Hospital zum Heiligen Geist 

Schutz vor Corona: Schwangere müssen ohne Partner in den Kreißsaal

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Werdende Mütter müssen im Fritzlarer Hospital ohne ihren Partner in den Kreißsaal

Das Coronavirus macht auch vor dem Kreißsaal nicht halt. Deshalb müssen Schwangere im Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar ab sofort ohne ihren Partner gebären.

  • Corona führt zu immer mehr Einschränkungen in allen Lebensbereichen
  • Davon sind nun auch Schwangere betroffen
  • Frauen, die im Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar ihr Kind auf die Welt bringen wollen, müssen das nun ohne ihren Partner durchziehen

Schwangere Frauen müssen im Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar in Nordhessen ohne ihren Partner gebären. Denn werdende Väter – und sonstige Begleitpersonen – dürfen in dem Krankenhaus wegen Corona nicht mehr bei Geburten dabei sein.

Eine Entscheidung, die deutschlandweit immer mehr Kliniken treffen. In der Region ist das Hospital in Fritzlar die erste Klinik, die ein Verbot für Väter im Kreißsaal ausspricht, um das Ansteckungsrisiko mit Corona zu minimieren. Auch Besuche auf der Wöchnerinnenstation sind derzeit nicht möglich. 

Fritzlar: Neue Situation wegen Corona ist für viele werdende Eltern belastend

Dass die Einschränkungen wegen Corona für viele Paare eine beängstigende und emotional belastende Situation darstellen, ist dem Medizinischen Direktor des Hospitals in Fritzlar in Nordhessen, Dr. Carsten Bismarck, bewusst. „Wir verstehen die Enttäuschung gerade in dieser Situation“, sagt Bismarck.

Aber: „Um weiterhin die Versorgung in der Geburtshilfe zu gewährleisten und unser Team aus Geburtshelfern, Hebammen und Pflegekräften sowie die anderen Patienten zu schützen, mussten wir diese Entscheidung treffen. Wir haben es uns nicht leicht gemacht und es macht uns auch betroffen. Denn die werdenden Eltern sind uns natürlich nicht egal.“ 

Technik hilft Paaren in Fritzlar, trotz der Einschränkungen wegen Corona, den Kontakt zu halten

Doch gerade 20- bis 30-Jährige zählten zu den Massivüberträgern des Coronavirus. „Es geht jetzt ums Ganze“, betont Bismarck die Notwendigkeit des Verbots für Väter in Fritzlar (Nordhessen). Allerdings bestehe die Möglichkeit, vor und nach der Geburt Kontakt zu halten – mit Tablets via Videotelefonie (Skype).

Und: Sollte es eine neue Risikobewertung des Robert-Koch-Instituts geben, werde man in Fritzlar (Nordhessen) entsprechend handeln. „Es ist ein sehr dynamischer Prozess“, sagt Bismarck. 

Corona: Schwalm-Eder-Kreis ist einer der am stärksten betroffenen Landkreise in Hessen

Der Schwalm-Eder-Kreis sei mit 82 nachgewiesenen Corona-Kranken einer der am stärksten betroffenen Landkreise in Hessen. Man kämpfe gegen einen Gegner, dem man derzeit faktisch nicht mehr als die symptomatische Therapie entgegenzusetzen habe.

Gerade auch mit Blick auf Länder wie Italien und Spanien, wo die Rate der Infektionen und Todesfälle beim medizinischen Personal sehr hoch seien, sei es wichtig, frühzeitig zu reagieren.

Von Maja Yüce

Viele Schwangere sind in Sorge, dass wegen des Coronavirus der Partner nicht bei der Geburt dabei sein kann. Auch in den Kliniken in Kassel gibt es Einschränkungen. Wegen Corona hat sich auch die Arbeitsweise von Hebammen geändert. Doch sie stehen Schwangeren weiter zur Seite, trotz Einschränkungen.

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