Vater übergibt Druckerei an Tochter

Druckerei De Lange in Fritzlar hat jetzt einen neuen Chef

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Alles bleibt in der Familie: Johannes De Lange hat seiner Tochter Marijke Wagner am 1. Januar offiziell seine Druckerei übergeben.

Die Druckerei De Lange in Fritzlar bleibt in Familienhand: Johannes De Lange hat das Unternehmen in die Hände seiner Tochter Marijke Wagner übergeben.

Schon als achtjähriges Mädchen ist Marijke De Lange fröhlich durch die Druckerei ihres Vaters geflitzt und hat ihm mit ihrer aufgeweckten Art ein stolzes Lächeln ins Gesicht gezaubert. Heute, 22 Jahre später, macht sie ihn erneut mächtig stolz. Doch vieles hat sich verändert. Marijke heißt nun Wagner mit Nachnamen, ist selbst Mutter – und seit 1. Januar Chefin der Druckerei.

„Die Druck- und Farbgerüche sind für mich ein Stück Heimat“, sagt die 30-Jährige. Die Leidenschaft für Layout, Kommunikation und Gestaltung sowie das nötige Selbstvertrauen für eine Leitungsfunktion seien ihr in die Wiege gelegt worden. Ihr Vater sei ihr auf dem beruflichen Weg immer ein guter Ratgeber gewesen. Was sie am meisten schätzt: „Er ist dabei immer Papa geblieben.“

Dass seine Tochter seit dem Jahreswechsel offiziell Inhaberin ist und die Druckerei in Familienhand bleibt, rührt Johannes De Lange. Beim Notartermin sei sogar das eine oder andere Tränchen geflossen. 1992 hatte sich der heute 66-jährige gebürtige Holländer in Fritzlar selbstständig gemacht. „Das war damals nicht leicht“, sagt er. Dass das Unternehmen trotzdem lief und bis heute Wachstum verzeichnet, hätte der Druckermeister nicht gedacht.

Nun kommt frischer Wind in den Laden. Den hat Wagner zuvor in großen Städten geschnuppert – zur Freude ihres Vaters: „Erfahrung von außen ist ganz wichtig. Man muss Neuerungen kennenlernen und Netzwerke knüpfen.“ Wagner arbeitete unter anderem bei der Agentur „sxces Communication“ Kassel und bei der SC-Media-Group in München.

Als Art Director will sie den Familienbetrieb vor allem in Sachen Digitalisierung voranbringen. Und Papa? Der ist ab jetzt Angestellter, jedenfalls auf dem Papier. Denn Wagner weiß ganz genau: An einigen Stellen wird sie noch immer auf seine Erfahrung zurückgreifen. „Ich übernehme hier einen super Betrieb“, betont die 30-Jährige. „Wir sind anders. Wir sind locker, nehmen uns Zeit im Umgang mit den Kunden und bieten das ganze Paket an.“ Das möchte sie bewahren.

Und was will der Vater seiner Tochter noch mit auf den Weg geben? De Langes Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Ehrlichkeit.“ Ein ehrlicher Umgang mit den 900 Kunden sei immer ein guter Wegweiser gewesen. Ansonsten, sagt der 66-Jährige, sei es wichtig, Altbewährtes und Neues in der Druckerei zu mischen. Vater und Tochter sind sich einig: Das wird gut klappen.

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