Chef von 1000 Soldaten

Sönke Schmuck ist oberster Flieger in der Georg-Friedrich-Kaserne in Fritzlar

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Wieder an alter Wirkungsstätte: Oberstleutnant Sönke Schmuck hat das Kommando über das Kampfhubschrauberregiment 36 in der Fritzlarer Georg-Friedrich-Kaserne übernommen.

Sönke Schmuck ist neuer Kommandeur des Kampfhubschrauberregimentes 36 Kurhessen. Damit kann er nach langer Zeit wieder bei seiner Familie in Fritzlar wohnen.

Es ist 15 Jahre her, dass Sönke Schmucks Familie genug hatte. Sie wollte nicht mehr alle zwei Jahre umziehen. Immer wenn Schmuck einen neuen Posten bei der Bundeswehr antrat, zog sie mit. „Das ist eine enorme Belastung für die Familie“, räumt Schmuck ein. Und so fällte die Familie eine Entscheidung: Als Schmuck die Luftbewegliche Brigade in Fritzlar wieder verlassen sollte, blieb sie in der Domstadt. Sie kaufte ein Haus in Werkel und richtete sich ein. Der Familienvater zog weiter, arbeitete in Köln, Straßburg und Bückeburg.

Jetzt hat sich Sönke Schmuck seinen Traum erfüllt: Er ist der neue – und endlich wieder bei seiner Familie. „Das war mein Ziel, ich wollte nach Fritzlar zurück“, sagt der gebürtige Kieler. In der Fritzlarer Georg-Friedrich-Kaserne ist Schmuck der oberste Flieger, der Chef von 1000 Soldaten. Einige von ihnen kennt Schmuck bereits aus Roth. Dort waren – bis zur Auflösung im Jahr 2013 – auch Kampfhubschrauber des Typs Tiger stationiert. Schmuck ist jemand, der sein Wissen gerne weitergibt. Zuletzt beim lnternationalen Hubschrauber-Ausbildungszentrum in Bückeburg. Dort absolvieren Soldaten ihre Hubschrauberführer-Grundausbildung. „Jeder, der Hubschrauber-Pilot werden will, geht durch meine Hörsäle“, erklärt Schmuck. Für den Kieler war dies „eine tolle Aufgabe“. Er genoss es, mit jungen Menschen zu arbeiten und den Blick auf die Bundeswehr geradezurücken. Oftmals hieße es: Die Bundeswehr fliegt nicht. „Aber das stimmt nicht. “

Der Kommandeur ist einst in Fritzlar und Roth die Bo 105 geflogen. Der Kampfhubschrauber Tiger ist Neuland für ihn. „Ich werde im zweiten Halbjahr auf Tiger geschult“, kündigt er an. Es sei „zwingend notwendig“, dass der Kommandeur selbst den Tiger steuern kann. Schließlich müsse er als Kommandeur darauf achten, dass alles im Flugbetrieb zusammenpasst.

Kommandeur schätzt Zusammenhalt in Fritzlar

Das Kampfhubschrauberregiment 36 sieht Schmuck auf einem guten Weg. Wenngleich er direkt zum Start eine „Herkulesaufgabe“ zu lösen hat. Er muss die Tiger-Piloten wieder fit in der Landes- und Bündnisverteidigung machen (wir berichteten). Bei der deutlich kleineren Bo 105 sei all das trainiert worden. Doch der Tiger sei fast so doppelt so groß und schwer. Es gibt eine andere Sensorik, andere Sichtverhältnisse und eine andere Ausstattung an Bord. Die Piloten müssen also alles neu lernen. Eine Aufgabe, die die Soldaten gemeinsam schaffen wollen. Schmuck schätzt den Zusammenhalt in Fritzlar, der in dem Leitspruch „Wir sind Tiger“ gipfelt. „Dieser zeigt, dass jeder seinen Teil leistet, egal ob jemand Techniker ist oder auf dem Tower sitzt.“ Sönke Schmuck ist in Fritzlar angekommen. Er hätte nichts dagegen, wenn er länger hierbleiben könnte. „Ich werde nicht nachfragen, wann ich wieder gehen darf.“

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