Nach Lungenembolie

Elena feiert ersten Geburtstag nach Schicksalsschlag

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Die Freude war groß: Elena Jahn (Mitte) mit ihrer Mutter und Heinz Huth bei der Spendenübergabe.

Fritzlar/Edertal. Gestern hat die 23-jährige Elena Katharina Jahn ihren ersten Geburtstag gefeiert - in einer Reha-Klinik in Feldafing (Bayern), mit ihrer Mutter Silke Schäfer-Jahn.

Vor einem Jahr landete Elena nach einem Langstreckenflug von Amerika in München. Nur wenige Minuten danach erlitt sie eine Lungenembolie. Seitdem ist sie gelähmt (wir berichteten).

„Elena führt heute ein ganz anderes Leben. Es geht ihr gut. Sie hat einen weiten und beschwerlichen Weg zurückgelegt“, sagt ihre Mutter im HNA-Gespräch. Sie mache kleine Fortschritte und habe wieder mehr Lebensmut. Zuversicht klingt aus der Stimme von Silke Schäfer-Jahn, und aus dem Hintergrund hört man ein leises, zufrieden klingenes „Ja“ von Elena. Die Sprachtherapie zeige langsam aber sicher Wirkung.

Viel Unterstützung hat Elena nach dem ersten HNA-Bericht über ihr Schicksal erfahren. „Es tut gut, dass so viele Menschen für Elena da sind“, sagt ihre Mutter, die in den vergangenen Monaten fast täglich bei ihrer Tochter war. Sie seien voller Dankbarkeit. „Wir sind nicht allein.“ Das gebe Elena Kraft.

Auch finanzielle Unterstützung gab es für Elena. Die Handballerinnen vom SV Germania Fritzlar hatten gemeinsam mit der HSG Bad Wildungen (1. Bundesliga) zu einem Benefizspiel geladen. 550 Menschen kamen, über 4700 Euro kamen zusammen. 2350 davon gingen an Elena. „Das Geld werden wir wohl für den behindertengerechten Umbau unseres Bades verwenden“, sagt die Mutter. Denn das müsse dringend erledigt werden. Wann die Reha in Feldafing abgeschlossen sein wird, stehe noch nicht fest. Auf jeden Fall müsse bis dahin alles für Elena bereit sein.

Zwei Nächte durfte sie an Weihnachten zu Hause verbringen. Endlich wieder in ihrem Zimmer schlafen. Eine wunderbare Zeit sei das gewesen. Da besuchten auch Wolfgang Ziegler und Heinz Huth, Vorsitzender des SV Germania, die Familie in Bergheim, um die Spende zu übergeben. Ergreifend sei die Begegnung gewesen und sehr schön, schildert Ziegler. Elena habe sich riesig gefreut. „Wir haben sie zu einem Handballspiel eingeladen und sie will kommen“, sagt Ziegler und weiß, dass das noch einige Monate dauern wird. Der SV Germania wolle Kontakt zu Elena und ihrer Familie halten. Der Verein bedankt sich bei allen, die die Spendenaktion unterstützt haben. Die zweite Hälfte des Geldes gehe an die Lebenshilfe in Waldeck-Frankenberg. So wollen es die Handballerinnen der HSG.

Neben den Fritzlarer Handballern haben auch ehemalige Schulkameraden aus Oberurff und Bad Wildungen und Freunde Elena unterstützt. Ihre besten Freunde haben sie besucht und auch Spenden gesammelt. Ein Teil des Geldes werde in Elenas Therapie fließen, sagt ihre Mutter.

Mit etwas Glück wird Elena noch im Januar wieder zu Hause sein dürfen - erneut für zwei Nächte. Dann wird wieder ein Geburtstag gefeiert, diesmal der ihrer Mutter.

Von Maja Yüce

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