Landwirte wollen nächsten Schritt gehen

Forum Landwirtschaft lockt über 200 Besucher

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Gemeinsam für die Zukunft der Landwirtschaft: (von links) Norbert Klapp, Tim Hilgenberg, Elke Pelz-Thaller, Michael Stein, Dr. Lothar Koch und Thomas Preuße.

Dass die Situation der Landwirte in der Region ernst ist, zeigte sich beim Blick in den Saal. Mehr als 200 Menschen, die meisten von ihnen Landwirte, waren am Mittwoch zum Forum Landwirtschaft ins Fritzlarer Haus an der Eder gekommen. Unter dem Motto „Raus aus der Opferrolle - Landwirtschaft hat Zukunft!“ startete die Veranstaltung am Vormittag.

Durch die Demonstrationen gegen das neue Agrarpaket und die Düngeverordnung ist eine Kluft zwischen der Gesellschaft und den Landwirten entstanden. Diese nicht noch weiter zu vergrößern war Anliegen der Vortragenden.

Die erregte Aufmerksamkeit müsse nun genutzt werden, um eine positive Botschaft zu vermitteln. Thomas Preuße, Chefredakteur der DLG-Mitteilungen zeigte dazu Wege auf. „Die Demonstrationen waren bereits ein guter Anfang, aber der zweite Schritt muss nun unmittelbar folgen“, betonte der Experte.

„Es gibt kein wir oder ihr“

Ähnlich sah das Elke Pelz-Thaller. Die Mental- und Persönlichkeitstrainerin und Bäuerin aus Reichertshofen brachte auf humoristische Weise den Gästen nahe, dass ein Umdenken stattfinden müsse. „Es gibt kein wir oder ihr“, betonte sie, viel wichtiger sei, nicht nur auf den eigenen Hof zu schauen, Schnittmengen zu finden und gemeinsam etwas zu bewirken.

Für ihren Vortrag nutzte die Persönlichkeitstrainerin unter anderem Hula-Hoop-Reifen, um die Aussagen zu verbildlichen.

Spaltung der Gesellschaft soll nicht weiter vergrößert werden

Es sei notwendig, eine gute Gesprächskultur zu pflegen und gemeinsam die Herausforderungen anzugehen. Seit 2008 besteht die Veranstaltung, zuerst fand sie noch in Borken statt. „Der Zeitpunkt ist ideal, in den Wintermonaten steht nicht viel Arbeit an, daher freuen wir uns über die zahlreichen Besucher“, sagt Karl-Josef Walmanns vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen.

Die Spaltung der Gesellschaft solle nicht weiter vergrößert werden, wichtiger sei es laut Preuße, Lösungsansätze von Kritikern nicht direkt als dumm zu bezeichnen, sondern gemeinsam einen Weg zu finden. „Wir müssen uns überlegen was eigentlich die Botschaft sein soll“, stellte Thomas Preuße im Hinblick auf die zahlreichen Demonstrationen fest. Die grünen Kreuze, die auf einigen Feldern ohne jegliche Erklärung aufgestellt worden waren, kritisierte der Chefredakteur.

„Sie verbildlichen nur, dass die Landwirte bereits aufgegeben haben, das sollte nicht die Nachricht sein.“

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