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„Es soll das Angebot weiter geben“ – Bürgermeister Spogat über die Zukunft der Familienarbeit in Fritzlar

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Von: Daniel Seeger

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Wichtige Anlaufstelle für viele Menschen aus Fritzlar und der Umgebung: Im FaFritz in der Villa Hellenweg gibt es zahlreiche Beratungsangebote und eine Kinderkleiderkammer.
Wichtige Anlaufstelle für viele Menschen aus Fritzlar und der Umgebung: Im FaFritz in der Villa Hellenweg gibt es zahlreiche Beratungsangebote und eine Kinderkleiderkammer. © Peter Zerhau

Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat spricht über die Auflösung des Vereins FaFritz.

Fritzlar – Für viele Fritzlarer war die Auflösung des Vereins FaFritz und das damit besiegelte Ende des Familienzentrums ein Schock. Der ehrenamtliche Vorstand hatte bis zuletzt nach Nachfolgern gesucht, die sich in der Leitung des Vereins engagieren wollen.

Über Jahre bemühte sich der Verein darum, dass Fritzlars Familienzentrum nicht hauptsächlich ehrenamtlich geführt wird, doch ein Träger ließ sich nicht finden. Die Verträge mit den zahlreichen Kooperationspartnern kündigte der Verein nach Auskunft der Verantwortlichen zur Jahresmitte. Bis zum Ende des Jahres läuft der Mietvertrag für das Gebäude am Fritzlarer Hellenweg. Nach Angaben der Stadt Fritzlar sollen die Angebote des FaFritz nach der Auflösung des Vereins weitergeführt werden – zukünftig aber unter dem Dach der Stadt. Wir haben mit Bürgermeister Hartmut Spogat (CDU) darüber gesprochen, wie es nun weiter gehen soll.

Herr Spogat, wie ist der aktuelle Stand?

Wir haben mit den Liquidatorinnen (die Personen, die mit der Vereinsauflösung beauftragt sind, Anm.d.Red.) vom FaFritz über die Rückgabe des städtischen Hauses und die bestehenden Konzepte zur Fortführung der Arbeit gesprochen. Daraufhin haben wir die Dienstleister, die dort ihre Arbeit anbieten, kontaktiert und mitgeteilt, dass wir weiterhin für das Fortführen der Familienarbeit stehen. Unterm Strich wird sich nach unserer Vorstellung nur der Träger ändern. Konzepte, Kurse und Beratungsangebot kommen von Externen. Uns ist wichtig: Alle Angebote sollen fortgesetzt werden.

Wieso engagiert sich die Stadt erst, nachdem die Mitglieder Anfang des Jahres die Auflösung des Vereins beschlossen haben?

Ich hatte bis zum Schluss die Hoffnung, dass der Verein durch Ehrenamtliche weitergeführt wird und diese wertvolle und wichtige Arbeit in ehrenamtlichen Händen bleibt.

Der FaFritz-Vorstand hatte wiederholt betont, dass man wegwolle vom ehrenamtlichen Konzept, weil die Arbeit nicht in der Freizeit zu stemmen sei. Hätte die Stadt sich im Vorfeld engagieren sollen?

In der Vergangenheit haben wir das FaFritz jahrelang mit einer Mitarbeiterin für 15 Stunden pro Woche unterstützt, das wurde dann aber nicht mehr gewünscht. Die Stadt stellt dem Verein die Immobilie sowie Geld für zwei 450-Euro-Kräfte zur Verfügung. Von städtischer Seite haben wir bislang keine weitere Veranlassung gesehen, darüber hinaus tätig zu werden.

Das FaFritz sagt, dass sie die Räume für die Liquidation des Vereins bis zum Ende des Jahres benötigen. Gleichzeitig wurden die Kooperationsverträge durch den Verein zur Jahresmitte gekündigt. Wie will die Stadt dieses Dilemma lösen?

Es gab bei den Angeboten im FaFritz immer eine Sommerpause, die wird es auch in diesem Jahr wieder geben. Vermutlich ginge es dann unter normalen Umständen Ende September wieder los.

Unterm Strich geht es also um eine Diskrepanz von rund vier Monaten. Wir haben bis dahin noch Zeit, um die Übergabe mit den Liquidatorinnen des Vereins zu besprechen. Den Mietvertrag könnte man beispielsweise in Absprache früher beenden.

Die Verantwortlichen des FaFritz sprachen im HNA-Gespräch von rechtlichen Hürden, die eine Übergabe vor dem Jahresende verhindern, bekundeten aber den Willen zur Zusammenarbeit.

Wenn ich Interesse daran habe, dass das bisherige Angebot weitergeführt wird, dann versuche ich alles, damit die Übergabe so schnell wie möglich vonstattengeht. Ich gehe davon aus, dass wir da eine Lösung finden werden.

Was passiert, wenn es mit den Räumen nicht so funktioniert, wie die Stadt sich das vorstellt?

Das müssen wir dann entscheiden, wenn es so weit ist. Sicherlich gäbe es zur Not Alternativen, aber da kann ich zum heutigen Zeitpunkt noch keine Aussage treffen.

Wie sollte es nun weiter gehen?

Ich denke, dass der Verein für sich ein Zeitfenster finden wird, wie er die Vereinsarbeit bis zum Sommer weiterführt. Wir werden nach Ostern mit den Liquidatorinnen ein drittes Mal in Kontakt treten, um einen möglichen Übergang zu besprechen.

Die Sommerpause könnte dazu genutzt werden, um alles vorzubereiten, sodass die Stadt als Träger das Angebot nahtlos fortführen kann.

Gibt es schon konkrete Informationen darüber, welche Angebote fortgesetzt werden?

Die Kinderkleiderkammer soll auf jeden Fall weiter existieren. Es haben sich bis heute bereits 15 Helferinnen bei mir gemeldet und ich war auch persönlich vor Ort. Dann hatte ich mit der verantwortlichen Person für das Netzwerk Tagesmütter Kontakt, die die Räume weiter nutzen möchten.

Die Kooperationsvereinbarung mit dem Starthilfe Ausbildungsverbund ist mittlerweile unterschrieben, somit kann das Beratungsangebot „Job-Cafe“ fortgeführt werden. Auch die Arbeiterwohlfahrt wird ihre Familienberatung aufrecht erhalten, auch der Tageselternverein Schwalm-Eder bleibt weiter für Familien in Fritzlar tätig. Ebenso werden das „Café-Klapperstorch“, der Eltern-Kind-Treff, der Mädels-Treff sowie das Netzwerk für Tagesmütter ihr Angebot in der Stadt aufrecht erhalten. (Daniel Seeger)

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