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Sie wollen nicht tatenlos zusehen: Hilfsaktionen für Menschen in der Ukraine laufen an

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Von: Chantal Müller, Maja Yüce

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Auf dem Foto sind drei Menschen zu sehen.
Sammeln Sachspenden für Menschen aus der Ukraine: (von links) Heidelinde Koch, Tom Sohl und Anna-Maria Bischof von der CDU Schwalm-Eder. © Peter Zerhau

Immer mehr Hilfsorganisationen bitten um Spenden und materielle Unterstützung für das vom Krieg gebeutelte Land.

Fritzlar / Gudensberg – Die Solidarität mit den Menschen in der Ukraine ist auch im Schwalm-Eder-Kreis groß. Neben den Demonstrationen und Kundgebungen gegen den russischen Angriffskrieg gibt es nun verstärkt auch die Fragen danach, wie man den Menschen auf der Flucht konkret helfen kann. „Wie kann man spenden? Was wird gebraucht?“. Hilfsorganisationen bitten um Spenden und materielle Unterstützung für das vom Krieg gebeutelte Land.

Doch gibt es auch Einzelaktionen im Landkreis, die man unterstützen kann.

Partnerschaftsverein: Eindrucksvoll haben die Gudensberger am Samstag bei einer Kundgebung Solidarität mit der Ukraine, speziell mit ihrer Partnerstadt Schtschyrez, bekundet. Jetzt folgen auf die Worte auch Taten im Sinne von konkreter Hilfe: „Wir planen einen Spendentransport“, sagt Dr. Eberhard Kettlitz, Koordinator für die kommunale Entwicklungspolitik bei der Stadt Gudensberg. Der Partnerschaftsverein Gudensberg-Schtschyrez übernehme maßgeblich die Koordination, so Kettlitz. Mit dem Verein Mach Mit in Gudensberg habe man zudem einen erfahrenen Partner an der Seite, wenn es darum geht, Geflüchteten zu helfen. „Sie kennen sich aus in der Flüchtlingsarbeit, haben Erfahrung mit psychologischer Betreuung, der Vermittlung von Sprache und vielem mehr“, sagt Kettlitz.

Deshalb ist die Arbeit auf zwei Bereiche aufgeteilt: Der Partnerschaftsverein koordiniere die finanziellen Spenden – etwa für spezielle technische Anschaffungen wir größere Notstromaggregate. „Dabei geht es nicht um kleine Geräte, sondern um eines, mit dem man zum Beispiel Heizung und Beleuchtung in einer Turnhalle oder einem Krankenhaus sicherstellen kann“, sagt Kettlitz. Daher seien jetzt insbesondere Geldspenden gefragt. Der Transport solle dann so bald wie möglich starten. „In der polnischen Grenzstadt Przymsl hat ein Unternehmer aus Schtschyrez eine Lagerhalle, dort bringen wir die Sachen unter und von dort werden sie weitertransportiert“, erklärt Kettlitz weiter. Man habe weiterhin Kontakt zu den Menschen in der Partnerstadt. Dort seien um die 500 Geflüchtete angekommen. Diese würden bei Familien, aber auch in Turnhallen untergebracht. „Viele haben bloß einen Rucksack dabei. Es fehlt an allem“, sagt Kettlitz.

Verein Mach Mit kümmert sich um Unterkunftsangebote

Sachspenden für die Ankunft möglicher Menschen auf der Flucht in Gudensberg werden zudem gesammelt – vom Verein Mach Mit. „Dort werden auch Wohnungsangebote und sonstige Unterkunftsangebote angenommen.“

Geldspenden sammelt der Gudensberger Partnerschaftsverein über die Internetseite pv-gudensberg.de Kontakt: Michael Höhmann, Schatzmeister des Gudensberger Partnerschaftsvereins, 0172/837656565.

