1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fritzlar-Homberg
  4. Fritzlar

Hier steckt viel Liebe drin: Fritzlarer Betrieb „Ei love you“ verkauft Eier und mehr

Erstellt:

Von: Sascha Hoffmann

Kommentare

Auf dem Foto sind eine Frau und ein Mann zu sehen und ganz viele Hühner.
Ein Bett auf der Hühnerwiese statt im Kornfeld: Andreas Orth und Lebensgefährtin Alex Arend sind die Kreativköpfe hinter der Marke „Ei love you“. © Sascha Hoffmann

Ob Eier, Kartoffeln oder Honig – regionale Lebensmittel und Produkte werden immer beliebter. Wir stellen Direktvermarkter aus der Region vor. Heute: Ei love you.

Fritzlar – Einen Wecker braucht Andreas Orth wahrlich nicht. Punkt 4.15 Uhr in der Früh sorgt Hahn Konstantin dafür, dass alle auf und rund um den kleinen Bauernhof am Rande Fritzlars mehr oder weniger sanft aus den Betten gekräht werden. Es ist nur das erste Wecken des Tages, die Arbeit startet in der Regel etwas humaner gegen 7 Uhr. Dann schaut der Hofherr direkt in den drei Hühnermobilen vor dem Haus nach dem Rechten, und das nie, ohne vor dem Betreten anzuklopfen. Das gehöre sich schließlich so, sagt der 54-Jährige und erklärt: „Ansonsten würden sich die Tiere erschrecken, und das soll nicht sein.“

Orth und seine Lebensgefährtin Alex Arend, die wenige Hundert Meter entfernt in der Stadt lebt, lieben ihre rund 900 Tiere der besonders robusten Rasse Lohmann Brown, nicht umsonst haben sie ihren Betrieb „Ei love you“ getauft. Dass ihre Hühner glücklich sind, ist ihnen besonders wichtig, und deshalb haben sie sich ganz bewusst für mobile Stalleinheiten mit je 300 Hühnern entschieden. „Kleine Herden sollten es sein, weil wir die besonders leicht und häufig versetzen können“, erklärt Orth. Das trage enorm zum Glücksfaktor der fröhlich schnatternden Tiere bei, denn so hätten sie möglichst häufig eine saftig grüne Wiese, auf der sie sich tummeln könnten. Dass Orth kein Bett im Kornfeld, dafür aber eins auf der Hühnerwiese hat, kommt auch nicht von ungefähr. „Die Hühner sind keine Sonnenanbeter, und das riesige Bett liefert nicht nur eine gute Portion Schatten, sondern noch dazu Schutz vor Gefahren wie dem Hühnerhabicht.“ Durch die Nähe zur Stadt hielten sich die Gefahren aber glücklicherweise in Grenzen, und auch die direkt angrenzende Hauptstraße gebe einen gewissen Schutz.

Hof in Fritzlar: Rund 750 Stück liefern die Hühner pro Tag

So können Orths Hühner glücklich in den Tag hineinleben, fröhlich zum Wellness in die geliebten Staubbäder hüpfen und dabei ganz nebenbei ihr Federkleid pflegen.

Die Eierproduktion läuft da fast schon von allein. Rund 750 Stück liefern die Hühner pro Tag, und da beginnt die Arbeit für Tierfreundin Alex Arend. Wasser und Futter wollen aufgefüllt, die Ställe ausgemistet und die Eier herausgeholt werden.

Alle Eier kosten das Selbe, verkauft werden sie im eigenen Hofladen mit einer Kasse des Vertrauens

Dann geht es ans Sortieren, Stempeln und Abpacken. „Die kleinsten Eier verkaufen wir kiloweise, die größeren nach Güteklasse A, das heißt, verschiedene Größen werden zusammen in einer Packung verkauft und müssen insgesamt mindesten 530 Gramm wiegen“, so die 47-Jährige, die mit viel Liebe im Geschäft dabei ist und neben der Vermarktung über soziale Netzwerke auch für das Design der Verkaufsverpackungen verantwortlich zeichnet.

Der Einheitspreis ihrer Eier mache die Abwicklung leichter, verkauft werde nämlich im eigenen Hofladen mit einer Kasse des Vertrauens, da seien zu viele verschiedene Preise einfach nicht praktisch. Nudeln, auch zum Verschenken als Sträuße gebunden, Eierlikör und einiges mehr produzieren sie nicht selbst, sondern kaufen es bei Geschäftspartnern ihres Vertrauens ein. Mehr gebe die Zeit nicht her, sagt Arend, und daran kann selbst Konstantins frühes Krähen nichts ändern. (Sascha Hoffmann)

Auch interessant

Kommentare