Lokalgeschichte kommt ins Museum 

Bücher und Grenzsteine für Fritzlarer Hochzeitshaus: Museumsleiterin sammelt Ausstellungsmaterial 

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Sie präsentieren ein Buch mit Stickmustern: (von links) Museumsleiterin Stefanie Mnich, Rüdiger Küllmar un d Waltraud Dilcher-Tobey. 

Das Museum Hochzeitshaus in Fritzlar nimmt Gestalt an. Museumsleiterin Stefanie Mnich  kümmert sich um die inhaltlichen Arbeiten und sammelt Material für Ausstellungen. 

Fündig wurde sie jetzt in Rothhelmshausen und Haddamar. Ihr neues Exponat hat 230 Jahre auf dem Buckel. Aber dieses Alter sieht man ihm nicht an: Das Buch mit bunten Stickmustern ist in einem sehr guten Zustand. Die Seiten sind erhalten, die Farben leuchten. „Es ist ein ganz wertvolles und herausragendes Exponat“, sagt Stefanie Mnich. Das Musterbuch aus dem Jahr 1789 gehört der Familie Dilcher-Tobey aus Haddamar. Waltraud Dilcher-Tobey hat schon als Kind darin gestöbert. „Ich habe geschaut, was man Schönes sticken kann“, sagt sie. Wie das Buch in den Familienbesitz gekommen ist, kann Dilcher-Tobey nicht sagen. Nur, dass es all die Jahre in der Wurstekammer lag und so manch kleinen Fettfleck bekommen hat. Mit dem Buch lässt sich ganz viel Familien- und Dorfgeschichte erzählen, sagt Stefanie Mnich. So könnte das Werk im Mittelpunkt einer kleinen Ausstellung stehen, in der es auch über den Flachs, Leinen, Wäsche und Holzwaschmaschinen geht. Mehr Aufmerksamkeit sollen auch die historischen Grenzsteine bekommen.  Expertin für das Thema ist Doris Hommel-Schäfer aus Rothhelmshausen. 150 dieser Steine gibt es auf Fritzlarer Gebiet. Sie stammen teilweise aus dem Jahr 1542 und sind in historischen Karten verzeichnet. Viele stehen noch an ihrem Originalstandort im Wald von Rothhelmshausen und Ungedanken. 

Das Mainzer Rad ziert die eine Seite dieses Grenzsteins bei Rothhelmshausen. 

13 stehen im Innenhof des Hochzeitshauses. Sie wurden in den 1980er Jahren nach Fritzlar geholt, weil sie wegen Ackerbaus und Rückearbeiten im Wald gefährdet waren. Sie sollen gekennzeichnet werden. Auf einer Informationstafel soll vermerkt haben, wo sie einst gestanden haben, welche Bedeutung sie haben und wie alt sie sind. Denn Grenzstein ist nicht gleich Grenzstein. Auch wenn auf gleich mehreren das Mainzer Rad auf der einen und Petrus auf der anderen Seite zeigen. „Die Steine wurden von unterschiedlichen Künstlern gestaltet“, erklärt Doris Hommel-Schäfer. 

Mit dem Musterbuch und den Grenzsteinen holt Mnich wieder ein Stück Lokalgeschichte ins Museum. Die Ideensuche geht aber weiter. „Andere Stadtteile haben auch interessante Geschichten zu erzählen“, ist die Museumsleiterin Stefanie Mnich überzeugt.

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