Im Notfall nicht zögern

Beunruhigender Trend: Patienten scheuen wegen Corona Besuch in Kliniken

Die Mediziner in den Krankenhäusern im Schwalm-Eder-Kreis beobachten einen beunruhigenden Trend: Während der Corona-Pandemie scheuten Patienten auch mit schwerwiegenden Krankheitssymptomen den Besuch in der Klinik.

Das Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar und die Asklepios Kliniken in Schwalmstadt und Melsungen appellieren deshalb an die Menschen, die krank sind, Behandlungen nicht auf die lange Bank zu schieben. Die Abschätzung der Notwendigkeit einer Behandlung müsse unbedingt aus ärztlicher Sicht erfolgen.

Die Sorge vor dem Coronavirus könne bei einer unbehandelten Erkrankung zu schlimmeren gesundheitlichen Folgen führen als die Infektion an Covid-19. Besonders kritisch sei das bei Herzkrankheiten, Schlaganfällen und Krebserkrankungen. „Bei allen sinnvollen Maßnahmen gegen die Corona-Infektion dürfen wir nicht die anderen schwer erkrankten Patienten aus dem Blick verlieren“, sagt Dr. Matthias Schulze, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Inneren Medizin und Kardiologie am Asklepios Klinikum Schwalmstadt. Das sieht auch der medizinische Geschäftsführer des Hospitals, Dr. Carsten Bismarck, so: „Wer krank ist, sollte ins Krankenhaus kommen. Wer aus Angst vor einer Corona-Infektion eine dringend notwendige stationäre Behandlung vermeidet oder auch nur verzögert, bringt sich in große Gefahr.“

Die Corona-Pandemie ist laut den Ärzten des Fritzlarer Hospitals und der Asklepios Kliniken in Schwalmstadt und Melsungen kein Grund, eine Behandlung im Krankenhaus zu vermeiden. Die Versorgung der Patienten erfolge in räumlicher Trennung von Covid-19-Patienten, entsprechende Hygienemaßnahmen würden eingehalten. So gebe es aufwendige Schutzmaßnahmen zur Infektionsvermeidung. Alles sei darauf ausgerichtet, die Ausbreitung der Virus-Erkrankung auf unbeteiligte Personen zu vermeiden, erklärt Bismarck. Im Hospital habe es bisher keine Ansteckung von Personal und Patienten gegeben. Es gebe kein erhöhtes Risiko sich in der Notaufnahme oder auf einer Station anzustecken, betont auch Schulze.

Deutlich weniger Diagnosen

Deutschlandweit werden derzeit deutlich weniger Diagnosen wie Schlaganfallverdacht oder Herzinfarkt gestellt. Zwar fehle noch eine belastbare Statistik, doch ersten Einschätzungen der Asklepios Kliniken zufolge habe sich die Zahl der Patienten mit ernsten Herzproblemen mindestens um die Hälfte reduziert. Für die Behandlung von Notfällen jeglicher Art stehen die Asklepios Krankenhäuser und auch das Hospital zum Heiligen Geist jederzeit zu Verfügung, so die Kliniken.

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