Dorferneuerung Züschen: Multifunktionshaus geplant

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Im Mittelpunkt der Diskussion: Der ehemalige Ratskeller in Züschen könnte ein Multifunktionshaus werden.

Züschen. Es ist der größte Fritzlarer Stadtteil und der einzige ohne Dorfgemeinschaftshaus: Züschen. Das könnte sich mit der Dorferneuerung ändern.

Zwei Gebäude könnten zum Multifunktionshaus umgenutzt werden. In der Diskussion steht zum einen der ehemalige Ratskeller, zum anderen das evangelische Gemeindehaus. Die Planungen sind Thema in der Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag.

Der Ratskeller 

Diese Variante wünscht sich der Ortsbeirat mehrheitlich, erklärt Bürgermeister Hartmut Spogat. Das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert steht leer. Versuche, es zu verkaufen, waren in der Vergangenheit an hohen Investitionskosten gescheitert. „Je nach Nutzung kostet die Instandsetzung zwischen 800 000 und 1 Million Euro“, sagt Spogat. Für den Umbau zum Multifunktionshaus seien laut groben Schätzungen 900 000 Euro zu veranschlagen. So fehlen etwa Rettungswege und ein Fahrstuhl. Zudem gibt es einen allgemeinen Sanierungsstau beim Fachwerk und Dach. Der Ratskeller bietet im Vergleich zum Gemeindehaus weniger Platz. Der Saal mit Ausschank ist beispielsweise 55 Quadratmeter groß.

Das Gemeindehaus

Bisher nutzen Vereine das evangelische Gemeindehaus. Es bietet mehr Platz als der Ratskeller. Insgesamt stehen mehr als 130 Quadratmeter zur Verfügung. Es gibt Parkplätze, das Haus ist barrierefrei zugänglich. Es fehlen jedoch behindertengerechte Toiletten sowie ein zweiter Notausgang. Die Investitionskosten wären geringer, allerdings müsste das Gemeindehaus von der Kirchengemeinde gekauft werden. Die Finanzen

„Es ist eine politische Entscheidung“, sagt Bürgermeister Spogat zur Abstimmung in der Versammlung. Das Thema Multifunktionshaus würde sehr emotional diskutiert. Zu beachten seien die finanziellen Möglichkeiten. Insgesamt 1,5 Millionen Euro stehen Fritzlar in der Dorfentwicklung zur Verfügung.

Wenn die Entscheidung für den Ratskeller fällt, sei der Topf schon „sehr geschmälert“. Zudem sei unklar, ob der Ratskeller eine Förderzusage vom Landkreis als zuständige Behörde bekommt. Es gibt schließlich schon das Gemeindehaus, warum sollte dann der Ratskeller aufwendig saniert werden. Ausbau U3-Betreuung

In der Sitzung beraten die Stadtverordneten auch über die energetische und bauliche Sanierung der Dorfgemeinschaftshäuser in Geismar und Ungedanken. Die Steuerungsgruppe für die Dorfentwicklung hat sich damit beschäftigt. Demnach hätten Häuser mit einem angeschlossenen Kindergarten die besten Aussichten auf eine Förderung. In Geismar soll die U3-Betreuung ausgebaut werden. Dafür seien zwei weitere Räume notwendig. Kosten: etwa 400 000 Euro.

In Ungedanken werden die Räume bereits von der Kindertagesstätte genutzt. Es fehlen ein zweiter Rettungsweg und ein Aufzug. Der Umbau kostet etwa 300 000 Euro. Für beide Vorhaben sei die Zustimmung des Kreises sicher, erklärt Spogat. Wenn der Antrag durchgeht, könnte im Frühjahr gebaut werden.

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