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„Impfen statt Schimpfen“: Demo gegen Corona-„Spaziergänger“ in Fritzlar

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Von: Daniel Seeger

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Laura Brüchle, stellvertretende Vorsitzende der Jusos Schwalm-Eder bei einem Redebeitrag auf dem Marktplatz in Fritzlar. Im Hintergrund einige Banner und Schilder.
Machte in ihrem Redebeitrag auf das Leid aufmerksam, das Corona verursacht: Laura Brüchle, stellvertretende Vorsitzende der Jusos Schwalm-Eder. © Daniel Seeger

Etwa 230 Menschen versammeln sich in Fritzlar auf dem Markplatz. Sie demonstrieren gegen die „Spaziergänge“ der Corona-Gegner.

Fritzlar – Es war ein Protest gegen den Protest: Ein Bündnis aus Jusos Schwalm-Eder, Grüne Jugend Schwalm-Eder und Fridays for Future Fritzlar hatte für Montagabend (24.01.2022) zur Demonstration gegen die „Spaziergänge“ der Corona-Gegner auf dem Fritzlarer Marktplatz aufgerufen.

Rund 230 Menschen folgten dem Aufruf. Die Polizei sicherte den Marktplatz mit rund 20 Einsatzkräften ab. Vereinzelt wurden Menschen an den Zugängen kontrolliert. Nur eine Handvoll Personen, die den Äußerungen nach den „Spaziergängern“ zuzuordnen waren, fanden sich auf der anderen Seite des Marktplatzes ein. Nach HNA-Informationen gab es unter den „Spaziergängern“ im Vorfeld Überlegungen, auf den Domplatz auszuweichen oder sich außerhalb der Stadt zu treffen.

„Im Moment beanspruchen vor allem die Corona-Leugner die öffentliche Bühne“, sagte Thorben Utpatel, Sprecher der Grünen Jugend Schwalm-Eder im HNA-Gespräch. Besonders in Fritzlar sei diese Bewegung stark, daher habe man sich auch dazu entscheiden, dort zu demonstrieren.

Zwei Frauen halten bei einem Protest auf dem Fritzlarer Marktplatz gegen die Spaziergänger Pappschilder mit Slogans vor sich.
Mit Schildern machten Teilnehmer des Protests auf ihre Postion aufmerksam. © Daniel Seeger

Demo in Fritzlar: Teilnehmer betonten die Bedeutung von Solidarität im Kampf gegen Corona

Auf Bannern und Schildern mit Aufschriften wie „Nachdenken statt Querdenken“, „Masken auf – Nazis Raus“ oder „Impfen statt Schimpfen“ machten viele Teilnehmer ihre Positionen deutlich. Der Tenor der insgesamt fünf Redebeiträge: Nur mit Solidarität komme man aus der Pandemie. „Freiheit ohne Solidarität ist Egoismus und den erleben wir in den letzten Monaten in einem erschreckenden Ausmaß“, sagte Klaus Bölling von den Homberger Grünen. Der Krankenpfleger und Asklepios-Betriebsrat berichtete von Anfeindungen aus dem Querdenker-Milieu, die er und seine Kollegen immer wieder erleben müssten.

Klaus Böllig steht bei der Demo gegen die Spaziergänger auf dem Marktplatz in Fritzlar. Im Hintergrund sind Banner und weitere Menschen zu sehen.
Klaus Bölling von den Homberger Grünen betonte, dass Solidarität der Schlüssel zur Bekämpfung der Pandemie sei. © Daniel Seeger

Laura Brüchle von den Jusos Schwalm-Eder machte in ihrem Redebeitrag auf das Leid aufmerksam, das durch Corona verursacht wird. Sie wandte sich direkt an die Teilnehmer der Spaziergänge und fragte: „Wollt ihr wirklich gemeinsam mit Rechtspopulisten und AfD-Leuten auf die Straße gehen?“

Die Spaziergänger könnten in der kommenden Woche wieder die Mehrheit auf dem Fritzlarer Marktplatz stellen. Laut den Veranstaltern ist vorerst keine weitere Gegendemo geplant. (Daniel Seeger)

Immer wieder gibt es „Spaziergänge“ von Corona-Gegnern in Nordhessen. Hunderte marschierten unter anderem durch Korbach, Frankenberg und Bad Wildungen.

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