Entscheidung bei Versammlung der Stadtverordneten

Auf dem Fritzlarer Friedhof wird es teurer

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Fritzlar. Die Zahl der Feuerbestattungen nimmt zu - auch in Fritzlar. Und damit steigt auch der Bedarf an Urnengräbern und Kolumbarien.

Darum wird die Stadt künftig eine so genannte Kolumbarienanlage (Bestattungswand für Urnen) auf dem Friedhof Geismarrain anbieten. Das entschieden die Fritzlarer Stadtverordneten bei ihrer Versammlung am Freitagabend im Rathaussaal.

In der Bestattungswand ist Platz für Urnen. Seit der Antike bezeichnet man mit „Kolumbarium“ Urnenfriedhöfe, auf denen die Urnen der Verstorbenen in kleinen Kammern beigesetzt werden. Ergänzend zu den Erdbestattungen entstehen auf immer mehr öffentlichen Friedhöfen Kolumbarien, häufig in Form von Urnenwänden.

Doch nicht nur dafür stimmten die Stadtverordneten einstimmig: Künftig wird das Sterben in der Dom- und Kaiserstadt teurer. Die Friedhofsgebühren werden 2015 steigen. „Es ist ein sensibles Thema“, sagte Martin Hannappel (SPD), doch auch Sterben koste Geld. Und in der Stadtkasse sei das Defizit im Bereich der Friedhöfe immer weiter gestiegen. Die Kostendeckung liege unter 70 Prozent. Konkret bedeutet das: 2013 betrug das Defizit über 97.000 Euro. Man komme um eine moderate Erhöhung nicht umhin, so Hannappel.

Zudem äußerte er eine Bitte: Die Friedhofsparkplätze müssten in Ordnung gebracht werden. Auf dem letzten, schweren Gang sollte es an einem vernünftigen Parklplatz für die Angehörigen nicht mangeln, betonte er.

Die letzte Gebührenerhöhung wurde 2005 vorgenommen und liege somit schon einige Zeit zurück, sagte Bürgermeister Hartmut Spogat vorab im HNA-Gespräch.

Steigende Kosten

Doch sei das nicht der Grund für die Anhebung. Die Kosten im Bestattungswesen und für die Bewirtschaftung der Friedhöfe seien gestiegen. Das zwinge die Stadt zum Handeln.

Einige Beispiele: Für eine Erdbestattung auf den Friedhöfen Geismarrain und Georgengasse muss man je Grabstelle künftig 700 statt 660 Euro zahlen. In Obermöllrich fallen dafür 600 statt 540 Euro an und in Züschen 520 statt 425 Euro. Für ein Urnengrab muss man auf dem Friedhof Geismarrain künftig 20 Euro mehr zahlen und für ein Urnengrab im Friedpark 50 Euro mehr.

Die Urnengrabstätten in Kolumbarien (Urnenstelen) werden auf dem Friedhof Geismarrain angeboten und kosten pro Kammer 950 Euro.

Auch die Benutzung der Friedhofskapelle für eine Trauerfeier wird am Geismarrain (100 statt 75 Euro), in Obermöllrich und Züschen (100 statt 95 Euro) teurer.

Neu ist die Gebühr für das Läuten der Friedhofsglocke während der Überführung eines Verstorbenen von der Friedhofskapelle zum Grab. Zehn Euro fallen dafür an.

Die Stadtverordneten stimmten bei einer Enthaltung den Gebühren zu. (may)

Mehr von der Stavo-Sitzung in unserer Dienstagsausgabe.

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