Einsätze waren ohne Erfolg

Frau aus Fritzlar wird die Wespen nicht los: Kammerjäger war im Einsatz

Mit Knoblauch gegen die Wespen: Margit Freitag hat an ihrem Haus Knoblauch aufgehängt. Ihre Hoffnung: Wenn die Insekten den riechen, machen sie hoffentlich einen großen Bogen um die Haustür – und sie kann gefahrlos mit ihrem Hund rein und raus. Foto: Anke Laumann

Obermöllrich. Abends ist es am schlimmsten. Dann scharren sie, fliegen sie ein und aus. Margit Freitag „kann sie einfach nicht mehr hören“. Gemeint sind ungezählte Wespen, die sich in ihrem Haus in Obermöllrich eingenistet haben.

„Ich weiß nicht mehr weiter“, sagt die 58-Jährige und wendet sich an die Zeitung. Vielleicht, so ihre Hoffnung, kann ihr jemand helfen und der Wespenplage unterm Dach ein Ende setzen.

An einem Abend im Juli hat sie die Insekten erstmals bemerkt. Sie war mit ihrem Golden Retriever draußen, als sie das Gesurre hörte. Am Holzbalken schräg über der Haustür flogen die Wespen ein und aus. „Es wurde immer schlimmer“, erzählt Freitag. Sie hörte die Tiere fortan auch, wenn sie in der Küche saß. „Ich hatte das Gefühl, sie würden unter der Tapete sitzen.“

Samstag vor einer Woche entdeckte Freitag einen Riss in der Küchentapete. „Ich habe mit der Hand leicht gegen die Decke geklopft. Sie war hohl“, sagt Freitag. Die Obermöllricherin hat beim Insektenexperten der Feuerwehr angerufen. Der hat sich sofort das Problem angeschaut. Sein Rat: Die Wespen müssen entfernt werden. Freitag solle einen Schädlingsbekämpfer rufen. Aber am Samstag einen zu bekommen, ist schwierig. Den Ersten hat sie telefonisch nicht erreicht, der Zweite hatte keine Zeit.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Freitag versuchte es bei einer Handynummer aus dem Internet. „Schädlingsbekämpfung rund um die Uhr“, wurde der Dienst beworben. Am Sonntagmittag war der Schädlingsbekämpfer da. „Der war eine halbe Stunde da, hat zwei Sorten Gift und Schaum versprüht“, berichtet Freitag. Er verabschiedete sich mit den Worten, dass die Insekten mit 90 Prozent Wahrscheinlichkeit bekämpft sein müssten, und kassierte 209,79 Euro. Doch die Wespenplage blieb.

Margit Freitag rief wieder beim selben Kammerjäger an. Der war plötzlich im Urlaub und verwies an einen Kollegen. Der kam am Dienstagnachmittag und sagte: Das wird richtig teuer. Zwischen 300 und 400 Euro würden fällig. „Die haben gemerkt, dass ich Panik hatte, und haben das ausgenutzt“, sagt Freitag. Der Kammerjäger sprühte nach eigenen Angaben ein Nervengift und stellte 117 Euro in Rechnung. Margit Freitag ist empört. „Das Bisschen hat niemals 117 Euro gekostet. Die wollten mich abzocken.“ Freitag ist sauer. Erst recht, weil auch der zweite Kammerjägereinsatz offenbar erfolglos war. „Jetzt habe ich 300 Euro gezahlt und die Wespen sind immer noch da.“

Die 58-Jährige erinnerte sich an einen HNA-Artikel. „Bei Problemen mit Wespen kann man sich an den Landkreis wenden“, hieß es da. Sie rief beim Schwalm-Eder-Kreis an. „Doch die können auch nur beraten. Mir wurde gesagt, dass ich einen Schädlingsbekämpfer holen soll“, erklärt Freitag, die nicht mehr weiter weiß. Sie hat Angst, dass sich die Tiere durch die Decke fressen und alles kaputtmachen.

Hintergrund: Preise und Bewertungen vergleichen

Schädlingsbekämpfung rund um die Uhr: Das klingt verlockend und nach schneller Hilfe. Thomas Loose, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verbandes, rät jedoch, genau hinzugucken. „Wer im Internet nach einem Schädlingsbekämpfer sucht, sollte sich die Bewertung der Firmen anschauen“, sagt er. Grundsätzlich sollten Betroffene nach einem Anbieter aus der Region Ausschau halten. 

Wer sich unsicher ist, ob es sich um eine seriöse Firma handelt, kann auch in den Geschäftsstellen des Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verbandes anfragen. Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, sollte vor dem Einsatz über den Preis gesprochen werden. Ein Standard-Einsatz bei Wespen kostet laut Loose zwischen 100 und 120 Euro. Am besten zwei oder drei Schädlingsbekämpfer anrufen und Preise vergleichen. 

Eine Tilgungsgarantie gibt es übrigens nicht, sagt Loose. Er vergleicht den Einsatz eines Schädlingsbekämpfers mit dem Besuch beim Arzt: „Nicht in allen Fällen kann beim ersten Besuch geholfen werden.“ Manchmal sei ein zweiter Einsatz notwendig. Er selbst habe mehrere hundert Einsätze im Jahr. Aber nur in weniger als fünf Prozent der Fälle müsse er nachbessern.

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