Domstadt ist „ultimatives Ziel“

Lonely Planet: Fritzlar gehört zu den 200 beliebtesten Reisezielen in Deutschland

Das Fachwerk auf dem Fritzlarer Marktplatz hat die Redaktion von Lonely Planet überzeugt. Die Domstadt gehört zu den beliebtesten Reisezielen Deutschlands.
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Das Fachwerk auf dem Fritzlarer Marktplatz hat die Redaktion von Lonely Planet überzeugt. Die Domstadt gehört zu den beliebtesten Reisezielen Deutschlands.

Neben der Elbphilharmonie, dem Schloss Neuschwanstein und der Zugspitze kann sich Fritzlar offensichtlich sehen lassen – und zwar bundesweit. Die Domstadt ist nämlich Teil der neuen Ausgabe des Reiseführers Lonely Planet, der Deutschlands schönste Sehenswürdigkeiten präsentiert.

Unter den 250 „ultimativen Reisezielen“ in Deutschland zwischen Alpen und Meer ist Fritzlar auf Platz 169 gelandet. Und es ist nicht das einzige Ziel im Schwalm-Eder-Kreis. Auch die Schwalm wird auf Platz 196 als idyllisches Flüsschen beschrieben. Einen Besuch wert sei auch die historische Altstadt von Treysa mit Marktplatz, historischem Rathaus und Johannisbrunnen. Das Lob für Fritzlar fällt nicht zu knapp aus. So wird die Domstadt auf einer Seite als „Feuerwerk des Fachwerks“ bezeichnet. Langweile komme bei einem Besuch nicht auf, heißt es weiter. Fritzlars historische Vergangenheit inklusive Bonifatius und Domschatz würden das „Städtchen zu einem Juwel an der Deutschen Fachwerkstraße“ machen.

Andrea Wurth ist Leiterin der Produktentwicklung Illustrated Books und Reiseliteratur beim Mairdumont-Verlag und erklärt, worauf es bei der Auswahl der Ziele ankommt. „Wir versuchen, ein möglichst vielfältiges Bild von Deutschland zu liefern.“ Zahlreiche Autoren, die sich in der Bundesrepublik gut auskennen, würden die Ziele auswählen und eine Rangliste festlegen. „Es war uns wichtig, nicht nur die ewigen Klassiker zu nehmen“, sagt Wurth. Den 1. Platz bei dieser Ausgabe hat sich die Stadt Leipzig gesichert. Auf Platz 2 und 3 folgen dann der Bodensee und die Hamburger Elbphilharmonie. „Vor allem die ersten zehn Plätze müssen natürlich tolle Ziele sein“, sagt Wurth.

Bürgermeister Hartmut Spogat freut sich darüber, dass Fritzlar über die Grenzen des Landkreises hinweg bekannt ist: „Ich frage immer wieder bei Gästen nach, wie sie auf uns aufmerksam geworden sind.“ Was die Touristen locke, seien die malerischen Gassen mit gut erhaltener mittelalterlicher Architektur sowie das gastronomische Angebot.
Dass Fritzlar Gäste aus ganz Deutschland anlockt, ist im Schwalm-Eder-Kreis längst bekannt. Vor allem in der Domstadt selbst sind die Menschen stolz darauf, dass ihre Heimat ein Touristenmagnet ist. Fünf Gründe, warum Fritzlar mit vielen Sehenswürdigkeiten in der Bundesrepublik mithalten kann.

Fünf Gründe, warum Fritzlar ein beliebtes Ziel ist

1. Die Geschichte: Der historische Ursprung der Dom- und Kaiserstadt liegt im 8. Jahrhundert und prägt Fritzlar bis heute. Bürgermeister Hartmut Spogat sagt: „Beim Rundgang durch die historische Altstadt erlebt der Besucher förmlich die Historie, die sich in der Stadt abgespielt hat – das Zusammentreffen von Kaiser und Königen sozusagen.“

Der Dom zählt zu den bedeutendsten Baudenkmälern in Nordhessen und geht auf den Heiligen Bonifatius zurück. Im neu eröffneten Dommuseum können Besucher der Geschichte der Stadt – vor allem mit ihren katholischen Eckpfeilern – auf den Grund gehen. Fritzlars Historie lockt die Touristen. Diese Reise in die Vergangenheit ist ein maßgeblicher Grund, warum die Stadt so beliebt ist.

2. Der Marktplatz: Fritzlars Marktplatz ist schön, schöner, am schönsten. Er lädt einfach zum Verweilen ein.

Der Rolandsbrunnen in der Mitte, die vielen kleinen Geschäfte und die Außengastronomie drumherum – vor allem beim Wochenmarkt an jedem Mittwoch und Samstag herrscht reges Treiben umrahmt von den faszinierenden, farbenprächtigen und nicht immer ganz gerade stehenden Fachwerkhäusern. Dort trifft man sich, Autoverkehr gibt es keinen. Lauschig ist da wohl das treffendste Wort.

3. Das Fachwerk: Ein bisschen wirkt die Innenstadt wie eine kleine heile Welt für sich. Das bestätigt auch Manfred Ochs von der Stadtführergilde: „Hoch über dem Edertal gelegen bietet die Stadt mit der beeindruckenden Befestigungsarchitektur einen geradezu unversehrten Anblick.“ Vor allem das Fachwerk leistet einen großen Beitrag.

Das Spitzenhäuschen mit seinem außergewöhnlichen und im wahrsten Sinne des Wortes schrägen Aussehen ist nur eines dieser Beispiele. Die Blicke ziehen aber unter anderem auch das Hochzeitshaus, das ehemalige Hotel zur Spitze, das HNA-Haus und viele weitere schmucke Häuschen auf sich.

4. Die Vorfreude auf 2024: Der Hessentag wird zwar erst 2024 gefeiert, doch schon jetzt spürt man die Vorfreude in Fritzlar. Künstler, Aktionen, Sanierungen in nächster Zeit: Schon im Vorfeld wird sich der Ort im Ausnahmezustand befinden. Der Hessentag macht jede Stadt,

die den Zuschlag bekommt, zu einem Magneten für die Menschen. In Fritzlar wird dies nicht anders sein. Mit der Ausnahme, dass Fritzlar schon vorher ein Besuchermagnet war und danach vermutlich noch mehr sein wird.

5. Das Lebensgefühl: Natürlich ist es toll, dass der Reiseführer „Lonely Planet“ Fritzlar als „ultimatives Ziel“ entdeckt hat. Die Fritzlarer selbst dürfte dies natürlich freuen, aber nicht gerade sehr überraschen.

Eins ist klar, zum Selbstverständnis von Fritzlar gehört auch eine gehörige Portion Selbstbewusstsein. Die Menschen der Dom- und Kaiserstadt wissen schon längst, dass ihre Stadt ein echter Schatz ist, das macht das Lebensgefühl dort aus. Es ist einfach schön, in Fritzlar zu bummeln, zu arbeiten und erst recht, dort zu leben. Und das gibt es mit dem Urteil des Reiseführers nun auch noch schwarz auf weiß. (Daria Neu und Maja Yüce)

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