere unverpackte Ware“. Das Papier der Küchenrolle könne problemlos nach dem Einkauf wieder entfernt und entsorgt werden, „und man muss nicht jedes Mal den Griff desinfizieren“, so die Fritzlarerin. Die Einkaufsläden sollten den Kunden entsprechende Küchenrolle zur Verfügung stellen, so ihr Vorschlag.

Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Das sagt der Mediziner

Dr. Christian Schmidt-Weigand (Jesberg) bestätigt die Kritik von Ulrike Würfel, dass der Effekt von Handschuhen beim Einkaufen fragwürdig sei. Der Facharzt für Allgemeinmedizin hält das Risiko einer Ansteckung über mögliche Coronaviren auf Oberflächen jedoch für „gnadenlos überschätzt“. Entscheidend für die Gefahr einer Ansteckung sei der Kontakt mit Infizierten, die Gefahr durch Kontakt mit Gegenständen sei hingegen „sehr, sehr gering“.

Am Effektivsten sei es, sich nach dem Einkauf selbst die Hände zu desinfizieren. „Zu hundert Prozent schützen kann man sich jedoch nicht, sonst kommt man irgendwann an einen Punkt, an dem man gar nicht mehr einkaufen geht.“

Küchenrolle, Handschuhe, Desinfektion – egal welche Schutzmaßnahmen, „wenn jemand für sich persönlich eine Lösung gefunden hat, würde ich dies immer befürworten“, sagt Schmidt-Weigand. Denn die psychologische Dimension sei nicht zu unterschätzen: „Die Erkenntnis oh, ich kann da etwas machen“ könne die Psyche stärken. Und: Auch das individuelle Wohlbefinden – und damit schließlich auch das eigene Immunsystem, erklärt Dr. Christian Schmidt-Weigand.

Weitere Neuigkeiten rund um den Coronavirus im Schwalm-Eder-Kreis sind im News-Ticker zu finden. 

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