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Fridays For Future: Unterstützung für Aktivisten an drei Orten

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Friedlicher Demonstrationszug auf der Allee Richtung Innenstadt: vom schlechten Wetter ließ sich die Fritzlarer Fridays-For-Future-Bewegung nicht abhalten.
Friedlicher Demonstrationszug auf der Allee Richtung Innenstadt: vom schlechten Wetter ließ sich die Fritzlarer Fridays-For-Future-Bewegung nicht abhalten. © Michael Brückmann

Die Fritzlarer Ortsgruppe von Fridays For Future demonstrierte unter dem Motto „Lützi, Fecher und Heibo bleiben!“. Damit unterstützte sie die Aktivisten an drei Orten in Deutschland. 

Fritzlar – Wenn jemandem eine Sache am Herzen liegt und er dies öffentlich kundtun möchte, dann stellen selbst unangenehmer Dauerregen und heftige Windböen kein ernst zu nehmendes Hindernis dar. Und so setzte die Fritzlarer Ortsgruppe von Fridays For Future die für Samstagnachmittag, 14. Januar, angekündigte Solidaritätskundgebung mit dem Motto „Lützi, Fecher und Heibo bleiben!“ auf dem Marktplatz mit anschließendem Demonstrationszug trotz schlechten Wetters um.

„Natürlich wäre uns trockenes Wetter lieber gewesen, aber unsere Freunde im Lützi, Fecher und Heibo halten da ganz andere Sachen aus und deswegen demonstrieren wir natürlich auch im Regen“, so eine Teilnehmerin, die namentlich nicht genannt werden möchte. Damit meinte sie die Aktivisten, die sich derzeit nicht nur im nordrhein-westfälischen Dorf Lützerath – das abgerissen werden soll – , sondern auch im Fechenheimer Wald in Frankfurt sowie dem Heidebogen-Wald bei Dresden – beide sollen gerodet werden – mitunter schon lange engagieren. Doch nun sollen alle drei Gebiete endgültig geräumt werden. Der Tenor von Fridays For Future: „Das darf nicht passieren!“

Shannen Thiel (von links), Charlotta Siebert, Merle Kraus, Constantin Köhler, Friedrich Siebert und Silas Paul.
Angesichts der ungünstigen Rahmenbedingungen zeigten sich (v. li.) Shannen Thiel, Charlotta Siebert, Merle Kraus, Constantin Köhler, Friedrich Siebert und Silas Paul vom Organisationsteam Fridays For Future Fritzlar sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. © Michael Brueckmann

Fridays For Future Fritzlar kritisiert Vorgehen an drei Orten in Deutschland

Alle drei Maßnahmen sind aus Sicht der Fritzlarer Ortsgruppe völlig überflüssig, unzeitgemäß und tragen mitnichten zum Erreichen der nationalen Klimaziele bei. Dies war in den Redebeiträgen zu Beginn und am Ende der Veranstaltung auf dem Fritzlarer Marktplatz zu hören.

Zusammengefasst stellte sich die Sichtweise der Umwelt- und Klimaschützer in Fritzlar wie folgt dar: Das Dorf Lützerath in Nordrhein-Westfalen soll abgerissen werden, damit der Energiekonzern RWE dort Braunkohle fördern kann. Allein die damit verbundenen Umweltschäden sind laut Fridays For Future immens. Dabei zeigen, so die Klimaaktivisten, mehrere unabhängige Studien, dass die Kohle unter Lützerath nicht benötigt wird, und die NRW-Landesregierung habe ohnehin den Kohleausstieg für das Jahr 2030 angekündigt.

Der Fechenheimer Wald in Frankfurt wiederum soll gerodet werden, damit der Riederwaldtunnel gebaut werden kann. Er soll die Autobahnen A 66 und A 61 miteinander verbinden. Die ältesten Pläne hierzu stammen aus den 1970er Jahren. Fridays For Future lehnt das Vorhaben unter anderem mit Verweis auf das Alter des Waldes (ca. 6000 Jahre) sowie der für die Stadt Frankfurt bedeutenden Biodiversität ab.

In der Region Dresdner Heidebogen wiederum sollen rund 900 Hektar Wald für den Kiesabbau geopfert werden. Die Fläche entspricht einer Größe von 190 Fußballfeldern. Damit wird, so Fridays For Future in dem für die Region wichtigen Wassereinzugsgebiet die Grundwasserbildung gefährdet und die bestehende Moorlandschaft zerstört.

Fridays For Future Fritzlar: Kritik in Redebeiträgen

Die in den Fritzlarer Redebeiträgen geäußerte Kritik machte nicht vor prominenten Namen halt und fiel mitunter sehr deutlich aus. So bezeichnete etwa Merle Kraus vom Fritzlarer Organisationsteam die zwischen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, der Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie in NRW, Mona Neubaur, und dem Energiekonzern RWE getroffene Vereinbarung zur Kohleförderung in Lützerath als „kaum zu überbietende Dreistigkeit“ angesichts anders lautender Expertisen anerkannter Wissenschaftler und Institute.

An dem abschließenden, friedlich verlaufenden Demonstrationszug nahmen rund sechzig Personen teil. Er wurde von Polizei und Ordnungsamt begleitet und führte vom Marktplatz aus über die Schilderer Straße, Allee und Kasseler Straße zurück zum Marktplatz. (Michael Brückmann)

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