Fritzlarer sammeln Geschenkboxen für Menschen in Uganda

Starten eine Hilfsaktion für Menschen in Uganda: Reinhard und Irmgard Berle aus Fritzlar.

Fritzlar. Reinhard Berle hat viel gesehen von der Welt. Viel Leid, viel Not, viel Elend. Besonders berührt haben ihn die Schicksale von vielen Menschen in Uganda. Er startet daher mit seiner Frau Irmgard eine Hilfsaktion.

Das Schicksal von Florence berührt den 66-jährigen Berle besonders. Sie lebt mit ihren sieben Enkelkindern in dem Dorf Nakifuma in Uganda. Die Mädchen und Jungen sind Waisen. Ihre Eltern sind an Aids gestorben. Zusammen wohnen sie in einer Hütte. Auf fünf Quadratmetern.

„Ich war so erschüttert“, erinnert sich Berle an seine Reise im Dezember vergangenen Jahres. „Mir haben sie leid getan. Mir liefen die Tränen“, sagt er bewegt. Für Berle und seine Frau Irmgard ist klar: Sie möchten helfen. Irmgard Berle überlegt nicht lange und schenkt der Familie ein Haus.

Am 4. Januar wird der Grundstein gelegt, drei Wochen später ist alles fertig. Über das Internet verfolgen die Berles den Baufortschritt. Linda Mukisa schickt jeden Tag Fotos und Videos. Mukisa ist in Fritzlar bestens bekannt. Ihr Schicksal hatte 2013 viele bewegt. Sie war einst von einem Lastwagen überrollt worden und wurde im Fritzlarer Hospital operiert. Inzwischen ist sie Direktorin der Stiftung „Tabitha Global Care“ in Uganda.

Über die Stiftung läuft auch das Brunnenprojekt der Rotarier in Nordhessen, bei denen sich Reinhard Behle engagiert. Sie wollen in einem ersten Schritt in Uganda 40 Brunnen errichten. Im Juni soll es losgehen. Die Förderzusage vom Bund steht noch aus.

„Für mich war es das schönste Weihnachtsgeschenk“, sagt Irmgard Berle mit Blick auf ihre Spende. Das ganze Dorf habe sich mit Florence und den Kindern gefreut. „Es ist so schön, Leuten zu helfen“, freut sich Irmgard Berle. Und so hat sie kurzerhand ein zweites Haus errichten lassen. Das Geld dafür hatte sie nach dem Tod ihres Stiefvaters geerbt. Es ist ein Doppelhaus. Die Geschwister Josephine und Mary Tereza wohnen dort mit ihren 13 Enkelkindern.

Neue Spendenaktion

Für die Berles ist damit nicht Schluss. Das wird beim Blick in den Keller des Ehepaares deutlich. Dort stapeln sich Kisten mit Kleidung, Spielzeug und Hygieneartikeln. Irmgard Berle hat eine Spendenaktion gestartet. Sie möchte 200 Familien in Uganda mit einer Geschenbox erfreuen. Die Aktion nimmt an Fahrt auf. „Sie hat sich rumgesprochen“, sagt die 64-Jährige Berle. Sie ermuntert alle, sich zu beteiligen. „Es ist erstaunlich, was man alles im Haushalt hat und nicht mehr braucht.“

So läuft die Geschenkbox-Aktion

Die Spender können die Geschenbox individuell gestalten. Neben Hygieneartikel schlägt Irmgard Berle Damen-, Herren- und Kinderbekleidung sowie Haushalts-Gegenstände und Schulbedarf vor.

Die Boxen können dann in der St. Martin-Apotheke Fritzlar, in der Adler-Apotheke Wabern, in der Stern-Apotheke Homberg, bei Kiel & Kiel Dentalästhetik Korbach sowie im Altenzentrum Eben-Ezer abgegeben werden.

Die Spender werden gebeten, bei der Abgabe ihre E-Mailadresse zu hinterlegen. Sie werden dann über die Ankunft der Box informiert. Geplant ist, dass die Boxen in einem Container nach Uganda geschickt werden.

Informationen bei Irmgard Berle, Tel. 05622/5132 und Mail an irmgard.berle@gmail.com (akl)

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