Hospital Fritzlar

Ihr Herz schlägt für die Medizin: Medizinstudentin absolviert praktisches Jahr im Hospital

Auf dem Foto sind zwei Menschen zu sehen.
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Starkes Team: Mariya Ilieva Georgieva und Dr. Tim Ebert, der am Fritzlarer Klinikum auch die Medizinstudenten im praktischen Jahr betreut.

Wir haben mit der ersten Medizinstudentin gesprochen, die in Fritzlar ihr praktisches Jahr absolviert.

Fritzlar – Man hört Mariya Ilieva Georgievas Herz förmlich vor Freude hüpfen, wenn sie von ihrem Alltag im Hospital zum Heiligen Geist berichtet. Lange hat sie darauf hingearbeitet, mit Patienten arbeiten zu dürfen: Sie ist die erste Medizinstudentin, die in Fritzlar ihr praktisches Jahr absolviert. „Ich bin überglücklich und stolz, dass ich mein Staatsexamen bestanden habe und das Gelernte anwenden darf“, sagt die junge Frau, die aus einem Kurort in Bulgarien stammt und für die Erfüllung ihres Kindheitstraumes nach Deutschland gekommen ist.

Im Oktober 2013 begann sie ihr Studium der Humanmedizin an der Gießener Justus-Liebig-Universität, so, wie sie es sich als Mädchen vorgenommen hatte. „Meine Oma wurde neun Jahre zuhause gepflegt, ich bin auf viele Pfleger und Ärzte getroffen, das hat mich sehr inspiriert“, sagt die 28-Jährige, die als Kind ihre Puppen verarztet hat. Mit 13 traf sie die Entscheidung: „Mir wurde klar, dass ich Ärztin werden wollte, um Menschen zu helfen.“

Wunsch nach kaltem Wasser – die Unterstützung der Kollegen hat sie sicher

Es sollte 15 Jahre dauern, bis Georgieva den sprichwörtlichen weißen Kittel zum ersten Mal überziehen durfte. „Den Kittel gibt es nicht mehr, heutzutage ist das eine Hose mit T-Shirt, die darf ich aber schon tragen“, sagt sie und berichtet von ihrem ersten Morgen im offiziellen Ärzteoutfit: „Ich habe ein Selfie gemacht, ich war wirklich stolz und wollte diesen Moment mit Familie und Freunden teilen.“ Doch sie sei nicht nur stolz, sondern aufgeregt gewesen, immerhin habe sie ihr erster Tag in die Notaufnahme geführt. „Notdienst, Notarzt, Patienten, Hektik – das war viel auf einmal“, sagt sie. Aber es sei ihr Wunsch gewesen, ins kalte Wasser geworfen zu werden. Die Unterstützung des Klinikteams sei ihr sicher gewesen.

Im Normalfall gelinge es ihr gut, ruhig auf Patienten zuzugehen, im Notfall allerdings sehe das noch etwas anders aus: „Da fällt es mir noch nicht so leicht, sicher aufzutreten, da bin ich froh, dass ich auf meine Kollegen und die Oberärzte zählen kann.“ Angst habe sie keine, eher Respekt. „Angst wäre kein guter Berater, damit würde man die Patienten verunsichern“, sagt Georgieva. Mit der Zeit sei sie ruhiger geworden, auch bei Notfällen, und im Klinikalltag fühle sie sich ebenfalls sicher.

Angehenden Kollegen lernen so die Arbeit in einem lokal verwurzelten Haus näher kennen

Das bleibt auch den erfahrenen Ärzten nicht verborgen, für die sie längst zur Stütze geworden ist. „Mariya Georgieva ist eine talentierte junge Kollegin, die die Ausbildungsmöglichkeiten unseres Hauses wie das Mitwirken an Untersuchungen, Behandlungen, der Patientenaufnahme und die Teilnahme an hausinternen Fortbildungen mit Engagement annimmt“, lobt etwa Dr. Tim Ebert, Facharzt für Innere Medizin und Notfallmedizin sowie Leitender Oberarzt der Gastroenterologie und Diabetologie.

Der Vertrauensdozent für Medizinstudenten im praktischen Jahr freut sich darüber, mit dem Hospital zum Heiligen Geist „jetzt aktiv als Lehrkrankenhaus an der klinischen Phase der Ausbildung von Ärzten teilnehmen zu können“. Angehenden Kollegen könnten so die Vorzüge der Arbeit in einem lokal verwurzelten Haus näher gebracht werden.

Noch mehr freut das Mariya Ilieva Georgieva, die es deshalb gelassen nimmt, dass ihr praktisches Jahr ausgerechnet in eine Pandemie fällt. „Das macht keinen großen Unterschied, ich bekomme trotzdem Input durch die Ärzte.“ Sie habe viel gelernt – vielleicht sogar mehr, als ohne Corona. Und darum gehe es schließlich im praktischen Jahr, den letzten Metern hin zum Traumjob, der ihr Herz vor Freude hüpfen lässt. (Sascha Hoffmann)

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