Der Fritzlarer Friedhof aus anderer Perspektive

Viel los beim Tag des Friedhofs: Die Führungen auf dem neuen Friedhof am Fritzlarer Eckerich wurden sehr gut angenommen, viele Familien nutzten das Angebot.

Fritzlar. Die Friedhofshalle des neuen Friedhofs in Fritzlar war am Sonntag eine eher ungewohnte Umgebung für Vorträge und Gesprächsrunden bei Kaffee und Kuchen.

Doch der zweite Tag des Friedhofs, zu dem Stadt Fritzlar, Hospizdienst, evangelische und katholische Kirche sowie die drei Fritzlarer Kindertagesstätten und die Sternenkindergruppe Treysa eingeladen hatten, lockte viele Besucher an. Dazu gab es eine Andacht in der Friedhofshalle vom Forum Schwalm-Eder mit Pfarrer Dierk Glitzenhirn und Diakon Patrick Prähler.

Ein Friedhof sei halt üblicherweise ein spezieller Ort, der nur zu bestimmten Anlässen besucht und genutzt werde, sagte Pfarrer Wolfram Köhler im Gespräch mit der HNA.

Zweck der Veranstaltung sei es, Hemmungen zum Thema Tod, Trauer, Bestattung und Friedhof allgemein abzulegen und gleichzeitig über den Sinn des Lebens nachzudenken.

Nach der Premiere vom Vorjahr freuten sich die Veranstalter über eine wesentlich größere Resonanz, wie auch Bürgermeister Hartmut Spogat sagte. Viele Erwachsene und Kinder nutzten die Gelegenheit, eine ganz neue Seite des Friedhofs kennen zu lernen.

Luftpost an die Toten: Hannah Köhler, Klara Beckmann und Charleen Wischof (vorn) malten Bilder und schrieben Wünsche an Verstorbene auf kleine Zettel, die dann an Helium gefüllte Ballons gehängt wurden. Hinten Sandra Konrad vom Hospizdienst mit Stefanie Köhler. Fotos: Zerhau

Es gab verschiedene Aktionen: In der Friedhofshalle stellte Christine Foerster die Symbolpflanzen wie Nelken und Lilien vor, vom Museum für Bestattungskultur in Kassel stand ein Museumskoffer als Leihgabe zur Verfügung mit Gegenständen rund um Trauer und Bestattung, etwa Kranz, Engelskopf, Kreuz, Grablicht und Sanduhr. An einem Büchertisch war Literatur speziell für Kinder ausgelegt, und am Stand vom Hospizdienst konnten an Helium gefüllten Luftballons Zettel mit Wünschen, Gedanken und Grüßen an Verstorbene befestigt werden.

Beteiligt hatten sich auch die drei Fritzlarer Kindertagesstätten Regenbogenland, Zur Kinderarche und St. Josef. Unter anderem wurden Geschichten erzählt, zu denen die Kinder dann Bilder malten, die auf Stellwänden gezeigt wurden. Neu ist am Friedhof seit dem Wochenende eine Box mit Informationsmaterial für Trauernde. Die Idee dazu hatte der Hospizdienst, Klemens Konrad hatte sie in die Tat umgesetzt und die Box aus Holz angefertigt, die jetzt im überdachten Eingangsbereich aufgehängt ist. Die aktuellen Konfirmanden der evangelische Kirchengemeinde unternahmen mit den Besuchern Führungen auf dem nach dem Unwetter wieder hervorragend hergerichteten Gelände. Unter anderem wurden auch die neu aufgestellten Kolumbarien, die Urnenstelen, vorgestellt.

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