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Fritzlar bekommt Trinkbrunnen

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Von: Daniel Seeger

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Zwei Trinkwasserbrunnen sollen am Marktplatz und in der Nähe des Busbahnhofs installiert werden. Der Grund: Wegen des Klimawandels wird man deutlich häufiger mit Hitze rechnen müssen. Archi
Zwei Trinkwasserbrunnen sollen am Marktplatz und in der Nähe des Busbahnhofs installiert werden. Der Grund: Wegen des Klimawandels wird man deutlich häufiger mit Hitze rechnen müssen. Archi © Daria Neu

Die Stadt Fritzlar reagiert auf Klimawandel und will künftig in den Sommermonaten kostenloses Wasser anbieten. Über die Standorte gab es Diskussionen.

Fritzlar – Trinkwasser soll es in Fritzlar künftig kostenlos geben – an zwei Brunnen in der Innenstadt. Die Standorte: am Busbahnhof und am Marktplatz. Eine Mehrheit des Parlaments stimmte bei der vergangenen Sitzung für einen entsprechenden Antrag der Koalitionsfraktionen aus SPD, Grünen und Freien Wählern.

Durch die Klimakrise seinen vermehrt Hitzeperioden zu erwarten, heißt es in dem Antrag der drei Fraktionen. Außerdem besagte die neue EU-Trinkwasserrichtline, dass Wasser ein Menschenrecht und keine Handelsware sei. Wasser müsse daher für jedermann öffentlich und kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Für solche Projekte stellt das Land Hessen Fördergeld zur Verfügung, das einen Großteil der Kosten deckt, denn Fritzlar gilt als Klimakommune.

Trinkbrunnen in Fritzlar: CDU äußerte Bedenken

Auch die CDU begrüßte das Vorhaben grundsätzlich, brachte jedoch einige Bedenken vor. Zum einen merkte Fraktionsmitglied Thomas Eichhorst an, dass man die Aufstellungsorte konkreter benennen sollte und die Brunnen dort gebaut werden sollten, wo sich die vermeintlichen Hauptnutzer aufhielten. Für die Christdemokraten bedeutet das, dass am Busbahnhof ein Brunnen direkt beim Fahrradständer stehen solle und statt auf dem Marktplatz solle ein Brunnen eher im Bereich des Rathauses beziehungsweise des Doms stehen.

Eichhorst befürchtete zudem, dass die Trinkwasserbrunnen unter Umständen geschäftsschädigend für die Gastronomie sein könnten. Zudem sah der CDU-Vertreter eine Gefahr durch missbräuchliche Nutzung, etwa durch Schüler. Man sollte der „Gefahr des Mobbings entgegenwirken.“ Auch müssten eventuelle Folgekosten bedacht werden. Daher stellte die CDU einen Ergänzungsantrag, der die Standorte entsprechend konkreter definierte und den Magistrat beauftragte, die Kosten für Hygiene und Reinigung zu ermitteln.

„Die Systeme sind erprobt, Fritzlar ist nicht die erste Stadt, die Trinkwasserbrunnen aufstellt“, entgegnete Dr. Christoph Pohl von den Freien Wählern. Er warf den Christdemokraten vor, vor allem Bedenken vorzubringen. Axel Jäger (Grüne) betonte dass man die möglichen Standorte bewusst nicht konkreter definiert habe, da man diesbezüglich Vertrauen in die Verwaltung habe. Die Stadt Marburg habe 16 Trinkwasserbrunnen in Betrieb, bei denen es keine Probleme beim Thema Hygiene gebe,

So wurde der Ergänzungsantrag der CDU mehrheitlich abgelehnt. Mit dem Stimmen der Koalition bekam der ursprüngliche Antrag eine entsprechende Mehrheit – bei acht Gegenstimmen und neun Enthaltungen. (Daniel Seeger)

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