Coronakrise

Gastronomie am Abgrund: Gaststätten, Hotels und Mitarbeiter brauchen Hilfe

Aktion „Leere Stühle“ in Fritzlar: In einem Trauermarsch zogen Fritzlarer Gastronomen zum Brunnen auf dem Marktplatz um auf ihre prekäre Situation aufmerksam zu machen.
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Aktion „Leere Stühle“ in Fritzlar: In einem Trauermarsch zogen Fritzlarer Gastronomen zum Brunnen auf dem Marktplatz um auf ihre prekäre Situation aufmerksam zu machen.

Mit der Aktion „Leere Stühle“ auf dem Fritzlarer Marktplatz machten am Sonntag, 3. Mai, Gastronomen der Domstadt auf ihre prekäre Situation aufmerksam.

  • Leere Stühle: Protest der Gastwirte auf dem Fritzlarer Marktplatz
  • Gastronomen leiden unter den Folgen der Corona-Pandemie
  • Aktion soll auf prekäre Situation aufmerksam machen

Fritzlar – Zugleich forderten die Gastronomen in Fritzlar bei der symbolischen Trauerfeier "Leere Stühle" unter anderem einen „klaren Fahrplan für eine baldige Wiedereröffnung der Betriebe“.

In einem Tauermarsch zogen Inhaber und Mitarbeiter von 20 Fritzlarer Gastronomiebetrieben vom unteren Marktplatzbrunnen zur Bühne. Mehrere hundert Menschen verfolgten die Aktion.

Gastronomie in der Coronakrise: Betriebe sind wichtiger Wirtschaftsfaktor

In seiner Rede beschrieb Armin Ochs vom Restaurant Nägel die Gastronomie als Wirtschaftsfaktor. Die 222.000 Betriebe mit 2,4 Millionen Beschäftigten erwirtschafteten einen Umsatz von 93 Milliarden Euro. Doch am 20. März mussten die Betriebe schließen. Die Folge: Die Gäste blieben aus, Familienfeiern wurden in letzter Minute abgesagt, die Einnahmen brachen weg.

Armin Ochs: Restaurant Nägel.

Angesichts der Corona-Pandemie sei die Schließung verständlich. Dennoch blieb es für viele unfassbar, denn „plötzlich standen wir mit dem Rücken an der Wand“.

Deshalb hätten sie sich über die Solidarität der Bevölkerung und der schnellen und unbürokratischen Hilfen durch die Politik gefreut.

Gastronomie fordert Perspektive hinsichtlich Wiederöffnung

Nun aber benötige das Gastgewerbe eine Perspektive, unter der sie wirtschaften und vernünftig wieder eröffnen könnten.

Dabei seien die Befürchtungen, dass in Folge von Auflagen die Umsätze die laufenden Kosten nicht decken könnten, groß. Ein wirtschaftlicher Kollaps von Betrieben sei die Folge.

Den Gastronomen sei durchaus bewusst, dass es ohnehin zu Umsatzverlusten komme, sagte Ochs. Die Senkung der Mehrwertsteuer sei deshalb der richtige Schritt. Die Senkung müsse ab dem ersten Tag und ohne zeitliche Begrenzung gelten. Auch seien in der Startphase weitere Hilfspakete nötig.

Unterstützung bräuchten aber auch die Mitarbeiter der Branche. Kurzarbeit bedeute für die meisten ein Einkommen unter 1000 Euro. Damit sei es schwer, den Lebensunterhalt zu bestreiten. Deshalb müsse das Kurzarbeitergeld nicht erst ab dem 7. Monat aufgestockt werden, sondern sofort.

Umsatzeinbrüche von bis zu 100 Prozent: Die Folgen der Coronakrise treffen die Gastronomie hart. In Fritzlar schließen sich bis zu 20 Gastronomen der bundesweiten Aktion „1000 leere Stühle“ an.

Alle Infos und Neuigkeiten rund um Corona im Schwalm-Eder-Kreis finden Sie in unserem News-Ticker.

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