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Geismarer fordert Haltestelle für die Buslinie 500:„Bürgernähe sieht anders aus“

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Von: Daniel Seeger

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Wünscht sich einen direkten Halt der Buslinie 500 im Fritzlarer Ortsteil Geismar: Anwohner Klaus Ramus.
Wünscht sich einen direkten Halt der Buslinie 500 im Fritzlarer Ortsteil Geismar: Anwohner Klaus Ramus. © Daniel Seeger

Die Buslinie 500 bietet eine direkte und schnelle Anbindung von Fritzlar nach Kassel und Bad Wildungen. Doch im Stadtteil Geismar rauscht der Bus einfach vorbei. Das ärgert so manchen Anwohner.

Geismar – Zweimal pro Stunde rauscht der Bus über die Straße, die den Fritzlarer Ortsteil Geismar teilt. Die Linie 500, die hier verkehrt, führt von Kassel bis nach Bad Wildungen und wieder zurück. Sie sorgt dafür, dass die Fritzlarer in rund 40 Minuten bis ins Zentrum der einzigen nordhessischen Großstadt gelangen können – zumindest wenn sie in der Fritzlarer Kernstadt oder in Werkel wohnen.

Wer wie Klaus Ramus in Geismar wohnt, braucht für diesen Weg gut eine halbe Stunde länger – und das, obwohl der Bus durch seinen Heimatort fährt. Was im Ort fehlt, ist ein Halt der Linie 500. So bleibt nur der Fußweg oder die Linie 154, die jedoch nur selten in die Kernstadt fährt.

„Mir ist klar, dass der Bus 500 nicht durch den Ort fahren kann“, sagt Ramus im HNA-Gespräch. Das liege zum einen an der Verkehrsführung im Ort und und zum anderen daran, dass dieser Umweg viel Zeit kosten würde. Stattdessen wünscht er sich eine Haltestelle an der Landesstraße, die von der Kernstadt in Richtung Edertal durch Geismar führt – in unmittelbarer Nähe zur Querung Neuer Friedhof.

Eine bessere Verbindung nach Kassel böte für die Geismarer viele Vorteile. „Die Linie 500 wäre für uns die viel gepriesene Anbindung des ländlichen Raumes.“ In Richtung Kassel würden die Geismarer den Bahnhof Wilhelmshöhe deutlich einfacher erreichen, der die Verbindung in „alle Welt“ darstelle, wie Ramus sagt. Außerdem hätten es auch Pendler deutlich leichter. Nicht nur die Geismarer hat der Rentner im Sinn.

Park and Ride Parkplatz könne Situation auch für andere Fritzlarer Stadtteile verbessern

„Wenn man einen Park-and-Ride-Parkplatz einrichten würde, der ursprünglich am Fritzlarer Friedhof geplant war, könnten auch die Bürger aus anderen Orten wie Züschen oder Heimarshausen profitieren.“ Denn in der Kernstadt seien die Parkmöglichkeiten ohnehin begrenzt. „Wir würden Angebote wie das Neun-Euro-Ticket gern mehr nutzen. Bürgernähe sieht anders aus.“

Ramus, der selbst lange für die SPD in der Lokalpolitik aktiv war, wünscht sich insbesondere vom Bürgermeister mehr Unterstützung für eine neue Haltestelle. „In Gudensberg hat es doch auch geklappt. Da hält der Bus zum Beispiel in Dorla.“

Fritzlars Bürgermeister: Konstruktive Zusammenarbeit mit Polizei und Verkehrsdiensten

Bürgermeister Hartmut Spogat (CDU) sagt, dass die Stadt sich bereits lange für eine Haltestelle einsetze. „Viele Jahre haben wir in vielen Ortsterminen die Baulastträger aber auch mit dem NVV um eine praktikable Lösung gerungen.“ Die Polizei, und die Verkehrsdienste des Schwalm-Eder-Kreises seien in der Zusammenarbeit sehr konstruktiv gewesen. Alleiniger Entscheidungsträger sei jedoch Hessen Mobil in Kassel.

„Wir haben parallel auch die Taktung und mögliche Verschiebungen in der Folge bis Kassel berechnet“, so Spogat weiter. Das solle für die Bürger in Geismar einen Zustieg in der Ortslage ermöglichen. Somit würden außerdem im Fall einer Haltestelle außerorts hohe Baukosten verhindert. „Es ist eine leidige Geschichte die beim Bürger auf Unverständnis stößt“, sagt der Bürgermeister im HNA-Gespräch. Der Stadt erscheine es sinnvoller, die vorhandenen Haltestellen an der sanierten Bonifatiusstraße zu nutzen. Die Erreichbarkeit für mobilitätseingeschränkte Personen und Schüler sei dort besser.

Hessen Mobil: „Wir sind dran“ - Vor-Ort-Termin in Fritzlar im Frühjahr

Bei Hessen Mobil habe man das Projekt auf dem Schirm, versichert Sprecher Marco Lingemann auf HNA-Anfrage. Hessen Mobil könne aber nicht allein entscheiden. „Es gibt noch einige Punkte, die gemeinsam unter anderem mit NVV und der Stadt Fritzlar abzustimmen und abzuarbeiten sind. Da sind wir weiterhin dran. Zuletzt gab es Anfang des Jahres einen Vor-Ort-Termin.“

Die Landstraße sei mit täglich durchschnittlich über 5000 Fahrzeugen relativ stark befahren. Der vorgeschlagene Standort befinde sich im Einmündungsbereich der Landesstraße aus Züschen. Genau dort gebe es eine Linksabbiegespur. Hier gehe es also um die Sicherheit der Haltestellennutzer sowie für den Verkehr auf der Straße. Bei einem Neubau müsse die Haltestelle auf beiden Seiten barrierefrei sein. Das gelte auch für die Gehwege hin zur Haltestelle inklusive der Querung der Landesstraße.

Lingemann verweist, ebenso wie auch Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat, auf die Haltestellen in der Bonifatiusstraße im Ortskern. Diese seien barrierefrei und böten eine Anbindung mit Anrufsammeltaxis, die einen direkten Anschluss an die Linie 500 in der Kernstadt bieten. (Daniel Seeger)

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