Polizei ermittelt

Explosion am Roten Rain in Fritzlar: Jugendliche melden sich

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Fritzlar. Ein lauter Knall schreckte am Donnerstagabend kurz nach 20 Uhr die Bewohner im Wohngebiet Roter Rain in Fritzlar auf. Offenbar war es zu einer Explosion gekommen.

Aktualisiert am Freitag um 15 Uhr: Die alarmierte Polizei fand in der Folge in dem betroffenen Straßenabschnitt einen zerstörten gelblichen Fünf-Liter-Plastikkanister und einige Streifen sowie geformten Teile aus Aluminiumfolie. Außerdem nahmen die Beamten einen starken Chlorgeruch wahr.

Die aus Aluminiumfolie geformten Teile wurden in einem Umkreis von etwa drei bis vier Metern über den Gehweg und die Straße verteilt. Zu einem Brand der Materialien kam es nicht. Durch die Explosion entstand nach bisherigen Erkenntnissen weder Sach- noch Personenschaden. Mehrere Passanten sowie Anwohner berichteten den ermittelnden Beamten, dass zuvor zwei Jugendliche mit einer Plastiktüte die Straße entlang gelaufen waren.

Der Straßenzug wurde daraufhin mit Trassierband abgesperrt und von einem Sprengstoffermittler untersucht. Die bisherigen Ermittlungen ergaben, dass es sich höchstwahrscheinlich um ein sogenanntes Selbstlaborat, also einen selbst hergestellten Sprengstoff, handelte. Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass durch die zuvor beobachteten Jugendlichen das Selbstlaborat im Feld gezündet werden sollte. Jedoch sei es bereits auf der Straße zu einer chemischen Reaktion gekommen.

Die Jugendlichen wurden wie folgt beschrieben: Beide sind etwa 14 bis 15 Jahre alt, schlank und haben braune Haare. Auffällig ist laut zeugen ein Größenunterschied von etwa 20 bis 30 Zentimetern. Über die Leitstelle wurde auch die Fritzlarer Feuerwehr alarmiert. Nach Rücksprache zwischen Polizei und stellvertretendem Stadtbrandinspektor Rüdiger Hanke brauchte sie nicht tätig zu werden.

Jugendliche meldeten sich

Wie die Polizeidirektion am Freitagnachmittag berichtete, meldeten sich gegen Mittag ein 13- und ein 14-Jähriger aus dem Schwalm-Eder-Kreis bei der Polizeistation in Fritzlar. Sie gaben an, dass sie für das Selbstlaborat und die Explosion verantwortlich seien. Die Ermittlungen hat die Kriminalpolizei in Homberg übernommen, sie sind noch nicht abgeschlossen.

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