Nicht alle sind zufrieden

Diskussion im Parlament: Fritzlar beendet Zusammenarbeit mit Edersee Marketing

Der Edersee ist ein touristischer Magnet.
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Der Edersee ist ein touristischer Magnet.

Braucht die Domstadt den Edersee, um touristisch erfolgreich zu sein? Und falls ja, ist dies 37 500 Euro im Jahr wert? Die Antwort lautet Nein – so jedenfalls hat die Mehrheit im Fritzlarer Stadtparlament entschieden.

Mit 19 Ja-Stimmen und einer Enthaltung sprachen sich die Stadtverordneten in dem von Dr. Christoph Pohl (Freie Wähler) gestellten Antrag dafür aus, den bisher für die touristische Arbeitsgemeinschaft Edersee im Haushalt eingeplanten Betrag in Höhe von 25 000 Euro dem Stadtmarketing Fritzlar zugunsten „touristischer Maßnahmen“ zur Verfügung zu stellen.

Zum Hintergrund: Seit sieben Jahren hat die Domstadt touristische Leistungen wie das Buchungsportal und das Gastgeberverzeichnis vom Edersee eingekauft. In der neu aufgestellten Edersee Marketing GmbH sollte der Beitritt die Stadt Fritzlar jährlich 37 500 Euro kosten.

Abgelehnt hatten die Stadtverordneten zuvor den Antrag von Bürgermeister Hartmut Spogat, die Mitgliedschaft in der Edersee Marketing GmbH vorerst auf ein Jahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 zu begrenzen. „Wir brauchen das Marketing weiterhin“, so die Überzeugung des Bürgermeisters. Trotz steigender Kosten überwiege der Mehrwert einer solchen Mitgliedschaft, argumentierte Martin Hannappel (CDU) während der Sitzung. Ein „weiter so“ sei das falsche Signal, „wir müssen das Stadtmarketing ohnehin neu anpacken“, erwiderte Pohl (FW).

Die CDU-Fraktion in der Stadtverordnetensitzung sehe darin eine „fatale Fehlentscheidung für den Tourismus in Fritzlar“, so Martin Hannapppel in einer Stellungnahme gegenüber der HNA. „Die Koalition aus SPD, Grünen und Freien Wählern begraben den Tourismus in Fritzlar“, heißt es aus der CDU-Fraktion. Die Koalition habe die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Edersee Marketing ohne stichhaltige Argumente aufgekündigt, ohne einen Plan vorzustellen, wie es danach weitergehen soll.

Dr. Hans-Gerhard Heil: „Die Dachmarke Edersee bringt uns jedes Jahr viele Tausend Gäste und Besucher in unsere Dom- und Kaiserstadt.“ Es sei zudem zweifelhaft, so Anna-Maria Bischof (CDU), dass die Stadt mit dem gesparten Beitrag „auch nur annähernd eine gleichwertige touristische Grundstruktur“ aufbauen könne. Bischof: „Die Gewerbetreibenden in unserer Stadt profitieren von diesen Tagesgästen.“

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