Ederbrücken-Baustelle:IHK besorgt über Fortschritt

Großbaustelle sorgt für Ärger: Fritzlarer Geschäftsleute klagen über Umsatzrückgänge. Foto: Zerhau

Fritzlar. Es geht an der Dauerbaustelle Ederbrücke in Fritzlar nicht schnell genug voran. Das zumindest ist die Einschätzung der Industrie- und Handelskammer, die sich besorgt über den Ablauf der Bauarbeiten zeigt.

 Denn es häuften sich die Beschwerden Fritzlarer Einzelhändler und IHK-Mitglieder über starke Umsatzeinbrüche in diesem Jahr. Grund dafür sei die schleppende Fertigstellung der Stadteinfahrt über die Ederbrücke und die damit verbundene Beeinträchtigung des Verkehrs innerhalb der Stadt, teilen Karl-Otto Winter, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Schwalm-Eder, und Andreas Fischer, Leiter des Servicezentrums Schwalm-Eder, mit.

Insbesondere der Einzelhandel habe damit zu kämpfen, denn vermehrt blieben Kunden aus den südlichen Bereichen Borken, Wabern, Bad Zwesten und Homberg aus. „Mehrere Betriebe klagen über deutliche Umsatzeinbrüche. Mittlerweile sind schon die ersten Entlassungen von Mitarbeitern geplant“, erklären sie weiter.

Immer weniger Arbeiter

Während der erste Bauabschnitt bis zum Wintereinbruch sehr zügig abgelaufen sei, habe man in den vergangenen Monaten beobachtet, dass die Baustelle mit immer weniger Arbeitern besetzt war. Für die IHK sei daher unverständlich, warum nicht mit dem gleichen Hochdruck durch die beauftragten Firmen die Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes und die Freigabe der Stadteinfahrt über die Ederbrücke durch Hessen-Mobil vorangetrieben wurde.

Viel zu beachten: Carsten Spielmann von Hessen Mobil mit dem Anforderungskatalog für die Baustelle der Ederbrücke.

Auch wenn aus Sicht von Hessen-Mobil der Bauablauf derzeit im Zeitplan liege, halte die IHK es für dringend nötig, die Arbeiten jetzt während der Sommerferien zum Abschluss zu bringen und spätestens Anfang September die Bundesstraße 450 wieder beidseitig für den Verkehr freizugeben. Und weiter: Den geplanten Abschluss der Bauarbeiten bis Mitte Oktober 2015 hinzuziehen, könne so nicht akzeptiert werden. Die umgehende Fertigstellung der Restarbeiten müsse durch erhöhten Arbeitseinsatz auch entgegen einer früher festgelegten großzügigeren Zeitplanung möglich sein. Die IHK bittet Hessen-Mobil daher eindringlich darum, kurzfristig zu handeln.

Das sagen Bürgermeister Spogat und Hessen Mobil

Die Bauarbeiten an der Ederbrücke werden Mitte September und somit etwa vier Wochen früher als ursprünglich angenommen abgeschlossen, erklärt Bürgermeister Hartmut Spogat im HNA-Gespräch. Die Arbeiten seien nicht verschleppt worden, betont er. Im Gegenteil: Die Fachfirmen hätten hervorragende Arbeit geleistet. Der Eindruck, dass an der Baustelle nicht mit Hochdruck gearbeitet worden sei, habe aber entstehen können, fügt Spogat an. Denn gerade in den vergangenen Wochen hätten viele Arbeiten stattgefunden, die man nicht gleich auf den ersten Blick habe erkennen können. Als Beispiel nennt er Kappenarbeiten, die nicht gleich einsehbar waren. Es sei durchgehend an der Baustelle gearbeitet worden, erklärt Horst Sinemus von Hessen Mobil. Allerdings hätten auch materialbedingte Ruhezeiten eingehalten werden müssen und manche Arbeiten habe man nicht parallel erledigen können. Daher seien nicht immer viele Bauarbeiter zu sehen gewesen.

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