Firma hat bereits vielerorts mehrgeschossige Häuser gebaut

Fritzlarer haben Angst vor hohen Neubauten

Zusammenhalt in der Nachbarschaft: Viele Menschen aus Fritzlar stehen auf der Seite des Ehepaares Nonn (Bild unten). Sie leben an der Geismarstraße in Fritzlar und sind unzufrieden damit, dass nun nebenan der Bau von Mehrfamilienhäusern geplant ist.

Matthias und Gisela Nonn leben in einem Haus an der Geismarstraße in Fritzlar – bisher sehr glücklich, doch das könnte sich ändern. Denn auf dem freien Ackerland neben ihnen ist der Bau von Mehrfamilienhäusern geplant. Ende des vergangenen Jahres erklärten die Stadtverordneten die Fläche zu Bauland. Aus zahlreichen Gründen hält das Ehepaar diese Entscheidung für die falsche. Auch viele Nachbarn unterstützen diese Haltung.

Bei dem Investor handelt es sich um die Baupartner Fritzlar. Das Unternehmen hat bereits vielerorts in der Stadt mehrgeschossige Häuser gebaut. Und genau das ist die Sorge des Fritzlarers Matthias Nonn: „Häuser mit mehr als zwei Geschossen passen doch hier überhaupt nicht ins Landschaftsbild.“

Als die bisherige Eigentümerin die Fläche vor einem guten Jahr erstmals zum Verkauf anbot, hatte Nonn selbst Interesse am Kauf bekundet. „Ich hätte aber nichts gebaut. Mir wäre es darum gegangen, das Grüne zu erhalten“, erklärt er.

Bauplätze in Fritzlar sind nun einmal beliebt

Doch teures Geld für Bauland zu bezahlen, das als solches gar nicht genutzt worden wäre – das war dem Fritzlarer dann doch zu viel. Mit dem neuen Vorhaben seien viele aber ganz und gar nicht zufrieden. „Für zahlreiche Fritzlarer wäre es doch schöner gewesen, dort Einfamilienhäuser zu bauen“, sagt Sven Elsasser, einer der Nachbarn. 

Dagegen hätte auch Nonn nichts gehabt – im Gegenteil: „Ich bin Realist. Bauplätze in Fritzlar sind nun einmal beliebt, aber mehr als zwei Geschosse sollten es in diesem Umfeld nun wirklich nicht sein.“ Dem stimmt auch Christian Seyffarth, Fraktionsvorsitzender der CDU in Fritzlar, zu: „Die Bauweise ist an die Umwelt anzupassen.“ 

Bevor irgendetwas entschieden werde, wolle man im Parlament ohnehin erst einmal die Planung sehen. Gleicher Meinung ist auch Bürgermeister Hartmut Spogat: „Wo immer möglich, sollten auch Lückenbebauungen von Außenflächen geprüft werden. Allerdings muss sich die zukünftige Bebauung an der Umgebung orientieren.“ 

Die Planungshoheit liege bei der Stadtverordnetenversammlung, diese hat sich nach dem Aufstellungsbeschluss im vergangenem Dezember alles offen gehalten. „Wir stehen somit noch ganz am Anfang der Bauleitplanung“, sagt Spogat.

Auch Mario Jung, Fraktionsvorsitzender der SPD, stimmt dem zu: „Zunächst haben wir im Parlament erst einmal nur entschieden, dass die Fläche Baugebiet für Wohnbebauung wird.“ Alle weiteren Entscheidungen hängen von den vorgelegten Plänen des Investors ab, sagt Jung. Die Sorge vieler Nachbarn rund um die Geismarstraße 43 ende jedoch nicht mit den aktuellen Planungen, sagt Stefan Nonn, der seinen Bruder unterstützt. „Hinter dem besagten Grundstück liegt noch ein weiteres größeres Grundstück.“ Nun könne man eins und eins zusammenzählen, wo womöglich die nächsten großen Gebäude entstehen. 

Davor hat auch Nonns Nachbar Markus Müller Angst. Erst kürzlich habe er auf den Grünflächen noch eine Hirschkäferfamilie gesehen. Alles zubauen? Für Müller undenkbar. „Es geht hierbei auch darum,den Tieren einen Lebensraum zu bieten“, sagt er. In Fritzlar sei das mittlerweile jedoch schwierig. Fotos: Stadt Fritzl

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