Hilfe für einen Zirkus und seine Tiere

Wegen Corona: Zirkus Paul Busch sitzt in Fritzlar fest und erlebt Welle der Hilfsbereitschaft

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Trockenes Brot, Kartoffeln und Karotten: Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat, Andrea Kramer (links) und Tina Spehr verfüttern die Spenden an die Kamele des Zirkus Paul Busch, der in Fritzlar festsitzt.

Das Coronavirus macht auch dem Zirkus Paul Busch zu schaffen. Der Zirkus sitzt in Fritzlar fest. Und braucht dringend Futter für seine Tiere.

  • Das Coronavirus breitet sich im Schwalm-Eder-Kreis (Nordhessen) aus.
  • Auch der Zirkus Paul Busch ist davon betroffen, denn sie sitzen in Fritzlar fest.
  • Die neusten Entwicklungen zu Corona in Nordhessen in unserem News-Ticker.

Die Zirkusfamilie um Geschäftsführer Henry Frank wollte am vergangenen Wochenende eigentlich ein Gastspiel in Fritzlar geben – gekommen sind nur etwa ein Dutzend Besucher. Zu viele Menschen hatten Angst sich anzustecken. Die Absagen der Zirkusvorstellungen reißen ein großes Loch in die Kasse. Alle Kommunen, die der Zirkus besuchen wollte, haben Familie Frank eine Absage erteilt. In Fritzlar dürfen sie nun bleiben.

Neben den fehlenden Einnahmen aus den Vorstellungen steht der Zirkus nun vor einem noch viel größeren Problem: 31 Tiere müssen mit Futter versorgt werden. Und das täglich. Viele Menschen aus der Region unterstützen Familie Frank und ihre Tiere: Sie bringen neben Geldspenden auch Futterspenden auf den Festplatz in der Ederau.

Coronavirus in Nordhessen: Hilfsbereitschaft für den Zirkus

So überreichten etwa Tina Spehr aus dem Waberner Ortsteil Zennern und Andrea Kramer an Henry Frank einen Umschlag. Andrea Kramer hatte auch zwei Tragetaschen voll mit altem Brot dabei. Bürgermeister Hartmut Spogat rückte mit zwei Säcken Kartoffeln an.

Diese Gabe ließen sich die riesigen Kamele direkt schmecken. Auf ihrem Speiseplan stand außerdem eine große Portion Karotten, die mitfühlende Menschen aus Fritzlar und Umgebung am Festplatz abgegeben hatten.

Auch im sozialen Netzwerk Facebook melden sich immer mehr Menschen, die den Zirkus unterstützen möchten, der wegen der Coronakrise in Fritzlar festsitzt. Da werden Rundballen Heu und Stroh angeboten sowie Lebensmittel für die Zirkusfamilie.

Corona in Nordhessen: Auch Stat Fritzlar hilft Zirkus

Die Stadt Fritzlar leistet ihren ganz eigenen Beitrag zur Unterstützung: So verzichtet sie etwa auf die Standgebühren und übernimmt die Kosten für das Wasser. Auch die Hälfte der vom Zirkus gezahlten Kaution wird nach der Abreise zurückgezahlt, berichtet Bürgermeister Hartmut Spogat.

Er appelliert an die Menschen in Fritzlar und der Region, die Zirkusfamilie und ihre Tiere zu unterstützen. Das Zirkusgewerbe stehe für eine alte und beliebte Kultur – insbesondere für Kinder. Es leide stark unter den fehlenden Zuschauern. Nächstenliebe und Solidarität seien in dieser Zeit das oberste Gebot, sagt Spogat.

Bis der Zirkus Busch wieder aus der Dom- und Kaiserstadt abreisen kann, sind Familie Frank und ihre Tiere allerdings weiter auf Hilfe angewiesen. Sie seien für jegliche Unterstützung dankbar, sagt Henry Frank. Nach der Zwangspause will sich der Zirkus deshalb mit einer Abschiedsvorstellung bei allen Helfern und Unterstützern bedanken.

Wer die Familie und den Zirkus unterstützen möchte, kann sich bei Henry Frank melden. Er ist erreichbar unter Tel. 01 57 / 57 82 34 51, E-Mails bitte an frank.arena.henry95@gmail.com schicken.

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