Coronaschnelltests

Es kitzelt nur kurz in der Nase: Testzentrum im Hardehäuser Hof in Fritzlar geht an den Start

Drei Frauen stehen neben beziehungsweise hinter einem Schild, auf dem „Covid-19-Testzentrum geöffnet“ steht
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Arbeiten im neuen Fritzlarer Testzentrum im Hardehäuser Hof: von links Adrienne Kretschmer, Angela Lenhoff-Frohme und Anna von Mengershausen.

Einfach, unkompliziert und schnell testen lassen - das ist nun auch im neuen Testzentrum im Hardehäuser Hof in Fritzlar möglich. Geöffnet hat es mehrmals pro Woche.

Fritzlar – Wer sich spontan vor dem Einkaufen in der Fritzlarer Innenstadt, vor dem Besuch bei der Oma oder aus anderen Gründen auf das Coronavirus testen lassen will, hat ab heute im Hardehäuser Hof die Möglichkeit dazu – und zwar mehrmals pro Woche.

Heilpraktikerin Angela Lenhoff-Frohme aus Bad Emstal hat gemeinsam mit ihrem Team über den Betreiber Torosec und in Zusammenarbeit mit der Stadt das erste Schnelltestzentrum in Fritzlar aus dem Boden gestampft. „Schnelltests sind ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, nämlich in Richtung Normalität“, sagt die 65-Jährige.

Schnelltestzentrum in Fritzlar: Vorerst drei Tage pro Woche

Selbstverständlich müsse es vor allem in Sachen Impfungen zügig vorangehen, aber zusätzlich seien regelmäßige Testungen dennoch sinnvoll. Viele Jahre war Lenhoff-Frohme in Baunatal und Bad Emstal im Bereich der Naturheilkunde tätig. In der Pandemie hat sie angefangen, sich in Testzentren und Apotheken zu engagieren.

„Irgendwann habe ich in Fritzlar angerufen und erfahren, dass es dort noch gar kein Testzentrum gibt“, erzählt die Heilpraktikerin. Das habe sie ändern wollen. Gesagt, getan – ohnehin wirkt Lenhoff-Frohme wie eine, die einfach anpackt, wo es nötig ist.

Bislang sind sechs Mitarbeiterinnen angestellt, ab Mittwoch, 21. April, 10 Uhr soll es mit dem Testen losgehen. Dann ist zunächst geplant, mittwochs, donnerstags und freitags zu öffnen.

Schnelltestzentrum in Fritzlar: Echter Gewinn für Fritzlar

„Ich denke, dass viele Menschen Interesse an dem Angebot haben.“ An feste Zeiten klammert sich die 65-Jährige ohnehin nicht. „Wenn draußen noch eine lange Schlange steht, obwohl wir schließen wollten, testen wir die natürlich auch noch – ist doch klar.“

Bürgermeister Hartmut Spogat ist froh, dass es in der Domstadt nun endlich ein Testzentrum gibt: „Wir haben lange gesucht, haben mit Ärzten, Apotheken, dem Deutschen Roten Kreuz gesprochen“, so der Rathauschef.

Nur kurz ein bisschen unangenehm: Bürgermeister Hartmut Spogat lässt sich probeweise von Anna von Mengershausen testen.

Am Ende sei es oft an der fehlenden Personalkapazität gescheitert. Nun sei das Angebot endlich da – und das auch noch innenstadtnah. Es sei ein echter Gewinn für Fritzlar.

Schnelltestzentrum in Fritzlar: Ergebnis nach 15 Minuten

Der Testablauf ist laut Lenhoff-Frohme ganz einfach. „Es gibt eine Einbahnstraßenregelung. Die Menschen kommen rein, desinfizieren sich die Hände, können mit genügend Abstand an den Tischen die Formulare ausfüllen und werden dann von einer Mitarbeiterin zum Testen geführt.“

Insgesamt gibt es zwei Plätze. Nach der 15-minütigen Wartezeit, die durchaus draußen an der frischen Luft verbracht werden dürfe, bekomme man das Ergebnis. „Wir rufen die jeweilige Nummer auf, die zu Beginn verteilt wird“, erklärt Lenhoff-Frohme.

Gern würde die 65-Jährige noch zusätzlich zum Testzentrum mit einem mobilen Test-Drive-In zur Verfügung stehen. Wie genau das in Fritzlar aussehen könnte, sei jedoch noch nicht abschließend geklärt.

Schnelltestzentrum in Fritzlar: Kassenärztliche Verenigung übernimmt Kosten

Die Kosten für die Bürgertests werden von der Kassenärztlichen Vereinigung übernommen. Die Stadt Fritzlar stellt nur die Räume. „Wir bieten aber auch Tests für Firmen an“, sagt Lenhoff-Frohme. Diese würden allerdings nicht unter die allen zustehenden Bürgertests fallen.

„Für diejenigen, die kommen wollen, ist es wirklich unkompliziert“, beruhigt die Heilpraktikerin. „Es ist höchstens kurz ein bisschen unangenehm in der Nase“, fügt sie mit einem Augenzwinkern hinzu.

Vorerst ist der Besuch im Hardehäuser Hof ohne vorherige Terminvergabe möglich. Die Öffnungszeiten sind immer mittwochs von 10 bis 17 Uhr und donnerstags und freitags von 10 bis 16 Uhr. Wer zum Testen kommt, muss Ausweis oder Krankenversichertenkarte vorlegen.

Anschließend gibt es eine Bescheinigung über das Testergebnis. Das Testformular, das mitgebracht werden muss, ist auch bei der Stadtverwaltung ausgelegt. Auch unter fritzlar.de kann man es herunterladen oder auch vor Ort direkt im Testzentrum ausfüllen.(Daria Neu)

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