Wie Mücken ums Licht

Fritzlar: Stadtverordnete sehr zufrieden mit Haushaltssituation

Fritzlar. Viel Lob haben die Fritzlarer Stadtverordneten am Freitagabend ausgesprochen - das meiste davon galt ihnen selbst.

Denn während viele Städte und Gemeinden bereits deutlich machten, dass es um ihre Finanzen schlecht bestellt ist und man dringend sparen oder an der Steuer- und Gebührenschraube drehen müsse, ist man in Fritzlar mit der Situation der Stadt mehr als zufrieden.

Auch für das kommende Jahr erwartet Bürgermeister Hartmut Spogat stabile Finanzen (weitere Artikel). „Es ist ein völlig unproblematischer Haushalt“, sagte Dr. Hans-Gerhard Heil (CDU). Das Ergebnis sei vorbildlich. In Fritzlar werde nicht auf Kosten der nachfolgenden Generationen gelebt. Und das, obwohl man auch investiere. Dazu zählten die Einrichtung eines Bürgerbüros im Rathaus und die Erarbeitung eines Parkplatzkonzeptes. All das mache die Stadt noch attraktiver und lebenswerter. „Unser Dampfschiff ist weiter auf gutem Kurs“, betonte Heil. Deshalb solle man nicht fluchen, wenn man länger nach einem Parkplatz suchen müsse. „Wie Mücken um helle Lampen, so schwirren die Menschen um Fritzlar.“ Darüber solle man froh sein. Das sei auch der gemeinsamen Tätigkeit der Stadtverordneten zu verdanken.

„Alles gut“, so das Fazit von Gerlinde Draude (SPD). Nicht nur die finanzielle Situation der Stadt, sondern auch zwischen den Parteien, stimme alles. Man könne sich zwar keine großen Sprünge erlauben, aber Ausgaben seien möglich. Das habe man anderen Städten und Gemeinden voraus. Vor allem im sozialen Bereich setze man in Fritzlar Prioritäten. Äußerst positiv sei, dass im Rathaus endlich ein Bürgerbüro entstehe. 60 000 Euro lässt sich die Stadt das kosten. Dass die Stadt ein Gelände an der Stadtmauer für 90 000 Euro kaufen will, auf dem sich ein Bolzplatz befindet, wertete Traude als sinnvoll. Allerdings müsse man das Verkehrskonzept überdenken. „Wir sollten keinen Flickenteppich anlegen.“ Gefordert sei ein schlüssiges Gesamtkonzept.

Nicht genug des Lobes: Peter Kuttelwascher hatte das Gefühl, dass man in Fritzlar auf einer Insel der vorweihnachtlichen Glückseligkeit lebe. „Uns geht es richtig gut.“

Statt Parkplätzen solle man aber auf dem Grundstück an der Stadtmauer einen multifunktionalen Bereich für alle Bevölkerungsschichten anlegen. Denn statt wie einst die Ritter, drängten nun die Fahrzeuge in die Stadt. Der Wunsch der Grünen sei es, für die Bewohner der Altstadt Freiräume zu erhalten.

Wenige, aber nicht minder begeisterte Worte fand Holger Ritte-Mander (FDP): „Es macht Spaß hier mitzuarbeiten. Viele schauen auf Fritzlar, weil es hier gut läuft.“

Es sei immer sachlich und solide geplant worden, so Bürgermeister Hartmut Spogat. Das liege an den handelnden Personen. „Wir können uns alle auf die Schulter klopfen.“

• Der Haushaltsplan 2015 wurde einstimmig angenommen.

Haushalt in Zahlen 

Der Haushalt soll insgesamt einen Umfang von 24 Millionen Euro haben. Der Ergebnishaushalt, sozusagen das laufende Geschäft, bringt einen Überschuss von 96 500, im Finanzhaushalt gibt es ein vergleichsweise kleines Loch von 101 000 Euro. Die Stadt hat vor, 2,74 Mio. Euro zu investieren (wir berichteten). Das sind über 800 000 Euro mehr als in diesem Jahr.

Von Maja Yüce

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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