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Verschnaufen beim Bummeln: Klaus Leise präsentiert Ideen des Künstlers Johann Steffen für Fritzlar

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Von: Maja Yüce

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Auf dem Foto ist ein Mann zu sehen.
So könnten sie aussehen, die Sitz- und Ruhegelegenheiten: Zwei der sieben Modelle von Johann Steffen präsentiert Klaus Leise. © Michael Brückmann

Der Hessentag 2024 in Fritzlar soll ein Fest für alle Menschen werden.

Fritzlar – Das Ziel steht fest: Der Hessentag in Fritzlar soll ein Fest für alle Menschen werden. Doch bis es so weit ist, gibt es noch viel zu tun. Denn wer die mittelalterliche Stadt mit ihren vielen schönen Gassen kennt, weiß auch, dass sie insbesondere für Menschen, die ihrer Mobilität eingeschränkt sind, alles andere als leicht zu entdecken ist.

Denn es gibt viele Barrieren: Pflastersteine, steile Wege, Treppen und mehr.

Klar, Fritzlar will sich beim Hessentag von seiner schönsten Seite präsentieren und dabei führt eben kein Weg an der schönen Innenstadt vorbei. Einer, der sich schon weit vor den Planungen für den Hessentag Gedanken um die Barrierefreiheit – vor allem aber um Möglichkeiten, zum Verschnaufen – gemacht hat, ist Johann Steffen. Der Anfang Februar verstorbene Intarsienkünstler, hat einige seiner Ideen für ein attraktiveres Fritzlar hinterlassen – unter anderem in Form von sieben kleinen, liebevoll gestalteten Holzmodellen.

Modelle sind in kleinem Pappkarton

Verpackt in einen Karton, hat er diese an seinen Freund Klaus Leise vom Geschichtsverein übergeben. Mit den Worten: „Vielleicht können die Ideen ja umgesetzt werden“, berichtet Leise. Vorsichtig nimmt er ein Modell nach dem anderen aus dem Pappkarton. Zu sehen sind Figuren von Menschen, die auf kleinen Pollern sitzen, sich an eigens dafür vorgesehene Sitz-Geländer lehnen – sich ausruhen, etwas verschnaufen, bevor sie weiter ihrer Wege ziehen.

„Diese Ideen umzusetzen, würde sicher nicht viel Geld kosten“, sagt Klaus Leise und vertritt somit die Idee seines verstorbenen Freundes. Dieser war überzeugt: Die Ruhebänke und kleinen Sitzgelegenheiten ließen sich auf relativ leichte und preiswerte Art in der Dom- und Kaiserstadt umsetzen. „Er hatte viele Ideen, aber nicht mehr die Zeit, diese umzusetzen“, sagt Leise mit Blick auf das Werk von Steffen.

Auf dem Foto ist ein Mann zu sehen.
Hatte viele Ideen: Der verstorbene Künstler Johann Steffen. © Anke Laumann

Johann Steffen war ein Multitalent und ein bedeutender Künstler Fritzlars. Er arbeitete aktiv im Fritzlarer Regionalmuseum mit. Kümmerte sich in seiner Werkstatt im zweiten Obergeschoss des Hochzeitshauses um die Restaurierung von Truhen, landwirtschaftlichen Geräten, Möbeln und Ölgemälden. Auch seine Kunstwerke finden sich in Fritzlar an prominenten Orten, wie dem Grauen Turm. Bekannt wurde Steffen aber vor allem durch seinen unbezähmbaren Tatendrang bei der Fertigung von Holzintarsien. „Johann Steffen war in allen künstlerischen Gebieten sehr gut aufgestellt und unheimlich geschickt“, sagt Leise. „Er war einer der besten Intarsienkünstler Europas.“

Die Stadt soll durch solche Sitz- und Ruhegelegenheiten noch attraktiver werden

Deshalb habe er auch nicht große Skizzen angefertigt, sondern seine Ideen in den kleinen Holzmodellen verarbeitet. Dadurch wirken sie ausdrucksstärker und fast zum Greifen nah.

Johann Steffen sei sicher gewesen, dass die Stadt durch solche Sitz- und Ruhegelegenheiten noch attraktiver werde. Eben ein Ort, den möglichst viele Menschen entdecken könnten. Und dies in ihrem ganz eigenen Tempo. Denn längst nicht nur Menschen mit Einschränkungen und Touristen würden sich über eine Verschnaufpause beim Gang durch die Fachwerkstadt freuen, sagt Klaus Leise. Auch zum Beispiel für Eltern mit Kinderwagen oder kleinen Kindern an der Hand, Menschen, die ihren Einkauf zu Fuß nach Hause bringen oder auch jeder Spaziergänger könnten sie eine Bereicherung sein. Überdies eine, die Fritzlar näher an ihr Hessentagsziel bringt: eine Stadt, die ein großes Fest für alle Menschen feiert. (Maja Yüce)

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