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Experten prüfen alle Schätze für neues Dommuseum in Fritzlar

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Von: Anke Laumann

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Diplom-Restauratorin Antje-Nicola Kreuzberg hat die Figuren gereinigt und in einer großen Vitrine zwischengelagert.
Sie stehen ungeordnet nebeneinander: Diplom-Restauratorin Antje-Nicola Kreuzberg hat die Figuren gereinigt und in einer großen Vitrine zwischengelagert. © Anke Laumann

Fritzlar. Im Fritzlarer Dommuseum verbergen sich Jahrunderte alte Schätze, die jedoch oft wenig Beachtung finden. Das soll sich im neuen Museum ändern.

Die Kunstexpertin ist voll des Lobes: „Der Bestand gehört zu den bedeutendsten romanischen Sammlungen in Deutschland“, ist Stefanie Cossalter-Dallmann überzeugt. Es gibt viele exklusive Stücke, aber viele Besucher sind sich dessen nicht bewusst. Das ist das Dilemma des Fritzlarer Dommuseums. Und das soll Stefanie Cossalter-Dallmann lösen. Sie plant das künftige Museum. Viel Zeit hat sie nicht. Im September 2020 sollen die Ausstellungsräume wieder öffnen. „Dafür muss alles wie am Schnürchen klappen, aber wir sind guter Dinge“, sagt die 40-Jährige.

Es ist das erste Mal, dass Cossalter-Dallmann ein Dommuseum kuriert. Diese Aufgabe sei „hochkomplex und wahnsinnig spannend“. Zum einen will sie auf die Ideen und Vorstellungen der Pfarrei eingehen. Zum anderen muss sie den Objekten gerecht werden. „Denen gilt die erste Loyalität“, sagt die Expertin. Stefanie Cossalter-Dallmann stellt eine Dauerausstellung zusammen. Eine, die nach Ansicht von Dechant Jörg-Stefan Schütz noch in 30 bis 40 Jahren zu sehen sein soll. „Wir sind nur eine Pfarrei, wir haben begrenzte Mittel“, betont Schütz bei aller Euphorie.

Kunsthistorikerin Stefanie Cossalter-Dallmann.
Kunsthistorikerin Stefanie Cossalter-Dallmann. © Anke Laumann

Cossalter-Dallman hat sich als erstes einen Überblick über die Ausstellungsstücke verschafft. Und das sind eine Menge. Auf 263 Quadratmeter Museum kommen um die 810 Objekte. Viele von ihnen sind „lebendige Stücke“. Jahrhunderte alte Kelche und Monstranzen werden immer noch im Gottesdienst eingesetzt. Als Beispiel nennt Schütz den Apostelkelch, der an hohen Feiertagen wie Weihnachten verwendet wird. Auch das Heinrichskreuz wandert einmal im Jahr aus dem Domschatz auf den Altar im Dom. Allein schon, damit der Segen gespendet werden kann, wie Schütz erklärt.

Wie gut die Ausstellungsstücke in Schuss sind, prüft Cossalter-Dallmann derzeit mit Restauratoren. Sie öffnen alle Vitrinen, nehmen alle Objekte in die Hand und schauen genau hin. Sie prüfen, welche Stücke gereinigt und welche überarbeitet werden müssen. Die Restauration ist nicht zuletzt eine Frage der Kosten.

Daher legen die Experten eine Reihenfolge fest: Welche Mängel müssen unbedingt angegangen werden und was kann warten. Da gibt es zum Beispiel zwei Büsten. Auf die Farbschicht wurde einst eine Wachsschicht aufgetragen. Mit den Jahren hat sich Staub auf dem Wachs festgesetzt, die Farben leuchten daher nicht mehr so kräftig. In diesem Fall ist die Versuchung groß, die Wachsschicht abzutragen. Laut Stefanie Cossalter-Dallmann ist jedoch Vorsicht geboten. „Nicht, dass man mehr Schaden anrichtet, als wenn man den Wachs drauf lässt.“

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