Anwohnerin ärgert sich

"Über Flüchtlinge erregen, aber Nachbarn Hundescheiße vor Haustür legen"

Sie hat genug: Christa Sbrzesny ärgert sich seit Jahren immer wieder über Hundekot vor ihrer Hecke. Jetzt appelliert sie an die Hundehalter, die Hinterlassenschaften wegzuräumen. Foto: Laumann

Lohne. Christa Sbrzesny hat genug. „Jetzt reicht's", sagt sie. „Es ist schon wieder ein Haufen hinzugekommen." Die 80-Jährige zählt durch: Vier Haufen mit Hundekot liegen im Gras vor ihrer Hecke in Lohne.

Seit Jahren ärgert sie sich über die Hinterlassenschaften der Vierbeiner. Jetzt hat sie für alle sichtbar zwei Zettel an ihrer Hecke am Chattenblick angebracht.

Die Botschaft schwarz auf rot ist deutlich: „Was für ein Weltbild! Sich über Flüchtlinge erregen, aber dem Nachbarn die Hundescheiße vor die Haustür legen - Vielen Dank den rücksichtsvollen Bürgern“, heißt es. Und die Seniorin warnt die „disziplinlosen Hundehalter“: „Sie bleiben im Gespräch.“

Trotz Tütenspender 

Sbrzesny lebt seit 18 Jahren in Lohne. Sie ist gerne draußen, sie liebt ihren Garten. Auch die Hecke liegt ihr am Herzen. Immer wenn die geschnitten werden muss, geht die 80-Jährige den kleinen Weg hinter dem Grundstück entlang. Der Weg vorbei an der Streuobstwiese und den Feldern ist bei Spaziergängern beliebt. Viele Hundehalter gehen dort mit ihrem Vierbeinern Gassi - und lassen die Hinterlassenschaften liegen. „Dabei gibt es in Lohne Tütenspender“, erklärt Sbrzesny. Die Halter könnten den Kot einfach mit einem Beutel aufsammeln und anschließend entsorgen. Doch das machten die wenigsten.

„Ich bin kein Hundehasser“, betont die Anwohnerin. Im Gegenteil. Sie liebe Tiere, versichert Sbrzesny, die seit 19 Jahren eine Katze hält. Schon mehrmals habe sie auf das Problem aufmerksam gemacht. So steckte sie etwa ein rotes Schild in einen Hundehaufen - zwei Tage später war er weg.

Kamera aufstellen 

Auf frischer Tat habe sie noch keinen Vierbeiner erwischt. Auf die Lauer legen wolle sie sich nicht. Sie überlege jedoch, eine Kamera aufzustellen oder zumindest eine Attrappe, um die Hundehalter abzuschrecken. Seit zwei Jahren sei das Problem mit dem Hundekot akut. Sbrzesny plädiert dafür, die fahrlässigen Hundehalter zu bestrafen. „Ich bin jetzt der Wutbürger“, räumt die Frau ein. Sie ist sich sicher: „Es gibt eine ganze Menge Leute, die sich darüber aufregen. Aber es traut sich niemand, etwas zu sagen.“

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