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Dreiunddreißig Mal Kultursommer in Fritzlar: Was das Festival im Festival so besonders macht

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Von: Maja Yüce

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Der Dom als ein Akteur: Bei „Vor dem Dom“ spielt auch das alte Gemäuer eine besondere Rolle.
Der Dom als ein Akteur: Bei „Vor dem Dom“ spielt auch das alte Gemäuer eine besondere Rolle. © Kathrin Buhl

Zum 33. Mal ist der Kultursommer Nordhessen nun schon mit „Vor dem Dom“ zu Gast in Fritzlar.

Fritzlar – Eine Schnapszahl, anhand derer wir deutlich machen, dass das Festival im Festival alles andere als eine Schnapsidee war – eine Erfolgsgeschichte.

D wie Dom: Er war am Donnerstag mehr als ein imposantes Gebäude – er war eine hervorragende Kulisse für die „Breakin’ Mozart“-Show. Immer wieder wechselte das Bühnenlicht und so wurde der Dom zu einem Teil des Spektakels. Somit wertete der Dom auch beim 33. Gastspiel des Kultursommers in Fritzlar die Veranstaltung noch ein wenig mehr auf.

R wie Regie: Christoph Hagel ist nicht nur Regisseur, er ist auch Dirigent, Musikproduzent, Klassik-Echo-Preisträger und er hatte die Idee zu dem Crossover-Projekt – bei dem er Mozarts Werke im Original live am Klavier spielt, bei dem Orchesterversionen und moderner HipHop-Bearbeitungen erklingen (wummernde Technobeats inklusive) und bei dem auch bekannte Koloraturarien der Königin der Nacht aus der Zauberflöte live gesungen werden. Toll!

E wie eingeweiht: Bürgermeister Hartmut Spogat weihte das Publikum ein: „Fritzlar ist an diesem Wochenende die Kulturhauptstadt Nordhessens“.

I wie Idee: Die Idee zu dem Festival entstand zum 50-jährigen Bestehen der HNA. Mit Erfolg: Seit 1995 haben – hochgerechnet – über 45 000 Zuschauer den Platz zwischen Dom und Rathaus zur Jubelarena gemacht.

U wie Unterhaltung: Die gab es pur beim Auftakt. Mozart wäre vermutlich begeistert gewesen. Bei Ausnahmegenies wie Mozart fragt man sich, was für ein Künstler er wohl wäre, würde er heute und mitten unter uns leben – bestimmt ein rebellischer, frecher, mutiger. So kommt mit dem Crossover-Projekt zusammen, was zusammengehört: Breakdance und Klassik.

N wie Nettigkeit: Es tut gut, wenn man beim Einlass nett begrüßt und angelächelt wird. Wenn Fragen geduldig beantwortet werden und man auch noch ein Programmheft bekommt. Dieser nette Empfang rundet das Gesamterlebnis ab.

D wie DDC: Die Schweinfurter Breakdancer gehören der Dance Floor Destruction Crew (DDC) an. Sie haben bei „Vor dem Dom“ mit ihrer kreativen und atemberaubenden Show für einen besonderen Start des Festivals im Festival gesorgt. Seit zehn Jahren touren sie schon mit „Breakin’ Mozart“ durch die Welt. Toll, dass sie nun auch in Fritzlar waren. Und noch toller wäre es, wenn ihr Crossover-Projekt „Fuck You Wagner“ (seit 2016), auch bald in Fritzlar zu sehen wäre. Vielleicht beim nächsten Kultursommer?

D wie Dankbarkeit: Sie kam an diesem Abend nicht zu kurz. Das Publikum bedankte sich mit viel Applaus bei den Künstlern, die Künstler sich wiederum mit einer Zugabe bei ihnen.

R wie Regen: Den gab es auch – für ein paar Minuten. Kurz vor der Pause ging ein Sommerregen nieder und der tat bei um die 30 Grad gegen 22 Uhr gut.

E wie Elektra: Die Arie der Elektra aus der Oper Idomeneo sang Sopranistin Darlene Ann Dobisch und sorgte für einen Gänsehautmoment mitten im Hochsommer.

I wie Ideenreichtum: Den brachte nicht nur das kreative Ensemble aus Schweinfurt mit, sondern den stellt auch das Kultursommer-Team stets unter Beweis. In Fritzlar gab es bei den 33 „Vor dem Dom“-Festivals oft sehr Überraschendes zu sehen – auch diesmal. Applaus!

S wie Staatspreis: Den bayerischen Staatspreis für Kreativorte habend die Schweinfurter Breakdancer kürzlich erhalten, denn sie sind nicht nur auf der Bühne aktiv. Sie sind weit mehr als Tänzerinnen und Tänzer – sie bilden aus, entwickeln Shows und treten auch in Musikvideos von Stars wie Helene Fischer auf.

S wie Sternenhimmel: Zwar war der Himmel während des Auftakts von „Vor dem Dom“, ab und an auch mal bewölkt, aber immer wieder waren bei einem Blick nach oben auch zig Sterne zu sehen, die das Ambiente an diesem Abend perfektionierten.

I wie Intendantin: Dafür, dass sich Fritzlar geehrt fühlen darf, sorgte Maren Matthes, die Intendantin des Kultursommers. Sie überreichte Fritzlar als einem Lieblingsspielort eine Plakette. Und das will etwas heißen, bei 50 Veranstaltungsorten und 75 Veranstaltungen des Kultursommers Nordhessen allein in diesem Jahr.

G wie Genuss: Den gab es nicht nur kulturell, sondern auch im Weindorf. Dort sorgten Mitglieder des Kulturvereins Fritzlar und Marco Introvigne von der Domlounge wieder für die Versorgung – mit mediterranen Köstlichkeiten, Wein und anderen kühlen Erfrischungen. Ein Genuss! (Maja Yüce)

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