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Diesel-Diebstahl nimmt zu: Deutlicher Anstieg im Kreisteil Fritzlar-Homberg

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Von: Maja Yüce

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Der Diesel-Diebstahl nahm in den vergangenen Wochen im Kreisteil Fritzlar-Homberg zu. (Symbolfoto)
Der Diesel-Diebstahl nahm in den vergangenen Wochen im Kreisteil Fritzlar-Homberg zu. (Symbolfoto) © Friso Gentsch/dpa

Der Diebstahl von Diesel hat in den vergangenen Wochen rapide zugenommen.

Fritzlar-Homberg – Seit dem starken Anstieg der Preise für Benzin und Heizöl ist im Schwalm-Eder-Kreis insbesondere im Kreisteil Fritzlar-Homberg die Kriminalität gestiegen: Seit einigen Wochen würden vermehrt Fälle von Kraftstoffdiebstahl registriert, sagt Markus Brettschneider, Pressesprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder.

Dabei werden die Diebe immer dreister: So wurde zuletzt am vergangenen Wochenende in Holzhausen/Hahn aus sechs Lastern, die auf einem Firmengelände in der Straße „Lange Heideteile“ geparkt waren, 1000 Liter Dieselkraftstoff gestohlen. Und: Aus Baumaschinen, die an einer Baustelle zwischen Gudensberg und Maden abgestellt waren, wurden im gleichen Zeitraum 650 Liter Kraftstoff abgezapft (HNA berichtete). Wie die bislang unbekannten Täter ihre Beute abtransportierten, steht noch nicht fest, so Brettschneider.

Noch unklar, ob mehrere Täter oder ein Einzeltäter unterwegs ist

In den vergangenen Wochen gab es zudem Kraftstoff-Klau aus einer Zugmaschine in Fritzlar (300 Liter), aus einer Baumaschine in Obermöllrich (100 Liter) und bereits schon einmal aus abgestellten Lastern in Holzhausen/Hahn (1000 Liter).

Unklar sei, so Brettschneider, ob es sich um eine Täterbande oder um Einzeltäter handele. Ebenfalls unklar sei, ob die Diebe den Kraftstoff zu privaten Zwecken nutzten oder aber, ob professionelle Täter am Werk seien, die Diesel stehlen, um ihn dann zu verkaufen.

Ein Grund könnte sein, dass der Kreisteil dicht an Kassel liege, wo die Polizei ebenfalls einen Anstieg von Kraftstoffdiebstahl meldet

Oft seien es Lastwagen-Parkplätze oder Baustellenfahrzeuge, auf die es die Kraftstoffdiebe abgesehen haben. Dabei kommen sie vergleichsweise leicht an ihre Beute. „Selbst wenn ein Tankdeckel verschlossen ist, stellt er kein großes Hindernis dar.“ Die Sachschäden an den Fahrzeugen seien somit auch nicht hoch. Der Schaden durch den Diebstahl lasse sich mit den aktuellen Spritpreisen ermitteln und lag bislang bei den Taten zwischen 600 und 2000 Euro.

Warum die Fallzahlen gerade im Nordkreis stark angestiegen sind, darüber könne man nur mutmaßen, so der Polizeisprecher. Ein Grund könne sein, dass der Kreisteil dicht an Kassel liege, wo die Polizei ebenfalls einen Anstieg von Kraftstoffdiebstahl meldet. Um den Tätern das Handwerk zu legen, sei die Polizei auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen: „Wer abends, nachts oder an Wochenenden an Baustellen oder auf Parkplätzen von Fuhrunternehmen etwas Auffälliges bemerkt, sollte sich bei der Polizei melden“, sagt Brettschneider. (Maja Yüce)

Preise steigen stärker als während Ölkrisen

Die Preissteigerung an der Zapfsäule ist vergleichbar mit früheren Krisen, der Anstieg sei aber noch nie so stark wie vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs gewesen, so eine Analyse des Statistischen Bundesamtes zur Preisentwicklung in den vergangenen 50 Jahren. Die Preise stiegen zuletzt stärker (durchschnittlich 41,9 Prozent mehr für Superbenzin und 62,6 Prozent für Diesel), als während der Ölkrisen 1973/1974 und 1979/1980 sowie der Finanzmarktkrise 2008/2009. 

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