Immer wieder Müll auf der Wiese

Unbekannte werfen Abfall nach Ziegen in Fritzlar – Zwei Tiere wurden verletzt

Verlangen, dass endlich niemand mehr den Tieren schadet: von links die Ziegenhalter Martin und Daniela Will sowie Martin Ehlers von der Ursulinenschule.
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Verlangen, dass endlich niemand mehr den Tieren schadet: von links die Ziegenhalter Martin und Daniela Will sowie Martin Ehlers von der Ursulinenschule.

In Fritzlar weiden die Ziegen von Familie Will friedlich nahe der Ursulinenschule. Doch seit einiger Zeit stören Unbekannte die Ruhe und werfen Müll nach den Tieren.

Fritzlar – Daniela Will und ihrem Mann Martin aus Haddamar reicht es endgültig. Regelmäßig werden ihre Ziegen, die auf einem Grundstück nahe der Fritzlarer Ursulinenschule weiden, mit Müll beschmissen – und verletzt. Flaschen, Steine, teilweise sogar Sperrmüll landen im Ziegengehege. „Das geht gar nicht“, sagt die Ziegenhalterin und hat bereits Anzeige bei der Polizei erstattet.

Laut Pressesprecher Jens Breitenbach hatte es in den vergangenen Monaten vereinzelte Beschwerden von Anwohnern gegeben, weil es mit einigen Jugendlichen zu Konfrontationen gekommen sei. Im Herbst sei eine Strafanzeige wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und eine Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen Unbekannt erstattet worden. „Diese Strafanzeigen stehen mit dem Werfen von Gegenständen im Zusammenhang“, erklärt Breitenbach.

Die Polizei Fritzlar habe Kontrollen in dem Bereich vorgenommen. „Dabei wurde auch eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und eine Ordnungswidrigkeitsanzeige wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz gefertigt.“ Doch damit nicht genug: Auch wegen Verunreinigungen sei eine Ordnungswidrigkeit an die Stadt Fritzlar weitergeleitet worden.

Unbekannte werfen Abfall nach Ziegen in Fritzlar – Familie Will ist fassungslos

Eine Nachbarin und Schüler der Ursulinenschule würden das Ehepaar Will immer wieder per Telefon kontaktieren, wenn sie mal wieder eine Gruppe Jugendliche erwischen, die an der Wiese randalieren. „Selbst haben wir leider noch nie jemanden dort angetroffen“, sagt Will.

Wenn die unbekannten Täter schon längst über alle Berge sind, müssen sich die Ziegenhalter um den Müll auf dem Grundstück kümmern. „Das wird einfach alles über die Mauer geschmissen“ – Familie Will ist fassungslos. Das Schlimmste sei gewesen, als sie eines Tages den Sperrmüll auf der Wiese haben liegen sehen.

„Die Ursulinenschule, die versucht, uns bei dem Problem zu unterstützen, hat netterweise die Entsorgung übernommen“, sagt Daniela Will. Den zwei verletzten Ziegen habe das allerdings auch nicht geholfen. „Eine Ziege ist uns humpelnd entgegen gekommen und eine andere hatte Schnittwunden.“

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Unbekannte werfen Abfall nach Ziegen in Fritzlar: Zwei von zehn Tieren verletzt

Nicht auszudenken, wenn noch etwas Schlimmeres passiert. „Eine Nachbarin hat bereits Anzeige erstattet, weil auch auf ihrem Grundstück immer wieder etwas beschädigt wird“, erzählt die Tierhalterin. „Das mit den Ziegen ist ja schon schlimm genug. Aber wer Flaschen wirft, der könnte auch mal einen Menschen treffen.“

Insgesamt weiden seit dem vergangenen Jahr etwa zehn Tiere auf der Fläche. „Den Großteil der Ziegen haben wir von dem Vorgänger übernommen, der sich in den Jahren zuvor um die Beweidung gekümmert hat“, sagt Will. Zwei Ziegen jedoch seien dazu gekommen. „Die haben wir über den Tierschutz gerettet. Sie waren mehrere Jahre an einem Pflock angeleint.“ Eigentlich hätten die Neuzugänge endlich ein schönes Leben haben sollen. Nun aber sind es genau diese zwei Tiere, die ständig Verletzungen davon tragen.

„Mittlerweile haben wir sie schon an einem anderen Ort untergebracht. Die Zwei sind einfach so zahm, die werden immer wieder an den Zaun laufen, wenn man sie ruft – egal, was ihnen dort angetan wird.“ Seitens der Polizei sei dem Paar empfohlen worden, eine Kamera aufzustellen, um die Täter zu ermitteln.

Auch interessant: In der Wildtierauffangstation von Thekla Pfeiffer in Bad Wildungen werden kranke, verletzte und schwache Tiere gesund gepflegt für eine Rückkehr in die Natur. (Daria Neu)

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