Sie sind die besten Freunde

Seit 2000 Jahren im Training: Christkind und Weihnachtsmann berichten über ihre Arbeit

Haben gerade viel zu tun: Das Christkind und der Weihnachtsmann. Wir haben sie in Fritzlar getroffen, wo sie eine kurze Verschnaufpause einlegten.
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Haben gerade viel zu tun: Das Christkind und der Weihnachtsmann. Wir haben sie in Fritzlar getroffen, wo sie eine kurze Verschnaufpause einlegten.

Kaum jemand hat in diesen Tagen wohl so viel zu tun, wie der Weihnachtsmann und das Christkind. Wir haben sie in Fritzlar getroffen und mit ihnen gesprochen.

Freundlich wie sie sind, haben sie sich Zeit für ein Interview genommen. Statt Plätzchen und Milch gab es Mohnschnecken und Kaffee. Nicht das einzige Klischee, mit dem die zwei aufräumten.

Sind der Weihnachtsmann und das Christkind befreundet?

Christkind: Wir sind die besten Freunde der Welt. Zu unseren sehr guten Freunden gehört auch die Zahnfee.

Weihnachtsmann: Ich kann gar nicht verstehen, warum viele Menschen glauben, wir seien Konkurrenten.

Wie viele Wunschzettel haben Sie schon bekommen?

Weihnachtsmann: Unzählige. Ich darf sie manchmal sogar vor den Eltern öffnen.

Christkind: Der Weihnachtsmann bekommt viel mehr Wunschzettel als ich. Dafür lassen sich die Kinder von mir gerne mit Glitzertattoos bemalen.

Was war Ihr schönster Termin?

Weihnachtsmann: Da gibt es viele schönste Momente. Zwei Beispiele: Einmal kam bei einem Weihnachtsmarkt eine Familie zu mir, deren Kind mir schon seit Jahren immer an Weihnachten seine Wünsche ins Ohr geflüstert hat. Sie hatten ein Fotoalbum dabei, in dem Bilder von dem Jungen und mir aus all den Jahren waren. 

Das hat mich gefreut. Und ein anderes Mal saß ich in meinem Sessel auf dem Heilbronner Weihnachtsmarkt und plötzlich kam ein Chor zu mir und stimmte ein Weihnachtslied an – ich hatte Freudentränen in den Augen.

Von den Freudentränen gibt es bestimmt viele...

Weihnachtsmann: Nicht nur. Einmal fragte mich ein kleines Mädchen, ob ich im Himmel wohne und sie war enttäuscht, als ich ihr sagte, dass mein Zuhause der Nordpol ist. Sie hatte einen Brief an ihre Mama dabei, die schon im Himmel wohnte. Ich habe ihr gesagt, dass ich ihren Brief meinen Freunden, den Engeln, gebe.

Was wollen die Kinder denn vom Weihnachtsmann wissen?

Weihnachtsmann: Ich werde oft gefragt, wo mein Schlitten ist und wieso meine Rentiere fliegen können. Es schneit ja nicht mehr so viel in Deutschland, deshalb lasse ich meinen Schlitten meistens zuhause, am Nordpol. Und: Nur Rudolph, mein Rentier mit der roten Nase, kann fliegen. Mit seinen Zauberkräften kann er auch die anderen Rentiere fliegen lassen.

Wie verbringen Sie Heiligabend?

Weihnachtsmann: Wenn die Arbeit erledigt ist und wir alle Geschenke verteilt haben, setzen wir uns mit unseren Wichteln und Helfern zusammen und feiern gemeinsam.

Gibt es auch Kinder, die Angst vor dem Weihnachtsmann haben?

Weichnachtsmann: Manche Kinder beobachten mich nur aus der Ferne. Aber wenn sie merken, dass ich mir Zeit für sie nehme und ihnen zuhöre, dann kommen sie näher. Meistens haben die Kinder Angst, deren Eltern ihnen mit Knecht Ruprecht und der Rute drohen, wenn sie nicht brav waren. Das sollten Eltern aber niemals machen.

Haben Sie denn schon alle Geschenke besorgt?

Weihnachtsmann: Die meisten haben meine Wichtel und ich schon. Aber wir müssen auch noch manchen Wunschzettel lesen. Übrigens, manche Zettel sind gar nicht so einfach zu finden, weil sie gut versteckt werden. 

Es wäre toll, wenn die Kinder sie in der Küche auf die Fensterbank legen, dann kann ich sie in der Dunkelheit gut finden. Auch über Kekse und ein Glas Milch freue ich mich – zur Stärkung.

Stimmt es, dass Sie über den Schornstein in die Häuser kommen?

Weihnachtsmann: Meistens ist das so, auch wenn mir manche Zentralheizung dabei Probleme bereitet und ich manchmal ganz schön poltere. Ich habe einen Rat für die Kinder: Steht nicht auf, wenn ihr mich hört. Wenn ihr mich seht, muss ich euer Geschenk nämlich wieder mitnehmen und das wäre doch echt schade.

Hört sich nach Weihnachtsstress an...

Weihnachtsmann: Nein, so empfinde ich das nicht.

Christkind: Naja, wir sind ja auch schon seit über 2000 Jahren im Training. Und was viele nicht wissen, der Weihnachtsmann ist eigentlich ein echter Superheld. Er hat Zauberkräfte und die werden größer, je mehr Kinder an ihn glauben.

Und welchen Wunsch haben Sie?

Weihnachtsmann: Dass es den Menschen auf der Welt gut geht und wir uns alle Mühe geben, dass es auch allen Menschen auf der Welt gut gehen kann.

Christkind: Jetzt werd’ nicht wieder politisch, lieber Weihnachtsmann. Ich wünsche mir Gesundheit für alle Menschen, sie ist das Wichtigste.

Was machen Sie im Sommer?

Christkind: Ich ruhe mich gerne etwas aus.

Weihnachtsmann: Aber nicht zu lange, denn es gibt immer neue Wünsche, deshalb müssen wir im Sommer fleißig mit unseren Wichteln basteln üben.

Haben sich die Kinderwünsche sehr verändert?

Christkind: Ja, viele Wünsche sind digitaler geworden. Es werden sich mehr Handys und Computerspiele gewünscht.

Weihnachtsmann: Auf vielen Wunschzetteln stehen aber auch noch Puppen und Kuscheltiere drauf.

Geben auch Erwachsene noch Wunschzettel ab?

Weihnachtsmann: Leider nicht. Aber: Wenn ein Erwachsener bei einem meiner Termine auf einem Weihnachtsmarkt steht und seine Augen glänzen so wie die der Kinder, dann lasse ich ihn mit meiner Glocke läuten. So lange das Geräusch zu hören ist, darf er sich etwas wünschen. Aber: Niemals den Wunsch laut aussprechen, dann geht er nicht in Erfüllung.

Gab es auch schon Weihnachtsmann- oder Christkind-Pannen?

Weihnachtsmann: Nein, aber ich finde es panne, wenn Kinder versuchen, meinen Bart abzuziehen, um zu testen, ob ich der echte Weihnachtsmann bin. Ich nehme ihnen das aber nicht übel, denn es gibt ja viele Weihnachtsmann-Helfer, die fast genauso aussehen wie ich.

Christkind: Ich kann mich an keine Panne erinnern.

Woran erkennt man denn den echten Weihnachtsmann?

Christkind: Wenn man vor ihm steht, dann fühlt man es.

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