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Täter schmieren Öl an Wände

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Von: Cora Zinn

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Auf dem Foto ist ein Tresen zu sehen. Die Wände sind beschmiert.
Der Empfangstresen ist auch mit Öl beschmiert worden. © Cora Zinn

Unbekannte sind in das „Auszeit“-Studio am Domplatz in Fritzlar eingebrochen. Sie haben einen Laden der Verwüstung hinterlassen.

Fritzlar – Ein penetranter Ölgeruch liegt in der Luft. Dort, wo es sonst nach Düften und Haarspray riecht, stinkt es seit Montagnacht nach Öl. Unbekannte Täter sind in das „Auszeit“-Studio am Domplatz in Fritzlar eingebrochen. Dort haben sie Wände mit Öl beschmiert, den Raum samt Möbeln unter Wasser gesetzt und die Mehrheit an Kosmetikartikel unbrauchbar gemacht.

Eine Spur der Verwüstung zieht sich durch die Geschäftsräume – fast wirkt es, als habe jemand seine Wut rausgelassen. „Larissa hat keine Feinde. Sie ist immer zu allen freundlich“, sagte Maximilian Molz. Er ist der Partner von Larissa Völks Tochter Evelyne. Sie seien sofort zur Hilfe gekommen, nachdem Völk sie angerufen habe.

Die Täter richteten eine Verwüstung im „Auszeit“-Studio in Fritzlar an

Larissa Völk hat das „Auszeit-Studio – Der Ort zum Entspannen und Wohlfühlen in Fritzlar“ im September 2018 eröffnet. „Es läuft gut“, sagte Evelyne Völk. Doch jetzt, von einem Tag auf den anderen, sei alles zerstört worden.

Anwohner hätten von Sonntag auf Montag gegen 1.30 Uhr ungewöhnliche Geräusche gehört, doch seien sie nicht von einem Einbruch in der Nachbarschaft ausgegangen, berichtet Molz. Deshalb sei das Chaos auch erst am Montagnachmittag aufgefallen, als eine Mitarbeiterin zufällig in den Laden ging. Denn die „Auszeit“ ist montags immer geschlossen.

Die Täter schütteten Öl über Nagellacke.
Die Täter schütteten Öl über Nagellacke. © Zinn, Cora

Die Mitarbeiterin rief sofort ihre Chefin an, berichten Evelyne Völk und ihr Freund Maximilian Molz. „Ich glaubte meinen Augen und meiner Nase nicht“, sagte Molz. Als das Paar am Studio eintraf, stand das Wasser fünf Zentimeter hoch und der Ölgestank lag in der Luft. „Die Täter haben überall Öl verteilt und den Wasserhahn vom Waschbecken laufen lassen“, sagte Evelyne Völk.

Die übel riechende, dunkle Flüssigkeit hat sich bereits in die weißen Rigips-Wände gefressen. Wie lange es dauern werde, den Geruch aus dem Laden zu bekommen, daran wolle sie gar nicht denken. Schnell rollte eine Welle der Hilfsbereitschaft an: Zwei Mitarbeiterinnen von Larissa Völk fingen sofort an, das schmierige Öl von den weißen Schminktischen zu wischen. Keine leichte Aufgabe.

Öl an den Wänden: Unbekannte haben im „Auszeit“-Studio am Domplatz in Fritzlar randaliert und Wände, Möbel und Kosmetikartikel unbrauchbar gemacht.
Öl an den Wänden: Unbekannte haben im „Auszeit“-Studio am Domplatz in Fritzlar randaliert und Wände, Möbel und Kosmetikartikel unbrauchbar gemacht. © Cora Zinn

Die Unbekannten haben sowohl den Eingangsbereich, den Tresen als auch Möbel, Wände, Nagellacke, Kosmetikartikel, Decken und Sessel beschmiert. „Sie waren auf Zerstörung aus. Die Kasse haben sie hier gelassen“, sagt Molz. Sie hätten wohl etwas Geld herausgenommen, aber nicht alles. Wie hoch die Summe genau ist, stand bis Redaktionsschluss nicht fest.

Familie Völk dankt den schnellen Helfern nach dem Angriff auf das „Auszeit“-Studio in Fritzlar

Gerade vor Weihnachten sei dieser Anschlag eine Katastrophe für Larissa Völk, die gestern noch so unter dem Eindruck der Ereignisse stand, dass sie kaum darüber sprechen konnte. „Zu dieser Zeit macht sie die meisten Umsätze. Sie verkauft viele Gutscheine, hatte noch viele Termine kurz vor Weihnachten“, erklärt Molz für sie. Doch jetzt werde in diesem Jahr nichts mehr zu retten sein, befürchtet Evelyne Völk.

Trotz der schnellen Hilfe von Familie, Freunden und Mitarbeiterinnen, hat die 22-Jährige keine große Hoffnung, dass das Geschäft so schnell wiedereröffnet werden kann. Im Namen ihrer Mutter dankt Evelyne Völk auch der Stadt Fritzlar und der Firma Gerhardt Entsorgung aus Fritzlar. „Die Mitarbeiter waren schnell vor Ort und haben mehrere Stunden alles versucht, um das Öl-Wassergemisch abzupumpen“, so Evelyne Völk. Darüber habe sie sich trotz der schlimmen Ereignisse gefreut. (Cora Zinn)

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