Energiepreis-Krise

Kliniken in der Kostenfalle – Energiepreis-Krise: Hospital und Asklepios fordern Geldspritze

Auf dem Foto ist der Eingang des Hospitals in Fritzlar zu sehen.
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Im Fritzlarer Hospital zum Heiligen Geist ist man auf Erdgas angewiesen.

Steigende Kosten machen auch den Kliniken zu schaffen. Auch das Fritzlarer Hospital zum Heiligen Geist und die Asklepios Kliniken Schwalm-Eder sind betroffen.

Schwalm-Eder – Kliniken schlagen Alarm: Ihnen drohen finanzielle Schwierigkeiten, so die deutsche Krankenhausgesellschaft. Grund dafür seien allgemeine Kostensteigerungen, vor allem aber, dass 90 Prozent der Kliniken Erdgas nutzten. Auch das Fritzlarer Hospital zum Heiligen Geist und die Asklepios Kliniken Schwalm-Eder belasten die steigenden Kosten.

Bislang kompensiere man diese so gut es gehe aus Rücklagen, sagt Dr. Carsten Bismarck, Geschäftsführer des Hospitals. Man gehe aber künftig von Energiekosten im mittleren bis hohen sechsstelligen Bereich aus. Diese könne man selbst mit noch so großem Sparwillen nicht decken. Daher fordert das Hospital Unterstützung von Stadt, Kreis, Land und Bund.

Forderung: Rettungsschirm für Kliniken von der Bundesregierung

Auch die Asklepios Kliniken Schwalm-Eder sehen dringenden Handlungsbedarf. Sie fordern eine Art Rettungsschirm für Kliniken von der Bundesregierung, so Geschäftsführerin Dr. Dagmar Federwisch. Denn aktuell hätten alle Kliniken die Mehrkosten selbst zu tragen, da es keine Sonderausgleichsmöglichkeiten gebe. Dies belaste die Zahlungsfähigkeit und das Jahresergebnis.

Anders als in vielen anderen Branchen üblich, können Kliniken ihre Preise nicht einfach anheben und so den finanziellen Druck abmildern. Sie sitzen in der Kostenfalle: „Wir haben keinen Einfluss auf die Behandlungsentgelte“, sagt Bismarck. Diese würden von den Krankenkassen mit fest vereinbarten Summen honoriert und könnten von den Kliniken nicht selbstständig angepasst werden.

Im Hospital versuche man seit Monaten, die Mehrkosten abzufedern. Etwa durch „Einkaufsoptimierung mit maximaler Effizienz“. Auch gebe es einen Energie-Krisenstab. Dieser erarbeite Ausfallkonzepte für die Gefahr des Gasmangels. Es gebe auch Energiesparpläne: So werde das Lichtkonzept angepasst und in der Heizperiode sollen die Temperaturen in Nicht-Patientenbereichen abgesenkt werden. „Die Temperaturregelung in den Patientenzimmern wird davon nicht betroffen sein“, betont Bismarck. Darüber hinaus denke man darüber nach, Bereiche, die nicht direkt zum Hospital gehören, stillzulegen. (Maja Yüce)

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