Projekt in Fritzlar

Schulhund soll Schülern beim Konzentrieren helfen

Fritzlar. Schüler in Fritzlar bekommen künftig Hilfe von einem Hund: Der Schulhund Kuba soll die Kinder und Jugendlichen der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule (RFE) im Unterricht unterstützen.

Schneeweißes Fell, rehbraune Augen - ein echter Hingucker ist der sieben Monate alte Schulhund Kuba. Man könnte mutmaßen, dass ein solcher Hingucker im Klassenraum die Schüler ablenkt. Doch das sieht Lehrerin und Hundehalterin Laura Roller ganz anders: „Lernpsychologisch ist es erwiesen, dass nach längeren Konzentrationsphasen die Aufmerksamkeit der Schüler abnimmt. Mit Kuba aber bleibt sie im Klassenraum.“

Und auch die Schüler freuen sich über ihren neuen Lehrer. „Kuba erleichtert uns das Lernen und steigert die Motivation“, sagt Hannah Möller, Schülerin der FOS 12 Wc. „Kuba verbessert ganz deutlich das Lernklima“, meint Julia Gombert.

Viel zu tun für Kuba 

Schulhunde sind überwiegend an Grund- und Förderschulen, aber auch an anderen Schulformen zu finden. Ein Schulhund wird von Geburt an für seine späteren Aufgaben ausgebildet. Bei der Welpenauswahl mit einer erfahrenen Züchterin wurde darauf geachtet, dass der Welpe die für seine zukünftigen Aufgaben relevanten Eigenschaften aufweist.

Ein Schulhund sollte einen ruhigen und freundlichen Charakter aufweisen und gerne mitten im Geschehen sein. Und natürlich geht es auch bei Kuba um Lernerfolg.

Hund fördert das Lernen 

Denn der Hund soll die Lernbereitschaft und Sozialkontakte untereinander fördern sowie für eine Stärkung des Gemeinschaftsgefühls in den Lerngruppen sorgen.

Viel zu tun also für Kuba. Das Hunde neue Wege im Umgang mit Aggressionen lehren, davon ist Laura Roller überzeugt. „Die Tiere reagieren auf rücksichtsloses Verhalten mit vorsichtigem Rückzug. Dadurch können sie Schülern auf neutrale Weise zeigen, dass ihnen unkontrollierte Aggressionen selbst schaden.“

Darüber hinaus könne der Schulhund zur Entspannung beitragen, da das Streicheln von Hunden den Herzschlag langsamer werden lasse, den Blutdruck und den Stresspegel senken könne. Es könne eine Beziehung zu dem Tier aufgebaut werden, welche frei von Bewertung und Beurteilung sei.

Als weißer Schweizer Schäferhund ist Kuba für sein ausgeglichenes Temperament bekannt. Darum wird diese Rasse oft als Blinden-, Rettungs- oder Spürhund eingesetzt. Die Ausbildung zum Schulhund dauert etwa eineinhalb Jahre und setzt sich aus Theorieseminaren, aus Seminaren mit Hund, aus Einzeltrainings und auch aus qualitätssichernden Reflexionsrunden zusammen. (red)

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