Schmuck für 8754 Euro gestohlen

Amtsgericht Fritzlar: Haftstrafe für einen Einbruch und Schmuckdiebstahl

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Der Angeklagte sei erschrocken gewesen über die Situation, in der sich der Geschädigte befunden habe. Das Gericht habe die Entschuldigung als ehrlich empfunden.

Wegen Wohnungseinbruchdiebstahls hat das Schöffengericht am Amtsgericht Fritzlar einen 25-Jährigen zu einer Gesamt-Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Einbezogen wurde eine Strafe von zwei Jahren und drei Monaten, zu der ihn das Landgericht Hannover verurteilt hatte.

Die Terrassentür eines Einfamilienhauses in Felsberg wurde am 22. November 2017 mit einem Stein zertrümmert, gestohlen wurden Schmuck und Uhren im Wert von 8754 Euro. Nur eine Uhr bekam der Eigentümer zurück. Zur Wiedergutmachung muss der Angeklagte 8409 Euro und die Kosten des Verfahrens tragen.

Der Beschuldigte erklärte vor Gericht, als 19-Jähriger aus Albanien nach Deutschland gekommen zu sein. In Albanien habe er das Abitur gemacht, das in Deutschland aber nicht anerkannt werde, und BWL studiert. Im Knast habe er eine Schweißerlehre begonnen. Seine Frau und seine Tochter lebten von ihm getrennt in Albanien.

Die Staatsanwältin erklärte, eine Strafe von zwei Jahren und sechs oder zwei Jahren und neun Monaten wäre für die Felsberger Tat „sehr maßvoll” unter Einbeziehung eines bestehenden Urteils, wenn er gestehe. Damit könnte sich das Gericht anfreunden, formulierte Richterin Corinna Eichler. Der Verteidiger sagte, sein Mandant könne nicht zugeben, „was er nicht gemacht hat”.

Während der Vernehmung des geschädigten Hauseigentümers gab es auf Antrag des Verteidigers eine Unterbrechung. Danach erklärte der Anwalt, sein Mandant sei während der Tat in Felsberg „dabei gewesen”. Der Beschuldigte gestand, die Scheibe zertrümmert zu haben. Er habe aber nicht die Wohnung betreten. Das sei ein Anderer gewesen, dessen Namen er nicht nennen wolle.

Die Vernehmung des Geschädigten hatte auf den Angeklagten eine solch große Wirkung, dass sich dieser während der Beweisaufnahme und in seinem letzten Wort für die Tat entschuldigte. „Es tut mir sehr leid. Es ist mir sehr unangenehm, das zu ertragen.”

Die Staatsanwältin sah den Vorwurf der Anklage bestätigt. Das Geständnis sei eine ernsthafte Entschuldigung. Die Anträge, denen das Gericht folgte: zwei Jahre und neun Monate und die Zahlung von 8409 Euro. Der Verteidiger beantragte eine Strafe, die zwei Jahre und sechs Monate nicht überschreiten sollte. Er sei froh, so der Anwalt, dass der Zeuge vor Gericht war. Sein Mandant habe sich entschuldigt.

Angeklagte war erschrocken

„Es war gut für den Angeklagten, dass wir den Geschädigten gehört haben”, sagte Eichler bei der Urteilsbegründung. Der Angeklagte sei erschrocken gewesen über die Situation, in der sich der Geschädigte befunden habe. Das Gericht habe die Entschuldigung als ehrlich empfunden. Zwei Jahre und neun Monate seien das rechte Maß.

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