Filigrane Arbeit am Sandstein

Portal des Hochzeitshauses in Fritzlar wird restauriert

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Restaurieren das Hochzeitshaus in Fritzlar: Eric Kneisel und Sarah Link aus Witzenhausen sorgen dafür, dass möglichst viel der alten Strukturen erhalten bleibt. 

Die filigranen Motive am Portal des Fritzlarer Hochzeitshauses sind in die Jahre gekommen. Vieles ist nicht mehr richtig zu erkennen. Eine Restaurierung soll das ändern.

Könnte das Sandsteinportal des Hochzeitshauses sprechen, hätte es sicherlich einige Geschichten auf Lager. Denn seit Ende des 16. Jahrhunderts hat so mancher das geschichtsträchtige Gebäude, das derzeit umfassend saniert wird, betreten.

„Neben den Ausstellungsstücken ist das Hochzeitshaus selbst ein eindrucksvoller Zeuge der Fritzlarer Geschichte“, sagt Museumsleiterin Stefanie Mnich. Vor allem das Portal sei ein wichtiges Exponat. „Hier muss unbedingt etwas passieren“, betont Mnich. Sie hat sich daher um Unterstützung vom hessischen Landesamt für Denkmalpflege gekümmert. Dies übernimmt auch finanziell einen Großteil der Restaurierung.

Eingang stammt aus der Zeit der Renaissance

„Der Eingang stammt aus der Zeit der Renaissance und ist sehr hochwertig“, erklärt Denkmalpfleger Dr. Peer Zietz. „Durch dieses Portal gehen die Menschen nicht, sie schreiten hindurch.“

Die Kunstwerke auf der Sandsteinoberfläche stammen vom Bildhauer Andreas Herber. Abgebildet sind unter anderem eine Frau mit einem Korb voller Früchte, ein Marktbauer mit einem Stück Wild und zwei Delfine. „Sie alle symbolisieren die Fruchtbarkeit“, erklärt Zietz. Schließlich sei dies ja auch das Thema für diejenigen gewesen, die das Hochzeitshaus seinerzeit betreten haben.

Die Strategie der Restaurierung wollen alle Beteiligten noch sorgfältig ausarbeiten. Denn das gehe nicht mal so nebenbei, sagt Mnich: „Wir haben uns für Experten entschieden, die sich mit dem Material ganz genau auskennen.“ Sie spricht von Eric Kneisel und Sarah Link aus Witzenhausen.

Bestehendes soll vor weiterem Schaden geschützt werden

„Viele Menschen stellen sich unter Restaurierung etwas ganz anderes vor, als es eigentlich ist“, sagt Link. Mit vorsichtigen Handgriffen, unterschiedlichen Werkzeugen wie Pinsel und Spachtel und speziellen Substanzen gehe es darum, so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich zu verändern. „Es wird auch weiterhin zu sehen sein, dass die Motive eine lange Vergangenheit haben.“

Vielmehr geht es laut Link darum, Bestehendes vor weiterem Schaden zu schützen und dem Ganzen wieder eine Form zu geben. „Die Bedeutung des Portals soll wieder zu erkennen sein“, bestätigt auch Kneisel. „Es sollte also nicht kaputt, darf aber durchaus alt aussehen.“

Fest steht: Dort ist Fingerspitzengefühl gefragt. Im kommenden Jahr soll es an die Umsetzung gehen.

Wie viel die Arbeiten kosten, ist laut Mnich und Zietz noch nicht abschließend zu sagen. Das komme darauf an, auf welche Art der Restaurierung sich die Verantwortlichen einigen.

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