Sachspenden sammelt der Verein Mach Mit, Kontakt: Sascha Fleddermann, 05603/9276260, info@machmit-gudensberg.eu

CDU Schwalm-Eder: Unter dem Motto #HelfenStattAbwarten sammelt die CDU Schwalm-Eder Sachspenden für die Menschen in der Ukraine. „Wo es geht, müssen wir den Menschen, die vor Krieg und Gewalt flüchten, auch konkret helfen“, sagt Anna-Maria Bischof, Kreisvorsitzende der CDU Schwalm-Eder.

Zusammen mit der Hilfsorganisation Ukrainehilfe Breitscheid St. Laurentius Gemeinschaft e.V. wolle man dringend benötigte Güter in die Ukraine und in die Länder bringen, wo die Menschen vor Krieg und Terror Zuflucht suchen.

„Bereits seit 30 Jahren unterstützt die Hilfsorganisation Menschen in der Ukraine. Durch Sachspenden wollen wir die wichtige Arbeit dieser Organisation unterstützen“, so Bischof weiter.

Flüchtende sind auf Unterstützung angewiesen – nehmen nur das Nötigste auf ihrer Flucht mit

Hauptsächlich flüchten Frauen und Kinder aus der Ukraine, suchten jetzt Hilfe in den umliegenden Ländern. „Aufgrund des verhängten Ausnahmezustandes dürfen männliche ukrainische Staatsbürger im Alter von 18 bis 60 Jahren das Land nicht verlassen“, so Bischof weiter.

Familien würden auseinandergerissen und die Flüchtenden müssten ihr Hab und Gut zurücklassen. Auf ihrer Flucht könnten sie nur das Nötigste mitnehmen, deswegen seien sie dringend auf unsere Unterstützung angewiesen“, sagt Bischof.

„Einfache Dinge werden dringend benötigt. Man kann zum Beispiel in seinem Auto den Verbandskasten wechseln und uns den alten Verbandskasten bringen. Zusammen mit der Ukrainehilfe Breitscheid St. Laurentius Gemeinschaft werden die Sachen dann direkt in die Ukraine geliefert, wo sie so dringend benötigt werden. Jeder kann helfen!“, betont Anna-Maria Bischof im HNA-Gespräch.

Sachspenden werden mit einem Transporter nach Breitscheid zu der Hilfsorganisation gebracht

Wer sich an der Hilfsaktion der CDU Schwalm-Eder beteiligen möchten, kann ab sofort und bis einschließlich Freitag, 4. März, täglich zwischen 10 und 17 Uhr Sachspenden in der Kreisgeschäftsstelle der CDU Schwalm-Eder (Waberner Str. 20, Fritzlar) abgeben.

Samstag sollen die Sachspenden mit einem Transporter nach Breitscheid zu der Hilfsorganisation Ukrainehilfe Breitscheid gefahren, um dann in die Krisenregionen gebracht zu werden.

Global Care: Das Kinderhilfswerk Stiftung Global Care hat direkt zu Kriegsbeginn humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung der Ukraine zugesagt. Derzeit baue das Team die Hilfe vor Ort auf, berichtet Sprecherin Nina Weyel.

Global Care aus Fritzlar stellt mehrere Tonnen Lebensmittel zur Verfügung

Mehrere Tonnen Lebensmittel sollen ebenso verteilt werden wie etwa Windeln für Babys, die an den Grenzen auf ihren Weitertransport warten. Außerdem würden nach wie vor Familien aus betroffenen Gebieten evakuiert und Keller so ausgestattet, dass Geflüchtete dort in Sicherheit sind.

Wer die Arbeit des Kinderhilfswerks unterstützen möchte, kann spenden. Möglich ist das über folgenden Link: zu.hna.de/globalcareukraine2602 (alles in einem Wort). Außerdem gibt das Team von Global Care Auskunft über die Spendenkonten: Tel. 0 56 22/6160. (Maja Yüce und Chantal Müller)

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