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Hilfskonvoi für die Ukraine: Land Hessen schickt Güter von Fritzlar aus nach Polen

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Von: Christine Thiery

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Auf dem Foto sind mehrere Männer zu sehen.
Vor der Abfahrt: Frank Grunewald, Standortführer des DRK Fritzlar, Fahrer Andreas Kirschner und Hessens Innenminister Peter Beuth mit dem Präsidenten des DRK Landesverbandes, Norbert Södler vor den Hilfslastern. © Christine Thiery

Zehn Fahrer des DRK machten sich auf den 1700 Kilometer langen Weg, der in drei Etappen gefahren wird. 15 Stunden Fahrzeit sind dafür eingeplant.

Fritzlar – Gleich mehrere Laster mit Hilfsgütern im Wert von 400 000 Euro sind gestern vom zentralen Logistikstandort des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Hessen in Fritzlar in Richtung der polnischen Stadt Przemysl aufgebrochen. Es ist der erste Hilfskonvoi der Hessischen Landesregierung, der sich auf den Weg machte, um aus dem ukrainischen Kriegsgebiet Geflüchteten zu helfen. Das Land rechnet mit Transportkosten von 60 000 Euro.

Zehn Fahrer des DRK machten sich auf den 1700 Kilometer langen Weg, der in drei Etappen gefahren wird. 15 Stunden Fahrzeit sind dafür eingeplant. Die drei Lkw mit Hilfsgütern werden von zwei Begleitfahrzeugen unterstützt. „An Bord der Lkw befinden sich Waren, die eigens angefordert wurden“, sagte der Hessische Innenminister Peter Beuth, der für diesen Anlass nach Fritzlar gekommen war. Man habe mit dem ukrainischen Konsulat in Kontakt gestanden, um Güter zu besorgen, die wirklich dringend benötigt werden.

DRK Fritzlar hat in der vergangenen Woche drei 40 Tonner mit 150 Paletten beladen

Wegen der logistischen Schwierigkeiten in der Region sei es wichtig, Hilfsgüter statt Geld zu versenden und so unmittelbare Hilfe vor Ort zu ermöglichen. Die Unterstützung soll möglichst zielgerichtet sein. Das DRK Fritzlar hat in der vergangenen Woche drei 40 Tonner mit 150 Paletten beladen. Darunter wurden eineinhalb Lkw mit Feldbetten, Wolldecken und Schlafsäcken gepackt. Sie sind für die Ausrüstung von Zeltlagern für Flüchtlinge gedacht, sagte Standortleiter Frank Grunewald. Ein weiterer Lkw ist mit Feuerwehrkleidung beladen. Diese sei eigens angefordert worden, um bei der Bergung und Rettung bei Bränden in den umkämpften Gebieten zu helfen. 160 Sets Schutzkleidung bestehend aus Jacken, Hosen, Helmen und Stiefeln sowie weitere 40 Jacken und Hosen wurden von der Feuerwehr bereitgestellt. In der Zusammenarbeit mit dem DRK könne man deren Erfahrung nutzen, da es bereits Hilfe in den Anrainerstaaten leiste, sagte der Präsident des DRK-Landesverbandes Hessen, Norbert Södler.

Mit an Bord sind außerdem Getränke, Babynahrung, Windeln, Lebensmittel in Konserven und Medikamente wie Schmerzmittel und Antibiotika oder blutstillende Präparate sowie Beruhigungsmittel. Diese Hilfe sei ein wichtiges Zeichen an die Ukrainer und die unter dem russischen Krieg leidenden Menschen, sagte Beuth. Unter den Fahrern herrschte derweil Aufregung hinsichtlich der unbekannten Situation am Ankunftsort. (Christine Thiery)

Flüchtlinge gut unterbringen

Das Land Hessen will mit dem Hilfstransport ein Zeichen der humanitären Hilfe setzen, betonte Innenminister Peter Beuth gestern in Fritzlar. Man wolle den Flüchtlingen mit dem Transport gezielt helfen. Ebenso soll den Ukrainern, die nach Deutschland kommen, ebenso geholfen werden wie den Flüchtlingen, die 2015 ins Land kamen. „Sie sollen gut und ordentlich untergebracht werden“, beteuerte der Innenminister. 

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