Ein großes Projekt

Tauchgang in die Geschichte: Aufwendige Sanierung im Stiftsgebäude

In alten Gemäuern: Kurator Anton Pristl im Kellergeschoss des Stiftsgebäudes in Fritzlar, das derzeit aufwendig saniert wird.
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In alten Gemäuern: Kurator Anton Pristl im Kellergeschoss des Stiftsgebäudes in Fritzlar, das derzeit aufwendig saniert wird.

Im Stiftsgebäude neben dem Fritzlarer Dom sind die Sanierungsarbeiten in vollem Gange. Schon im Sommer sollen zahlreiche Räume in mehreren Geschossen neu gestaltet sein. 

Fritzlar – Es ist eines der größten Sanierungsprojekte, die es derzeit in Fritzlar gibt. Für insgesamt etwa fünf Millionen Euro werden die Räume im Stiftsgebäude direkt neben dem Dom auf mehreren Etagen komplett neu gestaltet. Das Museum, der Domschatz, die Bibliothek und vieles mehr sollen im Sommer in neuem Glanz erstrahlen, erklärt Kurator Anton Pristl.

Außerdem entsteht ein Gemeindezentrum, in dem sich die Menschen zu verschiedenen Veranstaltungen treffen können, sobald es die Coronakrise wieder erlaubt. „Bislang fanden solche Treffen nebenan im Stiftssaal statt“, sagt Pristl. Nun kommen neue Räume in Frage, die bereits seit vielen Jahren leer stehen. Bis 2007 befand sich in Teilen des Stiftsgebäudes ein Altenheim. Lange blieben diese Flächen ungenutzt.

Ein Ort des Zusammentreffens: Hier soll das neue Gemeindezentrum entstehen.

Neuer Fußboden, neue Farbe an der Wand, Durchbrüche, um Räume größer wirken zu lassen – die Handwerker haben alle Hände voll zu tun. „Ein wichtiger Teil der Arbeiten ist die Barrierefreiheit“, sagt Pristl. Damit auch Menschen mit Behinderung alle Räume erkunden können, gibt es Rampen, einen Fahrstuhl und im Außenbereich muss der Boden teilweise abgesenkt werden.

Sanierung des Stiftsgebäudes in Fritzlar: Alles soll viel moderner wirken

Eine Herausforderung sei es gewesen, alle wertvollen Gegenstände aus dem Domschatz sowie die zahlreichen Bücher während der Bauarbeiten in anderen Räumen zu verstauen. Und zwar sicher zu verstauen.

„Das ist schon ziemlich kompliziert, bis man alle Schlösser und Türen geöffnet hat, die sich auf dem Weg zum Domschatz befinden.“ Bevor die ersten Arbeiten Ende 2019 beginnen konnten, mussten alle Etagen geräumt werden.

Ein echter Schatz: das Kaiser-Heinrich-Kreuz.

Es soll alles viel moderner wirken, erklärt der Kurator beim Rundgang. „Die Vitrinen sollen zum Beispiel beleuchtet werden. Wir wollen Führungen mit Audio-Guides anbieten.“ Bei der Gestaltung habe man sich an dem Dommuseum in Köln orientiert.

Finanziert wird das umfangreiche Projekt größtenteils durch die Diözese Fulda. Zudem werde ein Zuschuss vom Land Hessen über die Landesdenkmalpflege erwartet, so Pristl, um die insgesamt rund fünf Millionen Euro zu stemmen.

Sanierung des Stiftsgebäudes in Fritzlar: Das ist schon passiert und das steht noch an

Im Stiftsgebäude neben dem Fritzlarer Dom wird derzeit ordentlich gewerkelt. Aufwendige Sanierungsarbeiten sind in vollem Gange. Schon im Sommer sollen zahlreiche Räume in mehreren Geschossen neu gestaltet sein. Das Museum, der Domschatz, die Bibliothek soll dann viel moderner aussehen, sagt Kurator Anton Pristl beim Ortstermin. Was schon alles passiert ist und was noch ansteht, haben wir uns selbst angeschaut.

Im Kellergeschoss, wo sich das Lapidarium befindet, sieht es noch richtig nach Baustelle aus. Die wertvollen Steine sind sicher verstaut und zur Seite geräumt. Zum größten Teil sind die Wände zwar bereits verputzt, der Fußboden ist schon neu gemacht, aber Werkzeuge, Pläne und Baustellendreck zeigen: Ein paar Monate dauert es noch, bis hier wieder Besucher vorbei kommen können.

In der Etage darüber werden die die neuen Räume für den Domschatz und das Dommuseum bearbeitet. Zukunftsfähig soll es werden. Wetvolle Gegenstände wie beispielsweise das bekannte und kostbare Kaiser-Heinrich-Kreuz sollen in beleuchteten Vitrinen richtig in Szene gesetzt werden.

„Jetzt sieht es ja schon ein bisschen nach etwas aus“, scherzt Anton Pristl. Noch vor wenigen Wochen habe noch mehr Baustellen-Atmosphäre geherrscht. Neben Dommuseum und Domschatz werden auch die Räumlichkeiten für den neuen Domladen saniert.

Sanierung des Stiftsgebäudes in Fritzlar: Büros entstehen

Es geht noch ein Stockwerk höher. Wer aus den Fenstern des neuen Gemeindezentrums schaut, hat einen sensationellen Blick über Fritzlar. Noch sei an ein gemütliches Zusammensein mit vielen Menschen zwar nicht zu denken, doch wenn die Coronakrise endlich vorbei sei, soll auf dieser Fläche ein Trefpunkt für Veranstaltungen entstehen. Auf demselben Stockwerk werden außerdem Büroräume errichtet. „Drei Büros, die sich derzeit noch im Pfarrhaus befinden, werden dann hier angesiedelt“, erklärt der Kurator.

Ein neuer Zugang wird zurzeit auch für die Dombibliothek angelegt. „Die Bücher wieder in die Schränke und Regale zu sortieren – das wird Wochen dauern.“ Im Dachgeschoss befinde sich Lagerraum. Auch der sei schließlich wichtig. Und im Außenbereich zeigt Pristl auf eine neue Parkfläche. Die sei allerdings nicht für Besucher gedacht.

Die umfangreiche Sanierung ist ein Fünf-Millionen-Euro-Projekt, das noch bis etwa Juni andauern wird. Dann soll das Stiftsgebäude zahlreiche Menschen anlocken, die an der Historie des Doms und darüber hinaus interessiert sind. Der Dom wurde 2012 zuletzt saniert. Dies kostete damals etwa drei Millionen Euro.

Von Daria Neu

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