Hubschrauber darf bei Hitze nicht fliegen

Einsatz in Mali: Fritzlarer Tiger braucht Sondergenehmigung 

Fritzlar. Das extreme Klima im afrikanischen Mali macht der Bundeswehr zu schaffen: Es ist dort so heiß, dass der Fritzlarer Kampfhubschrauber Tiger eine Sonderfreigabe zum Flug braucht.

Derzeit gilt eine Grenze von 43,26 Grad Celsius. Ist es wärmer, darf der Hubschrauber nicht starten.

Das Limit soll um fünf Grad auf 48,26 Grad angehoben werden. Für Remo Templin-Dahlenburg vom Fritzlarer Kampfhubschrauberregiment 36 handelt es sich bei der Genehmigung jedoch nur um eine Formalie. Sie soll bis zum offiziellen Start der Bundeswehr-Mission am 1. Mai vorliegen. Die Soldaten schließen mit ihrem Einsatz eine Lücke, die durch den Abzug niederländischer Helikopter entsteht. Vier Kampfhubschrauber des Typs Tiger wurden bereits aus Fritzlar nach Gao verlegt. Sie werden zum Schutz der Sanitätshubschrauber eingesetzt und sollen die Rettung verletzter Soldaten der Vereinten Nationen sowie der malischen Armee sicherstellen.

Die Grenze von 43,26 Grad Celsius beruht auf Angaben des Kampfhubschrauber-Herstellers Airbus. „Bis zu dieser Temperatur gibt er die Garantie, dass alles einwandfrei funktioniert“, sagte der Presseoffizier am Mittwoch auf HNA-Anfrage. Es ist nicht das erste Mal, dass die Hubschrauberpiloten eine Sondergenehmigung benötigen. Bereits während des Afghanistan-Einsatzes in den Jahren 2013 und 2014 kam sie zum Tragen. Damals wurde die Grenze ebenfalls um fünf Grad auf 48,26 Grad angehoben. Bei den Flügen sei alles wie geplant verlaufen. „In Afghanistan gab es keine Probleme“, betont Templin-Dahlenburg. Anschließend sei es jedoch versäumt worden, die Ergebnisse in die Vorschriften der Bundeswehr zu übernehmen. Daher müsse erneut eine Sondergenehmigung erteilt werden. Darüber entscheidet die Bundeswehr selbst. Die Einsatzbereitschaft ist laut Templin-Dahlenburg nicht gefährdet.

Hintergrund: Der Kampfhubschrauber Tiger

Der Kampfhubschrauber Tiger war 2013 bis 2014 in Afghanistan im Einsatz, zur Aufklärung, zur Unterstützung von Bodentruppen sowie als Begleitschutz für Transporthubschrauber. Bis Ende Januar hat das Kampfhubschrauberregiment 36 eine Rotte (zwei Maschinen) in Abrufbereitschaft für die European Battle Group gestellt. Sie dienen der schnellen militärischen Krisenreaktion. Seit März sind vier Tiger im westafrikanischen Mali stationiert. Der Tiger-Hubschrauber ist mit zwei Mann besetzt, dem Piloten und dem Kommandanten, der gleichzeitig die Waffen des Hubschraubers einsetzt. Seine Reisegeschwindigkeit beträgt 220 Stundenkilometer. 

Rubriklistenbild: © Zerhau

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