Klinik jetzt im Krisenmodus

Krankenhaus Fritzlar sagt OPs ab - Nur dringende Notfälle

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Sagt nicht zwingend notwendige Operationen ab: Das Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar bereitet sich voll und ganz auf die Ausbreitung des Coronavirus vor. 

Das Coronavirus ist derzeit überall das Thema Nummer eins. Vor allem Krankenhäuser müssen sich vorbereiten. Das Fritzlarer Hospital konzentriert sich auf Notfälle. Und auch sonst hagelt es Absagen.

Das Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar hat in den Krisenmodus umgeschaltet. Das teilte der kaufmännische Geschäftsführer Dr. Sven Ricks gestern mit. „Wir entlassen alle Patienten, die nicht zwingend hier bleiben müssen und bereiten uns so auf die Ausbreitung des Coronavirus vor.“

Nur noch einer von vier OP-Sälen stehe bis auf Weiteres für Notfall-Operationen zur Verfügung. Ein großer Teil der derzeit stationär aufgenommenen 170 Patienten werde in den nächsten fünf Tagen nach Hause geschickt oder entlassen.

Anordnung der Bundesregierung

Mit diesem Schritt reagiert das Hospital auf eine Anordnung seitens der Bundesregierung. Darin heißt es, die „Kapazitäten an Intensiv- und Beatmungsbetten in den Krankenhäusern sollen ausgebaut und Schutzkonzepte für besonders gefährdete Menschen angepasst werden.“ Außerdem sollen grundsätzlich alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe in allen Krankenhäusern ab Montag auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Alle geplanten Eingriffe, die nicht akut sind, werden jedoch verschoben. Rund 50 Betten, schätzt er, werden nach wie vor dauerhaft belegt sein.

Schutzkleidung und Desinfektionsmittel

Alle Mitarbeiter würden sich an strenge hygienischen Richtlinien halten, was Schutzkleidung und Desinfektionsmittel angeht. Noch sei die Welle nicht vollständig in Deutschland angekommen, sagt Ricks. Das Krankenhaus stelle sich jedoch darauf ein, dass dies nicht mehr lange so bleibe. „Wenn sich die Lage derart zuspitzt, werden auch infizierte Ärzte und Pflegekräfte mit leichten Symptomen arbeiten – dann mit entsprechendem Mundschutz.“

Dr. Sven RicksKaufmänn.Geschäftsführer

Noch stünden ausreichend Materialien zur Verfügung. Allerdings rechne das Hospital mit zunehmenden Engpässen. Laut Bundesregierung gilt es, „die Beschaffung von medizinischer Ausrüstung gemeinsam zu koordinieren.“ Das Besucherrecht im Fritzlarer Krankenhaus, das bereits seit einigen Tagen beschränkt ist, wurde indes komplett eingestellt. Auch die Cafeteria ist geschlossen.

Das Hospital hält die Menschen aus der Region auf ihrer Homepage unter hospital-fritzlar.de über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden.

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